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Forras

Kategorie: Gesellschaft, Gesundheit, Mensch & Tier am Montag, 11. Oktober 2010 von GastKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Forras & ich

Forras & ich

von Bernadette Busse

Ein Jahr ist es nun her, seit meine Hündin Forras – eine Kuvaszdame – gestorben ist. Und sicherlich ist es sehr ungewöhnlich, dass sie auf natürliche Weise sterben durfte …

Bis Forras Sterbeprozess begann, hatte ich noch nie einen sterbenden Menschen oder ein sterbendes Tier begleiten dürfen. Viele Fragen waren offen. In Würde sterben zu dürfen, wie es die alten Naturvölker praktizieren, wie es in buddhistischen Lehren beschrieben wird, schien mir damals zunächst nicht mit unserer Kultur vereinbar zu sein.

Als Forras mit 8 Jahren zu mir kam, waren wir sofort ein Herz und eine Seele. Auf einem wunderschönen Abendspaziergang teilte sie mir auf telepathischem Wege plötzlich mit, dass sie mir den Sterbeprozess zeigen würde. Jeder Tierbesitzer kann sicher nachfühlen, dass ich ziemlich schockiert war, denn verlieren wollte ich sie auf gar keinen Fall.

Ich liebe Forras über alles.

Ein Jahr später sollte sie 13 Jahre alt werden, ein hohes Alter für einen großen Hund mit ihrer Vorgeschichte. Aber ich konnte beobachten, dass sie Gewicht verlor, der Appetit nachließ, sie nur noch kleine Spaziergänge machen wollte. Nur ihre Augen waren klar, liebevoll und wissend. Mein Herz war traurig bei dem bevorstehenden Abschied.

Ich begleitete sie mit Homöopathie und Farblicht und staunte, wie gelassen sie wirkte. Eine große Unterstützung erfuhr Forras durch ihren Kater Smilli, der sich immer in ihrer Nähe aufhielt. 4 Tage vor Forras Tod, legte Smilli sich auf ihre Seite und schnurrte, um sie zu beruhigen und ihr die Kraft zum Loslassen zu geben.

Die letzten Stunden lag Forras in meinen Armen. Ich redete ihr gut zu, dass sie den Weg ins Licht gehen sollte. Viele Tränen begleiteten mich, aber intuitiv wusste ich, dass sie es sich so gewünscht hatte.

Smilli stand plötzlich auf und ließ einen Schrei los – der mir durch Mark und Bein ging – und verließ das Zimmer. Dann atmete Forras ein letztes Mal. Unendliche Liebe erfüllte den Raum, tiefe Freude war in meinem Herzen: Sie hatt es geschafft, sie hatte es geschafft.

Ich zündete viele Kerzen an und nahm Abschied.

Viele Wochen lang fühlte ich Forras noch neben mir laufen, wie sie auf meinem Bett lag (was sie sonst nie getan hatte) und wie sie mich begleitetete. Ich habe mich seitdem oft gefragt, warum ich danach nicht um Forras geweint habe, aber ich glaube, dass es mir sehr geholfen hat, sie in Würde sterben zu lassen. Sie ist für mich ein wunderbarer Lehrer gewesen. Und dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Inzwischen habe ich Menschen und Tiere in ihren letzten Tagen begleiten dürfen und weiß, wir sind alle individuell, jedes Sterben ist anders und hat zudem auch eine ganz große heilende Kraft. Ein Satz von Ken Wilber ist tief in mir verankert: Erst wenn du den Tod akzeptierst, kannst du das Leben akzeptieren.

