Mundraub ausdrücklich erwünscht
Kategorie: Genuss, Gesellschaft, Gute Nachrichten am Freitag, 27. August 2010 von Christine Reichmann – Kommentieren Sie diesen Eintrag als ErsterEine Initiative zeigt, wo herrenlose Bäume stehen, die beerntet werden möchten.
Äpfel nördlich von Köln, Kirschen im Süden – herrenloses Obst wird nun zur Ernte freigegeben. Und wo man es genau findet, zeigt das eigens zu diesem Zweck eingerichtete Internetportal www.mundraub.org. Die Berliner Initiative listet auf ihrer Seite Standorte vergessener Obstbäume, die keinen Besitzer bzw. Nutzer haben, auf. Oft handelt es sich bei dem Obst sogar um kostbare alte Sorten. Gleichzeitig macht mundraub.org deutlich, dass vermeintlich herrenlose Bäume jemandem gehören könnten. Und das heißt, dass man sich immer zuerst vergewissern sollte, ob die zu beerntenden Obstbäume jemandem gehören. Aus diesem Grund ist die mundraub-Webseite interaktiv angelegt. So können Besitzer von herrenlosen Bäumen diese freigeben und Finder ausdrücklich verlassener Ernten diese in die Karte auf mundraub.org eintragen. Dabei legen die Initiatoren sehr viel Wert auf das richtige Maß. Deshalb bestehen die AGB aus vernünftigen Appellen: Nur offensichtlich herrenlose Pflanzen dürfen abgeerntet werden. Und das auch nur für den eigenen Bedarf und nicht zu kommerziellen Zwecken. Zudem wird von echten Mundräubern erwartet, dass sie verantwortungsvoll handeln und auf die Natur Rücksicht nehmen. Das heißt zum Beispiel, dass sie Wildtieren und Vögeln genügend Nahrung übrig lassen. In diesem Sinne: Fröhliches und verantwortungsvolles Mundräubern! (Inspiriert von Kölner Stadt-Anzeiger Magazin Nr. 199)


