DJ Wika rockt mit 73

Kategorie: Gesellschaft am Samstag, 21. Januar 2012 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Wika Szmyt ist eine 73jährige polnische Rentnerin und könnte in ihrer Wohnung sitzen und stricken. Tut sie aber nicht. Sie könnte sich auch engagieren und Kindern vorlesen. Das tut sie aber auch nicht. Sie hat sich für etwas ganz anderes entschieden und legt als DJ Wika 3 x die Woche in einem Warschauer Club auf. Ihr Publikum ist zwar auch schon etwas älter, lässt sich aber mit Samba- und Discosounds ordentlich einheizen. Für Wika ist das, was sie tut, auch eine Form von sozialem Engagement. Schließlich sei es doch toll, wenn man tanze und nicht an Grabbepflanzung denke. Chapeau Wika Szmyt! Das nenne ich Lebensfreude! (Inspiriert von Kölner Stadt-Anzeiger MAGAZIN Nr. 12)

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Tokio: Alles Öko

Kategorie: Gesellschaft, Gute Nachrichten am Freitag, 20. Januar 2012 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Tokio hat den Ökotrend für sich entdeckt. Vor allem Künstler setzen das neue Bewusstsein kreativ um. Alles Öko heißt das Motto beim Treasured Trash-Projekt (www.treasured-trash.org), an dem u. a. Fumiko Ikeda (Maru-yama Bldg. 2F, 1-16-1 Ebisu Nishi | Shibuya-ku | www.giftlab.jp) beteiligt ist. Installationen wie z.B. Altpapier-Teddys, die zu einem Berg aufgetürmt wurden, sorgen für Aufsehen. Auch auf der international renommierten Kunstmesse DesignTide (10-2 Kasumigaoka-cho | Shinjuku-ku | www.designtide.jp) rückt der Ökoaspekt immer mehr in den Fokus. Die Betreiber vergeben mittlerweile auch einen Eco-Award.

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Ein letztes Gnadenbrot

Kategorie: Gelesen, Gesehen, Kultur, Mensch & Tier am Sonntag, 15. Januar 2012 von Christine Reichmann1 Kommentar

Wie fast jeden Sonntag lese ich zum ausgedehnten Frühstück die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute haben mich gleich auf der Titelseite vier unglaublich, schöne, ästhetische Schwarz-Weiß-Fotos und der dazugehörige Text gefangen genommen: “Ein letztes Gnadenbrot. Auch Tiere werden älter: Und manche dürfen leben, bis der Tod von selbst kommt.”

Natürlich musste ich gleich auf die Seite 56 weiterblättern und den dazugehörigen doppelseitigen Artikel lesen. Aber was mich viel mehr berührt, sind die faszinierenden Bilder, die die amerikanische Fotografin Isa Leshko von greisen Hunden, Schafen, Pferden, Schweinen und vielen anderen Tieren gemacht hat. Die Fotografin hat es geschafft, mit diesen Bildern etwas ganz Besonderes einzufangen, das ich kaum mit Worten beschreiben kann … Für mich sind es Würde und Weisheit der Tiere, die mich tief ins Herz getroffen haben – ob es nun der müde Blick eines zwölf Jahre alten Finnschafes ist oder – mein Liebling – der wissende Blick von Handsome One, einem 33jährigen Vollblutpferdes.

Absolutely in love

Die Fotografin Isa Leshko hat viele der von ihr fotografierten Veteranen persönlich kennengelernt. Für ihr Fotoprojekt “Elderly Animals” reist sie kreuz und quer durch Nordamerika, einen Trip nach Europa hat sie noch geplant. Den Anstoß zu diesem einzigartigen Projekt gab die Alzheimer-Erkrankung ihrer Mutter. Das sei ein Weg gewesen, mit ihrer eigenen Angst vor dem Altwerden und vor der Krankheit umzugehen. “Manche von diesen Tieren brechen dir das Herz”, sagt Leshko. Zum Beispiel ein mit sechs Jahren uralter Truthahn in einem Sanctuary in Kalifornien. “Absolutely in love” sei sie mit diesem Vogel. Andere wiederum hätten so etwas wie Stärke und Würde ausgestrahlt.

Ich verstehe, was Isa damit meint. Denn um mich herum tapst gerade meine betagte Hundedame Emmy und wenn ich in ihre wunderschönen braunen Hundeaugen schaue, ist es diese besondere Magie, die mich gefangen nimmt …

Die Webseite von Isa finden Sie unter www.elderlyanimals.com. Dort sehen Sie nicht nur ihre traumhaften, berührenden Fotos, sondern auch ein ebenso gefühliges Making Of.