Weltenseele

Alte Seele, weine nicht
Fürchte nicht dein Angesicht
Abschied von der Welt Gesang
Stehst du in deinem licht’ Gewand
Trübe Augen, klarer Blick
Schaust du ganz gern zurück
Flügel wachsen dir ganz sacht
Dein Herz nun lacht, es ist vollbracht
Ja, ich bin
Ich bin

Bernadette Busse, 15.08.2010

Bernadette Busse ist Heilpraktikerin und Tierheilpraktikerin mit eigener Praxis in Neuss. Das Thema Sterben und Tod beschäftigt sie schon lange. Bücher über dieses Thema sind ihre ständigen Begleiter. Hospizliche Mitarbeit füllt die Lücken. Telepathische Kommunikation mit Tieren rundet das Wissen über das unliebsame Tabuthema ab.

Wenn rote Nasen reisen …

Kategorie: Gelesen, Gesellschaft, Gesundheit, Kultur am Montag, 28. Dezember 2009 von GastKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Carina Mathes, Trainerin für Glückskompetenz und Logopädin

Carina Mathes, Trainerin für Glückskompetenz und Logopädin

Das Buchprojekt von Carina Mathes

Damals muss ich ungefähr dreizehn Jahre alt gewesen sein, als meine Mutter meinen Bruder und mich zu einer Familie in unserem Ort schickte, um dort etwas abzuholen. Mein zwei Jahre jüngerer Bruder und ich machten uns also auf den Weg und standen schon bald vor besagter Haustür. Eine Frau öffnete und bat uns mit einem freundlichen Lächeln in die Diele hinein. Die Frau war sehr nett. Sie fragte uns nach unseren Namen und auf welche Schulen wir denn gehen würden. Wir waren gerade mitten ins Gespräch vertieft, als plötzlich ein Mädchen auf einem Dreirad um die Ecke geschossen kam. Das Mädchen lachte uns mit großen, weißen Zähnen an, düste eine Runde um uns herum und war genauso schnell wieder verschwunden, wie sie gekommen war. Geschockt schauten wir ihr hinterher. Das Mädchen hatte keine Haare! Die Mutter des Kindes, die unsere Blicke sicherlich bemerkt hatte, erklärte uns daraufhin, dass Marylin sehr krank sei und immer starke Medikamente nehmen müsse, von denen ihr dann die Haare ausfallen würden. Bestürzt und völlig hilflos nickten wir damals nur stumm. Marylin war es dann, die die Stille zum Glück wieder unterbrach. Auf ihrem Dreirad kam sie wieder an gesaust und hielt uns freudestrahlend etwas entgegen: „Schaut mal her, wollt ihr vielleicht mal meinen Clown sehen?“ Neugierig gingen wir in die Hocke, um zu sehen, was sie uns zeigen wollte. Und tatsächlich, auf dem Foto sah man sie in einem großen Krankenhausbett sitzen. Neben ihr ein fröhlich dreinschauender Clown mit freundlichen Augen und einer dicken, roten Nase.

Clowns bringen Licht und Freude in den Klinikaufenthalt der Kinder

„Das ist meine Erna, die kommt mich jeden Tag besuchen, wenn ich im Krankenhaus bin. Erna macht immer ganz lustige Sachen, dass ich immer soviel lachen muss, dass mir mein Bauch schon weh tut“, strahlte sie uns mit leuchtenden Kinderaugen an. Während Marylin das Foto in ihrer Hand zärtlich betrachtete, wurde mein Kloß im Hals immer größer. Ich konnte und wollte mir einfach nicht vorstellen, dass dieses Mädchen, das soviel Freude und Lebendigkeit auf mich ausstrahlte, in Wirklichkeit sterbenskrank war. Sie hatte es geschafft, mich aus meiner Traurigkeit von vorhin herauszureißen und mich mit ihrem fröhlichen Lachen anzustecken. Und auch bei Marylins Mutter legte sich ein zaghaftes Lächeln auf die Lippen: „Ja – die Clowns machen eine wunderbare Arbeit. Sie bringen etwas Licht und Freude in den Klinikaufenthalt der schwer kranken Kinder.“ Aber auch sie und ihr Mann würden die Clowns als eine große Bereicherung empfinden: „Dank der Clowns können auch wir manchmal, wenigstens für ein paar Minuten, vergessen, dass wir unsere Tochter vielleicht verlieren werden. Diese Momente sind die kostbarsten und die schönsten, die wir noch mit ihr gemeinsam erleben können.“ Später zum Abschied winkte uns Marylin mit ihrem Foto, von Erna und ihr, hinterher.

