Gesundheit

Anständig essen

Kategorie: Gelesen, Genuss, Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Mensch & Tier am Freitag, 15. April 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
"Manchmal wünschte ich, ... ein Grillfest wäre wieder ein großes Vergnügen, ohne das dafür an finsteren Orten ... gelitten wird."

"Manchmal wünschte ich, ... ein Grillfest wäre wieder ein großes Vergnügen, ohne das dafür an finsteren Orten ... gelitten wird."

Bekannt geworden ist die Autorin Karen Duve mit ihren Romanen, beispielsweise dem “Regenroman”. Doch nun ist ihr sogenannter “Selbstversuch” erschienen … Bis vor einiger Zeit gehörte Karen Duve nicht gerade zu den Gesundheitsaposteln. Bratwürstchen, Gummibärchen & Co wanderten regelmäßig in ihren Einkaufskorb. Doch dann zog sie mit einer Freundin zusammen, die aufschrie, als Karen zur “Grillhähnchenpfanne für 2,99″ griff. Und Karen musste zugeben, dass das Leben der “Grillhähnchenpfanne” vor ihrer Schockfrostung doch eher unerfreulich gewesen war. Schnell stellte sie sich grundlegende Fragen:

Darf man Tiere essen? Und wenn nicht, warum ist das Essen von Pflanzen erlaubt? Wo beginnt die menschliche Empathie und was ist übertrieben? Was sind wir bereit, aus Rücksicht auf Mitlebewesen zu opfern?

Kurz darauf wollte Karen Duve es wissen. Und so testete sie jeweils für zwei Monate Ernährungsweisen mit moralischem Anspruch: biologisch-organisch, vegetarisch, vegan und frutarisch. Gleichzeitig setzte sie sich mit der jeweils dahinterstehenden Weltsicht auseinander. Zum Ende ihres Selbstversuchs traf Karen Duve für sich die Entscheidung, wie sie sich in Zukunft ernähren und wie sie leben will.

Schnitzel oder Tofuburger?

(Selbst)kritisch und mit einer gehörigen Portion Galgenhumor ist dieses Buch ein echter Pageturner. Schonungslos beschreibt Karen Duve, was wir alle wissen sollten, bevor wir uns bewusst das nächste Schnitzel oder das nächste Stück Käse in den Mund schieben. Aber vielleicht wollen wir das ja, nachdem wir dieses Buch gelesen haben, gar nicht mehr. Ich ernähre mich nun seit anderthalb Jahren konsequent bio-organisch und vegetarisch und muss sagen, dass ich nichts vermisse. Seit Kurzem setze ich mich zudem intensiv mit der veganen Ernährungs- bzw. Lebensweise auseinander und verzichte nun auch weitgehend auf tierische Produkte.

Das erhellende Buch von Karen Duve möchte ich jedem wirklich ans Herz legen. Wie jeder isst und lebt, entscheidet natürlich jeder selbst. Aber ich finde, dass jeder diese Entscheidung bewusst und verantwortungsvoll treffen sollte. Und dabei ist dieses Buch wirklich eine großartige Unterstützung.

Attila – der vegane Jamie Oliver

Heute hat mir eine Freundin einen tollen Link zur Internetseite von Attila Hildmann geschickt. Attila gilt als der vegane Jamie Oliver. Und nachdem ich mir seine aktuellste Kochsendung auf YouTube angeschaut hatte, habe ich mir sofort sein neuestes Kochbuch bestellt. Ich bin schon sehr gespannt und werde in ein paar Tagen sicher darüber berichten.

Weitere Lesetipps zum Thema “Ernährung”: “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer, “Vegetarische Ernährung” von Claus Leitzmann und Markus Keller

Tolle vegetarische Kochbücher: “World Food Café” von Carolyn und Chris Caldicott, “Vegetarisch nach Lust und Laune” von Rolf Hiltl

Empfehlenswerte und unterstützenswerte Organisationen, die unverzichtbare Arbeit leisten und Sie mit wichtigen Informationen versorgen: Deutscher Vegetarierbund, Albert-Schweitzer-Stiftung, PETA

Vegane Lebensmittel erhalten Sie z. B. über folgende Online-Shops: www.govinda-natur.de, www.vegan-wonderland.de

Und wie immer freut sich die Frohe Botschafterin über weitere wertvolle Beiträge, Infos, Tipps und Links zu diesem Thema.