(Inspiriert von “Altern ist nichts für Feiglinge”, Frankfurter Allgmeine Sonntagszeitung, 15. Januar 2012, Nr. 2)

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Ziemlich beste Freunde

Kategorie: Gesehen, Kultur am Montag, 9. Januar 2012 von Christine Reichmann1 Kommentar

Gestern habe ich einen großartigen Film im Kino gesehen: “Ziemlich beste Freunde”. Worum es geht? Philippe (François Cluzet) führt in seiner Villa in Paris scheinbar das perfekte Leben. Er hat unglaublich viel Geld, ist adlig, gebildet und verfügt über eine Heerschar an Hausangestellten. ABER: Er ist vom Hals an abwärts gelähmt und somit stes auf Hilfe angewiesen. Als Philippe auf der Suche nach einem neuen Pfleger ist, taucht Driss (Omar Sy) – ein junger Schwarzer, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde – in Philippes wohlgeordneten Leben auf.

Dabei will Driss von Philippe eigentlich nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick scheint sich das charmante Großmaul aus den Banlieus auch überhaupt nicht als Anwärter auf den Pflegerjob zu eignen. Doch Driss’ unbekümmerte, freche Art mach Philippe neugierig und er engagiert Driss auf Probe. Aber passen Mozart und Earth, Wind & Fire, Poesie und derbe Sprüche, Anzüge und Kapuzenshirts wirklich zusammen? Wer das herausfinden möchte, schaut sich den Film einfach an und wird mit Sicherheit – genau wie ich – gefangen genommen von einer verrückten, wunderbaren Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird.


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US-Fleischkonsum sinkt drastisch

Kategorie: Genuss, Gesellschaft, Gesundheit, Gute Nachrichten, Mensch & Tier am Sonntag, 8. Januar 2012 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Wir starten mit guten Nachrichten ins neue Jahr: Der Fleischkonsum in den USA nimmt seit 2008 rapide ab und wird in diesem Jahr das Niveau der 1970er Jahre erreichen.

Die US-Agrarindustrie bezeichnet diese Entwicklung als »ziemlich schockierend im historischen Kontext« und sucht nach Erklärungen. Neben den erhöhten Futterkosten weist sie dabei auf einen für uns nicht erkennbaren »Krieg der Politik gegen den Fleischkonsum« hin. Viel wichtiger – das scheint auch die Fleischindustrie zu verstehen – erscheint aber die Tatsache, dass sich immer mehr gemeinnützige Organisationen für eine Reduktion bis hin zur kompletten Einstellung des Fleischkonsums einsetzen. Die Gründe dafür – auch das versteht die Agrarindustrie – reichen vom Tierschutz über Tierrechte bis hin zum Umweltschutz und dem Eintreten für Menschenrechte (Ernährungssicherheit, Arbeitsbedingungen). Bei all diesem Engagement bezeichnet es die Industrie als verwunderlich, dass der Konsum überhaupt so lange so hoch blieb.

Das zeigt: Den Fleischkonsum einmal zum Sinken zu bringen bedarf langer, harter Arbeit. Doch dann kann es sehr schnell gehen. Daher lohnt es sich, die Hintergründe der Entwicklung in den USA zu betrachten …

Warum ist die US-Tierschutzbewegung erfolgreich?

Neben der sich durchsetzenden Erkenntnis, dass das Thema Fleischkonsum nicht nur ein Tierschutzproblem ist, sondern auch aus Umwelt- und Menschenschutzsicht äußerst kritisch zu bewerten ist, ist auch zu sagen, dass in den USA hervorragende Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen aktiv sind, die eng zusammen halten und die einzelnen Aufgaben gut untereinander verteilen:

  1. Durch beispielhafte Undercover-Arbeit gelangen immer wieder Bilder aus der Massentierhaltung ans Licht der Öffentlichkeit.
  2. Andere Organisationen kümmern sich um die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelwirtschaft, damit vegetarische und vegane Produkte einen höheren Stellenwert erhalten.
  3. Und schließlich bekommen Konsumenten hervorragend aufgezeigt, wie einfach es ist, sich fleischfrei bzw. vegan zu ernähren. Hier ist insbesondere die Organisation Vegan Outreach (VO) zu nennen, die seit dem Jahr 2003 insgesamt 6,5 Millionen Studierende erreicht hat – und zwar vor allem mit einem Heft, dessen Titel »Even If You Like Meat« (Selbst wenn Sie Fleisch mögen) heißt.

Was erwartet uns in Deutschland?

Die hiesige Undercover-Arbeit verläuft erfolgreich und wird noch besser werden. Die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelwirtschaft erlangt zudem langsam einen verdient hohen  Stellenwert. Damit scheint auch hierzulande der Weg für einen deutlich sinkenden Fleischkonsum langsam geebnet zu sein.

Verschreiben auch Sie sich dem “Tierschutz mit Messer und Gabel”. Zahlreiche Inspirationen dazu finden Sie u. a. bei der Frohen Botschafterin, beim Vegetarierbund Deutschland und bei der Albert Schweitzer Stiftung.

(Quelle: Albert Schweitzer Stiftung)

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