Glücksgeschichten unterstützen die Stiftung HUMOR HILFT HEILEN

Das Bild von Marylin, wie sie mit einem strahlenden Lachen auf ihrem Dreirad sitzt und mir stolz und überglücklich das Foto von ihrem Clown zeigt, hat sich tief ein mein Gedächtnis eingebrannt. Im April 2009 kam mir dann die Idee, ein Projektbuch zu schreiben und mit dem Verkauf einen sinnvollen Gedanken zu unterstützen. So habe ich über sechs Monate Glücksgeschichten aus der Bevölkerung zusammentragen und in diesem Buch die besten veröffentlicht. In Gedenken an Marylin und weil ich die Arbeit der Klinikclowns für unverzichtbar wertvoll halte, entschied ich mich für die Stiftung HUMOR HILFT HEILEN von Dr. med. Eckart von Hirschhausen. Das daraus entstandene Buch „Wenn rote Nasen reisen …“ ist ab sofort für 15,90 Euro im Buchhandel erhältlich (ISBN: 978-3-8391-1747-7).

Lieber Leser, weinend kommen wir auf diese Welt Helfen sie mit, dass wir sie fröhlich verlassen können, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

Carina Mathes

Bamee moo – 12.000 Kilometer für eine Suppe

Kategorie: Genuss, Reisen am Montag, 10. August 2009 von Gast6 Kommentare

Reisebericht Thailand von Rolf Henniges

Meine große Liebe: Bamee moo

Meine große Liebe: Bamee moo

Ich habe sie alle genervt. Vom ersten Tag meiner Rückkehr aus dem Thailand-Urlaub. Und das war heute vor fast exakt einem Jahr. Jedem, der es nicht hören wollte, hab‘ ich von ihr vorgeschwärmt: Bamee Moo – eine thailändische Suppe, die ab Dämmerungsbeginn direkt an den Straßen in einer Art überdachter Schubkarre gekocht und ausgeschenkt wird. Bei 30 Grad im Schatten.

Jetzt stehe ich am Bahnhof, das Thermometer zeigt minus sieben Grad. Ich warte auf den Zug, der mich von Stuttgart zum Frankfurter Flughafen bringt. In spätestens 36 Stunden werde ich wieder an diesem Suppenstand auf der Insel Koh Samui stehen. Dann wird der Geschmack, der mich ein Jahr lang wie ein Schatten verfolgt hat, in meinen Gaumen zurückkehren. Noch ist das schwer vorstellbar. Feuchte Kälte durchdringt meine leichte Kleidung, der Schneematsch hat die Mokassins aufgeweicht. Einsteigen in den ICE, Endziel Hamburg-Altona, über Frankfurt, Kassel und Göttingen. Freies Abteil, weicher Sitz, am Fenster rast die Welt vorbei.

Liebe geht durch den Magen.

Liebe geht durch den Magen.

Exakt 358 Tage sind seit meinem Suchtbeginn vergangen.

Damals, an meinem zweiten Urlaubsabend, hat mich Neugier aus dem sterilen Urlaubsressort gelockt, und Bamee Moo mich vom ersten Löffel an gefangen genommen. Doch es war nicht nur der Geschmack. Es war ein Stück Lebensgefühl. Etwas, von dem ich in meiner Wohnwabe im Stuttgarter Osten nie gehört hatte, geschweige denn es spüren konnte: 2,5 Zimmer, 64 Quadratmeter, Bad mit WC. Fenster mit Blick auf die Stahlbetonwand des Hauses gegenüber. Umgeben vom winterlich belastenden Grau der Wolken, die bis auf den Boden zu reichen scheinen. Ein Abschied ohne Schmerz.