Caterer reduzieren Fleischangebot

Kategorie: Genuss, Gesellschaft, Gesundheit, Gute Nachrichten, Mensch & Tier am Montag, 7. Februar 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Eine Schlüsselrolle in der Verpflegung der Bevölkerung übernehmen die großen Caterer, die in zahlreichen Unternehmen sowie in öffentlichen und sozialen Einrichtungen die Kantinen betreiben. In den Führungs- und Nachhaltigkeitsetagen der Caterer sprechen sich die vielen negativen Auswirkungen des Fleischkonsums langsam aber sicher herum. Deshalb werden in fortschrittlichen Unternehmen  bereits Konzepte umgesetzt, um das Fleischangebot zu reduzieren.

Zu diesen Unternehmen gehört bereits seit einem Jahr der größte Catering-Anbieter der Welt, die Compass Group, die mit ihrer Initiative „Be a Flexitarian“ dazu aufruft, weniger bzw. gar kein Fleisch mehr zu essen und dazu auch ein entsprechendes Angebot schafft. Jetzt hat sich Sodexo, ebenfalls einer der weltweit größten Catering-Anbieter der »Meatless Monday«-Bewegung angeschlossen und serviert in den USA an Montagen nur noch vegetarische Kost. Und sogar McDonald’s testet Berichten zufolge ein komplett vegetarisches Konzept.

Langsam aber sicher bewegt sich auch die Politik: Jochen Flasbarth, Präsident des Umweltbundesamtes, bezeichnete jüngst die industrielle Tierproduktion als »falschen Weg« und forderte ein »Umdenken bei Lebensstil und Konsumgewohnheiten« hin zu einem deutlich geringeren Fleischverbrauch. Kampagnen in diese Richtung werden inzwischen sogar von der EU finanziell unterstützt. So beispielsweise das Projekt Halbzeitvegetarier, das FleischesserInnen dazu aufruft, sich paarweise zusammenzutun, um den Fleischkonsum zu halbieren. Diese Aktion ist für all jene gedacht, die sich bislang eine rein vegetarische Ernährung nicht vorstellen können, jedoch bereit sind, ihren Fleischkonsum deutlich zu senken. (Inspiriert von Albert Schweitzer Stiftung)

VeggieWorld – Die Messe für nachhaltiges Genießen

Kategorie: Genuss, Gesundheit, Mensch & Tier am Freitag, 4. Februar 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Wer mehr übers vegetarische und vegane Genießen wissen möchte, der hat vom 11. bis zum 13. Februar in Wiesbaden die Gelegenheit, die Messe »VeggieWorld« zu besuchen. »Die Messe für nachhaltiges Genießen« findet unter der Trägerschaft des Vegetarierbundes Deutschland (VEBU) statt. Was Sie dort erwartet? Ein vielseitiges Vortragsprogramm mit vielen renommierten Referenten:

Der Leiter des Instituts für alternative und nachhaltige Ernährung (IFANE) Dr. Markus Keller erklärt wie die Ernährung zur Prävention von Krankheiten betragen kann und bietet im Anschluss individuelle Ernährungsberatung. Extrem-Ausdauersportler Arnold Wiegand berichtet über seine Ernährung und seine Erfahrungen aus mehreren Ultra-Triathlons. Wie wichtig das richtige Essen beim Yoga ist, erläutert Personal Fitness Coach Kathleen Schwiese. Klimaforscher und Buchautor Martin Schlatzer stellt die neuesten Erkenntnisse über den Zusammenhang zwischen unseren Essgewohnheiten und globaler Erwärmung vor und auch die Vorteile und Besonderheiten einer veganen und rohköstlichen Ernährung werden in Vorträgen vorgestellt. Die ethische Dimension des Essens diskutieren in einer Podiumsdiskussion die Autorin Karen Duve, der Geschäftsführer des Vegetarierbundes Sebastian Zösch und zwei Verfechter der fleischhaltigen Kost.

Um Augen und Gaumen zu verwöhnen gehören auch Kochshows zum Programm der »VeggieWorld«. Die Preisverleihung des »Kochbuch des Jahres 2011« rundet das Programm ab.