Mannheim, Zwischenstopp. Dreckige Lagerhallen, verrottete Schienenstränge, zerlegte Waggons, in der Ferne ein Funkturm. Noch wenige Minuten bis zum Flughafen. Wird sie wohl noch dort verkauft, am selben Ort? 50 Meter vor einer kleinen Kreuzung, Plastikstühle, Klapptische auf nacktem Boden, der sich bei Regen in glitschigen Morast verwandelt. Von derselben Köchin, mit dem gleichen, unnachahmlichen Geschmack? Ein Gaumengenuss, der scheinbar alle Sinne betört. Etwas, das sich im Unterbewusstsein verankert, mich wie ein Stahlseil umschlingt, und zurück in die Urlaubsflucht zerren möchte.

Jeder Biss ein Druck aufs Knöpfchen der Erinnerung.

Auch in Deutschland kann ich sie förmlich riechen – die Gewürze der Garküche.

Auch in Deutschland kann ich sie förmlich riechen – die Gewürze der Garküche.

Allabendlich gegen 19 Uhr, wenn meine Gedanken aus dem Büro seicht abklingen wie eine Geigensinfonie, und ich auf ein Abendessen starre, das ich mir meistens schnell zusammenmixe, schlägt Wehmut über mir zusammen wie eine riesige Welle. Jeder Biss ist da ein Druck aufs Knöpfchen der Erinnerung. Meine Kücheneinrichtung verschwimmt vor meinen Augen. Ich sehe wieder eine fremde, exotische Welt, sprudelndes Leben. Und ich fühle mich mittendrin. Auf dem kippelnden Stuhl vor einem abgegriffenen Tisch, neben einem spärlich beleuchteten Suppenstand. Ein paar Handbreit entfernt vom tosenden Verkehr, der sich im Nadelöhr des Städtchens Mae Nam automatisch verlangsamt. Es riecht nach den Gewürzen der Garküche, nach Sauna, Schweiß und Meer. Es riecht nach Leben.

Dieser Geruchsmix ist sowohl in meiner Wohnung, als auch jetzt hier im Zug schwerlich zu erahnen. Draußen verwischen Pferdekoppeln, blassgrüne Wiesen, spiegelnde Pfützen, flurbegradigte Bäche, an deren Ufern sich Weiden eingenistet haben, und graubraune Teerbänder, auf denen Autos rollen, die selbst am Tag mit Licht fahren. Hoch aufragende Betonschlote, die ihre Pest in die Luft wirbeln. Lkw-Karawanen, Stahlhallen, Containerberge. In der Ferne der Odenwald, aus der Distanz nichts weiter als eine Hügelkette, die wirkt, als wäre sie aus einen Stück Schatten geschnitzt.

Flug ins Nudelsuppenglück

Flug ins Nudelsuppenglück

Ich halte Ausschau nach Eisbären und Pinguinen.

12.38 Uhr: Ankunft am Flughafen. 13.25 Uhr: einchecken bei Emirates, Flug EK46 nach Dubai. Zweimaliges Röntgen des Handgepäcks. 14.25 Uhr: Abflug. Flughöhe 11.000 Fuß: In den ovalen Löchern des Flugzeugrumpfs wandert eine glitzernde, von der Sonne bestrahlte Wolkendecke, die aussieht wie eine Eislandschaft. Unwillkürlich halte ich Ausschau nach Eisbären und Pinguinen, kann es immer noch nicht fassen, dass mich in weniger als 18 Stunden wohlige Wärme umschließt. 5 Stunden, 20 Minuten berechnete Flugzeit bis zum Zwischenstopp in Dubai. Die zu zerstreuen, steht eine Auswahl von 600 digitalen Kanälen bereit. 200 Filme, unzählige Musikalben. Es gelingt.

Soll ich, oder soll ich nicht?

Hart setzt die Boeing auf dem International Airport Dubai auf. 3.25 Stunden Aufenthalt. Das Shoppen werde ich mir für den Rückweg sparen. Es ist ein Spaziergang unter goldenen Palmen, durch eine Welt voller Glamour. Porsche. Armani. Gucci. Chanel. Jaeger-LeCoultre. Im zweiten Stock des Shopping-Eldorados reihen sich diverse Imbisse aneinander. McDonalds, Pizza-Hut, Indian-Food, pakistanische Köstlichkeiten, französische Cuisine. Am Ende des kulinarischen Catwalks, von dem man durch eine opulente Glasfläche Blick auf einen Teil des riesigen Fluggeländes hat, auch eine Art thailändisches Fast-Food-Restaurant. Im Angebot: Nudelsuppe. Ich stehe gebannt vor dem Tresen. Starre. Warte. Kämpfe mit mir. Soll ich, oder soll ich nicht?

Airport Dubai – Zwischenstopp

Airport Dubai – Zwischenstopp

Bis heute hat es keine andere mit dem Original von der Straßenkreuzung aus Mae Nam aufnehmen können. Seit Suchtbeginn habe ich Bamee Moo in rund 30 thailändischen Restaurants in ganz Deutschland geordert und selten bekommen. Wenn, dann war es immer ein Reinfall. Fade. Bisslos. Verwürzt. Eine Flamme ohne Feuer. Selbst an meinem Geburtstag, als ich die Suppe nach einem Rezept aus dem Internet selbst zubereitet habe, hatte diese geschmacklich ungefähr so viel mit dem Original gemein, wie ein Gummibärchen mit einer Ölsardine. Dabei hatte ich mir größte Mühe gegeben. War auf der Suche nach frischen Kräutern einen Tag durch Stuttgart gehetzt, und hatte den Sud schon einen Tag zuvor angesetzt, damit er das richtige Aroma bekommt. Doch erstens sind dieselben Kräuter nicht so aromatisch wie in Thailand, zweitens ist die Nudelqualität ausschlaggebend, drittens konnte ich nirgendwo gekochtes und speziell mariniertes Fleisch bekommen, und letztlich bleibt es immer ein Geheimnis, was und wie viel in den Sud kommt, der die einzelnen Zutaten letztlich übergießt und die kulinarischen Puzzlestücke zu einem köstlichen Gesamtbild zusammenfügt.

Ich döse, sehe dampfende Suppen, die im Licht vorbei rauschender Autos aufblitzen.

Nussig. Scharf. Süß. Crisp. Salzig. Herzhaft. Herb. Fleischig. Frisch. Vital. Voll.

Nussig. Scharf. Süß. Crisp. Salzig. Herzhaft. Herb. Fleischig. Frisch. Vital. Voll.