VeggieWorld Wiesbaden 2011
11.- 13.02.2011
Öffnungszeiten:
Fr.- So. 10 – 18 Uhr
Rhein-Main-Hallen
Rheinstr. 20
Eingang Diana Brunnen
65185 Wiesbaden

Weiter Informationen finden Sie unter: www.veggieworld.de

(Inspiriert von Albert Schweizer Stiftung)

World Food Café

Kategorie: Gelesen, Genuss, Gesundheit, Kultur, Reisen am Freitag, 28. Januar 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Köstliche vegetarische Gerichte aus aller Welt

Köstliche vegetarische Gerichte aus aller Welt

Nachdem ich selbst nur Gutes über das vegetarische Kochbuch “World Food Café” gelesen hatte, habe ich es mir gleich bestellt und war natürlich sehr gespannt. Als es bei mir eintraf, habe ich sofort darin geblättert und geschmökert. Das erste Gericht, das ich daraus gekocht habe, war unglaublich lecker: eine marokkanische Harira-Suppe. Neben fein aufeinander abgestimmten Gewürzen wie Ingwer, Kurkuma und Koriander besteht diese köstliche Suppe aus Kartoffeln, Karotten, Selleriestangen, grünen Linsen, Tomaten und Kichererbsen. Nachdem das erste Gericht ein absoluter Volltreffer war, habe ich ein paar Tage später gleich das nächste gekocht: ein feines Tabbouleh nebst Fallafel und selbst gemachtem Hummus. Ein Traum! Wer auf der Suche nach neuen vegetarischen Geschmackserlebnissen ist, wird in diesem Kochbuch von Carolyn & Chris Caldicott sicher fündig. Die beiden sind viele Jahre um die Welt gereist, um Bilder, Geschichten und Rezepte zu sammeln. Und so finden sich in ihrem Buch neben Bildern und kleinen Geschichten, exotische Gerichte aus Afrika, dem Nahen Osten, Indien, Asien, Mittel- und Südamerika. Die Zutaten sind leicht erhältlich und die Gerichte einfach nachzukochen. Damit beweisen die beiden, dass vegetarische Kost nicht nur lecker und abwechslungsreich, sondern wirklich aufregend sein kann. Guten Appetit!

Den Fischen zuliebe

Kategorie: Gelesen, Genuss, Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Mensch & Tier am Sonntag, 31. Oktober 2010 von Christine Reichmann1 Kommentar
Geschichten übers Essen sind Geschichten über uns – über unsere Geschichte und unsere Werte.

Geschichten übers Essen sind Geschichten über uns – über unsere Geschichte und unsere Werte.

Bei mir kommen seit Anfang des Jahres weder Fleisch noch Fisch auf den Tisch. Aber alle, die auf Fisch nicht verzichten wollen, sollten meiner Meinung nach darauf achten, welchen Fisch sie essen, um Rücksicht auf das ökologische Gleichgewicht zu nehmen. Und das bedeutet, keine Fische zu essen, die durch Überfischung fast ausgestorben sind.

In einem Vergleich von handelsüblichen Fischarten haben 29 Sorten als bedenklich abgeschnitten. Das teilte die Umweltorganisation WWF mit. Zu den Sorten, die “empfehlenswert” sind, gehören laut WWF Hering, Seelachs aus dem Nordatlantik, Dorsch aus der Ostsee sowie Lachs und Forelle aus Bio-Zucht.

Rotbarsch, Dorade aus dem Mittelmeer, Pangasius und tropische Garnelen gehören nicht auf den Teller.

Denn vier Fünftel aller wirtschaftlich genutzten Fischbestände weltweit gelten zur Zeit als überfischt oder bis an die ökologisch vertretbare Grenze befischt.

Und wer mag und sich kundig machen will, verzichtet lieber ganz auf Fisch und sucht sich leckere pflanzliche Alternativen, mit denen man ebenfalls sehr gut und tatsächlich unbedenklich alle lebensnotwendigen Nährstoffe zu sich nehmen kann. Eine hilfreiche Lektüre zu diesem Thema ist der Titel “Vegetarische Ernährung” von Claus Leitzmann und Markus Keller.

Allen, denen unsere Tiere und unsere Umwelt am Herzen liegen, möchte ich an dieser Stelle auch noch einmal das phantastische und erhellende Buch “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer, empfehlen. Eine Rezension zu diesem Titel finden Sie hier auf der Frohen Botschafterin.

(Inspiriert von Kölner Stadt-Anzeiger Nr. 254)


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