6,5 Stunden Weiterflug bis Bangkok. Während des Fluges schielt jeder nach seinem Nachbarn, beobachtet, wie er den Joy-Stick, der den Fernsehcomputer führt, bedient. Ein stiller Wettkampf entbrennt darüber, wer sich durch das Menü aus abertausend Möglichkeiten zuerst ans Ziel manövriert. Oder sich die Mahlzeiten möglichst ohne zu kleckern oder seinem Sitznachbarn den Ellenbogen in die Nieren zu bohren, einverleiben kann. Trotz der Enge in der Economy-Class gelingt es mir, ein wenig zu relaxen. Ich döse, sehe dampfende Suppen, die im Licht vorbei rauschender Autos aufblitzen. Sehe Menschen, denen es gelingt, per Stäbchen jede Nudel einzeln zu schnappen, sie zu drehen und elegant in den Mund zu führen. Bamee Moo ist neben Pad Thai, einem im Wog gegarten Mix aus Glasnudeln, Ei, Huhn und diversen Gewürzen, das zweite Nationalgericht des Landes. Mit Preisen zwischen 20 und 35 Baht (40 bis 75 Cent) ist die Suppe darüber hinaus für jeden erschwinglich. Zum Vergleich: Eine Dose Bier kostet 40 Cent, der Liter Benzin ist für 60 Cent zu haben. Handwerker verdienen zwischen 6.000 bis 10.000 Baht (rund 130 bis 230 Euro) pro Monat. Bamee Moo gilt als Armeleuteessen. Ein Gericht, das ursprünglich aus China stammt, und weder in den Urlaubsressorts noch in den meisten thailändischen Restaurants auf der Karte steht. So ist es nur verständlich, dass mich meine Freundinnen für verrückt erklärt haben: 12.000 Flugkilometer, 13 Stunden zusammengefaltet in einer Sitzbatterie wie eine Legehenne ausharren, 24 Stunden beinah ohne Schlaf – für dünne Teigwaren, die im Wasser schwimmen. Verrückt? Vielleicht. Ansichtssache. Doch was ist daran falsch, Träume zu haben und sie zu verwirklichen?

Endlich angekommen!

Endlich angekommen!

Unter mir spannt sich die glitzernde Decke des Meeres bis zum Horizont.

Weiche Landung in Bangkok, das völlig unter einer Dunstglocke begraben ist. Aussteigen. Langer Gang. Einreisestempel. Für einen Aufenthalt bis zu vier Wochen benötigt man als Deutscher Staatsbürger kein Visum. Gepäckausgabe. Letzte Tür. Noch eine Stunde ausharren, dann wird mich eine Boeing per 50-minütigem Flug nach Koh Samui bringen. Der Flughafen der Insel galt lange als einer der kleinsten weltweit. Zumindest, wenn man davon ausgeht, dass Bangkok Airways, denen die 1.440 Meter kurze Piste gehört, ihn mit einer relativ großen Boeing anfliegt. Erst beim Durchstoßen der Dunstglocke wird mir klar, wie dicht ich meinem Traum auf den Fersen bin. Unter mir spannt sich die glitzernde Decke des Meeres bis zum Horizont. An dessen Ende mich ein zweiwöchiger Urlaub unter Palmen mit Bamee Moo erwarten. Ich möchte jubeln, einfach losschreien. Vor so viel Glück.

Eigentlich ist die Suppe ein simples Gericht.

Suppenstand in Mae Nam: Um nichts in der Welt will ich jetzt woanders sein. Oder gar etwas anderes essen.

Suppenstand in Mae Nam: Um nichts in der Welt will ich jetzt woanders sein. Oder gar etwas anderes essen.

Ein zwei- bisweilen dreigeteilter Topf wird von einer Gasflamme erhitzt. In dem einen Teil ist Wasser, das zum Erhitzen der Nudeln dient. In den anderen köchelt Sud. Diese sind je nach Garköchin verschieden und gelten als Geheimnis. Als Basis werden oft Knochen ausgekocht. Hinzu kommen zerstampftes, in Chiliöl eingelegter Knoblauch, Sojasoße, Salz, in Scheiben geschnittener Kohlrabi, zerstückelte Riesenpaprika und diverse Gewürze. Die Nudeln liegen offen aus, man kann aus bis zu sieben Sorten wählen. Sie werden in einer Schöpfkelle rund eine Minute im kochenden Wasser geschwenkt. Nebenbei werden in einer Schale die weiteren Bestandteile trocken aufgeschichtet. Grünes, geschnittenes Stangengemüse, grüner Chinakohl, gewürfelte Frühlingszwiebeln, Sojasprossen, zerkleinerte Erdnüsse, in Öl frittierter Knoblauch, Blätter der Thai-Petersilie, ein Spritzer Fischsoße als Salzersatz, eine Prise Zucker. Hinzu kommen je nach Kundenwunsch Fischbällchen, Krabbenfleisch, geronnenes Blut oder gekochtes Rindfleisch. Mein Favorit: dünne Scheiben Schweinefleisch aus einem länglichen Filetstück, das zuerst gekocht und anschließend mariniert wird. Anschließend werden die Nudeln hinzu gegeben und das Ganze mit dem Sud aufgegossen. So bleibt das Gemüse knackig, die Nudeln bissfest und das Fleisch herzhaft. Alle Zutaten behalten ihren Eigengeschmack.

Es ist 16.20 Uhr als der Stahlvogel aufsetzt. Ein kleiner bunter Wagen, einer Kindereisenbahn ähnlich, bringt mich zur Gepäckausgabe. Palmen wiegen im warmen Luftstrom, der zärtlich über meine Haut streicht. Draußen vor der Gepäckausgabe warten Taxen. Zwei Stunden später, mein Gepäck ist noch nicht ausgepackt, steht verlassen im Zimmer, sitze ich auf einem wackligen Stuhl. Es ist derselbe Stuhl. Derselbe Tisch. Dieselbe Köchin.

Und derselbe, unnachahmliche Geschmack. Nussig. Scharf. Süß. Crisp. Salzig. Herzhaft. Herb. Fleischig. Frisch. Vital. Voll. Menschengedränge. Strömender Verkehr. 32 Grad, 90 Prozent Luftfeuchtigkeit, in der Ferne ein Gewittersturm und die Brandung der Wellen. Um nichts in der Welt will ich jetzt woanders sein. Oder gar etwas anders essen.

Becoming centered

Kategorie: Gesellschaft am Mittwoch, 29. Juli 2009 von GastKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Mandala created by Taro

Mandala created by Taro

Once it happened in the days of Buddha, that one of the most famous and beautiful prostitutes fell in love with a Buddhist monk, a bagger. She asked him to come to her home  and stay during the rainy season for four months, when Buddhist monks stop there traveling. The monk said, ”I will have to ask the master. If he allows it, I will come.” The other monks became very jealous. When the young man came to Buddha and made his requests, many heard it. They all stood up and said, ”This is wrong. Even to have allowed that woman to touch your feet was wrong, because Buddha has said, don’t touch a woman, don’t allow a woman to touch you. You have broken the rule, and now you are asked to stay with the woman for four months!”

But Buddha said, ”I have told you not to touch a woman, not to be touched by a woman, because you are not yet centered. For this man, that rule is no more applicable. I could see that he can walk alone by himself – he is no more part of the crowd.” And to the monk he said, “yes you are allowed”. Now, this was too much! Never had to be done before. All the disciples were angry, and for months, thousands of gossips went around exaggerating what was happened in Amrapalli’s house – that the monk was no longer a monk, that he had fallen.

After four months, then the monk came back, followed by Amrapalli, Buddha looked at them and said, ”woman, have you something to say to me?”. She said, ”I have come be initiated by you. I try to distract your disciple – I failed. This is my first defeat. I have always succeeded with men, but I could not distract him, Not even an inch. A great desire has arisen me too: How I can obtain this centering. “He lived with me, I danced before him, I sang before him, I try to allure him in every way, but they always remained himself. Not for a single moment have I seen any clouds in his mind by any desire in his eyes. I try to convert him – that he has converted me, and not saying a single word. He has not brought me here, I have come on my own. I have known for the first time, what dignity is. I would like to learn the art.” She became a disciple of Buddha.

He always walks by himself, there is no way to push them here and there. He remains utterly himself so centered is he, so rooted is he in his being. Stay centered. Don’t allow yourself to be manipulated by the opinions of others or by their attempts to push you here and there. Don’t fall to the levels of others. Don’t try to change the circumstances of your life, try to change your attitudes. Use the outer situation to change the inner state. Changing the situation is not much of a change – you are fooling yourself and the world. The real religion consist of changing the state of consciousness. Search for the higher. Once you have known the higher reaches of your energy, the lower starts withering of his own accord. That is real religion.

In Peace we are. Taro

Wer möchte glückliche Momente spenden?

Kategorie: Gute Nachrichten am Dienstag, 21. Juli 2009 von Gast1 Kommentar

Carina Mathes

Carina Mathes

Carina Mathes aus Erkelenz (Kreis Heinsberg) startet unkonventionelles Buchprojekt

Wie Lachfältchen sich in das Gesicht eines Menschen eingraben, der oft fröhlich war, hinterlassen Gefühle im Hirn ihre Spuren. Denn die Wirkung von Emotionen wie Freude oder Trauer, die wir immer wieder erleben, ähnelt der von Wassertropfen, die einen Berghang hinabfließen: Jeder  Tropfen für sich ist rasch wieder verschwunden, aber viele Tropfen graben sich mit der Zeit ein Bachbett, einen Flusslauf, ein Tal. Fröhlichkeit kann zur Gewohnheit werden, Missmut ebenso. Deshalb gilt es, positive Gefühle zu kultivieren und negative in Zaume zu halten.

Grund genug für die 28-jährige Heinsbergerin mit einem unkonventionellen Buchprojekt noch mehr Menschen am Glück teilhaben zu lassen. Die pfiffige Idee dahinter: Carina Mathes möchte ein Buch mit ganz individuellen Glücksmomenten verschiedener Menschen zusammenstellen. Und gleichzeitig noch die Stiftung “Humor Hilft Heilen” des bekannten Autors und Kabarettisten Dr. Eckart von Hirschhausen unterstützen. Was anfangs zunächst als ein Projekt für den Kreis Heinsberg geplant war, nimmt inzwischen aufgrund der regen Resonanz bereits überregionale Dimensionen an.

Gefragt sind Geschichten rund ums Glück. Carina Mathes: “Ich suche individuelle Geschichten. Geschichten, wo Menschen sagen, da hatte ich Glück im Unglück, oder einfach Erlebnisse, an die sie sich gerne erinnern. Auf diese Weise soll ein Buch mit Geschichten rund ums Glück entstehen. Dabei muss es nicht um den glücklichsten Moment im Leben gehen, auch Erlebnisse und Erfahrungen mit dem ganz einfachen, täglichen Glück sind gefragt.“

Der Redaktionsschluss für das Buch ist der 31.08.2009. Wer sich also beteiligen möchte, sollte schnellstmöglich seinen Text (Umfang eine halbe bis eine DIN-A-4-Seite, Name, Alter und Anschrift nicht vergessen) an Carina Mathes schicken, handschriftlich, getippt oder auch per Mail. Geplant ist, die Texte mit Vornamen und Wohnort der jeweiligen Autoren zu kennzeichnen. Die Stiftung “Humor Hilft Heilen“ möchte die Erkelenzerin auch wegen persönlicher positiver Erfahrungen unterstützen: “Als Zehnjährige habe ich mitbekommen, wie begeistert ein an Leukämie erkranktes Mädchen von den Erfahrungen mit einem Klinik-Clown war, das hat mich immer beschäftigt. So soll auch der Verkauf des Buches lediglich die Unkosten decken, einen möglichen Gewinn möchte sie voll der Stiftung „Humor Hilft Heilen“ spenden.

Zweck des Buches ist jedoch nicht nur die Hirschhausen-Stiftung. Ganz im Sinne des Mottos „Glück ist ansteckend“ erklärt Carina Mathes: Wer eine glückliche Geschichte aufschreibt, macht sich zunächst selber glücklich. Wenn er sie dann auch noch spendet, macht er damit viele andere Menschen glücklich.“ Und wer möchte nicht auf diese Weise Glück spenden?

INFO:

Carina Mathes, Ringstraße 24, 41812 Erkelenz

Mail: Kontakt@carinamathes.de

www.carinamathes.de


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