Kultur

Wanja und die wilden Hunde

Kategorie: Gelesen, Gesellschaft, Kultur, Mensch & Tier, Reisen am Sonntag, 26. Februar 2012 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Über 10 freilebende Hunde und 86 Bauern am Ende der WeltWow! Ich habe soeben ein grandioses Buch zu Ende gelesen: “Wanja und die wilden Hunde” von Maike Maja Nowak. Wovon dieses Buch handelt? Die Autorin geht in ihrem Buch zurück in die Zeit zwischen 1991 und 1997 – in eine Zeit, die sie im russischen Dorf Lipowka verbrachte. Hier lebte sie mit den dortigen Bauern fast abgeschnitten von der Welt. Und doch tat sich dort für die Autorin ein wahres Universum auf – voll von Einfachheit, Herzenswärme und Nähe. Wanja macht den Anfang und nach und nach finden sich neun weitere Hunde an Majas Seite ein. Die Hunde ebenso wie die russischen Bauern erobern ihr Herz und werden zu wahren Lehrmeistern für ihr weiteres Leben. In faszinierender Art und Weise beschreibt Maja Nowak das wunderbare Zusammenspiel von Hunden und Menschen an einem einzigartigen Ort. Sie lebt heute in Berlin, studierte Hundepsychologie und Verhaltenstherapie für Hunde. In ihrem Dog-Institut in Berlin wendet Maja das an, was sie von Wanja und ihren anderen russischen Hunden gelernt hat. Und dabei handelt es sich nicht um herkömmliche, moderne Hundeerziehungsmethoden, sondern um eine natürliche, hund- und artgerechte Kommunikation. Maja Nowak lässt Hunde Hunde sein und bedient sich der ihnen  eigenen “Sprache”. Das Ergebnis: eine harmonische, liebevolle Beziehung zwischen Hund und Mensch. Wer dieses Buch zur Hand nimmt, wird es vermutlich  – so wie ich – nicht wieder aus der Hand legen, ehe er es zu Ende gelesen hat. Ein Lieblingsbuch für alle, die ihre Hunde und das Leben lieben, für alle, die auf der Suche nach einem spannenden Abenteuer sind und für all jene, die ihrem Hund tief in die Seele blicken wollen … Lesen Sie los!

Ein letztes Gnadenbrot

Kategorie: Gelesen, Gesehen, Kultur, Mensch & Tier am Sonntag, 15. Januar 2012 von Christine Reichmann1 Kommentar

Wie fast jeden Sonntag lese ich zum ausgedehnten Frühstück die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute haben mich gleich auf der Titelseite vier unglaublich, schöne, ästhetische Schwarz-Weiß-Fotos und der dazugehörige Text gefangen genommen: “Ein letztes Gnadenbrot. Auch Tiere werden älter: Und manche dürfen leben, bis der Tod von selbst kommt.”

Natürlich musste ich gleich auf die Seite 56 weiterblättern und den dazugehörigen doppelseitigen Artikel lesen. Aber was mich viel mehr berührt, sind die faszinierenden Bilder, die die amerikanische Fotografin Isa Leshko von greisen Hunden, Schafen, Pferden, Schweinen und vielen anderen Tieren gemacht hat. Die Fotografin hat es geschafft, mit diesen Bildern etwas ganz Besonderes einzufangen, das ich kaum mit Worten beschreiben kann … Für mich sind es Würde und Weisheit der Tiere, die mich tief ins Herz getroffen haben – ob es nun der müde Blick eines zwölf Jahre alten Finnschafes ist oder – mein Liebling – der wissende Blick von Handsome One, einem 33jährigen Vollblutpferdes.

Absolutely in love

Die Fotografin Isa Leshko hat viele der von ihr fotografierten Veteranen persönlich kennengelernt. Für ihr Fotoprojekt “Elderly Animals” reist sie kreuz und quer durch Nordamerika, einen Trip nach Europa hat sie noch geplant. Den Anstoß zu diesem einzigartigen Projekt gab die Alzheimer-Erkrankung ihrer Mutter. Das sei ein Weg gewesen, mit ihrer eigenen Angst vor dem Altwerden und vor der Krankheit umzugehen. “Manche von diesen Tieren brechen dir das Herz”, sagt Leshko. Zum Beispiel ein mit sechs Jahren uralter Truthahn in einem Sanctuary in Kalifornien. “Absolutely in love” sei sie mit diesem Vogel. Andere wiederum hätten so etwas wie Stärke und Würde ausgestrahlt.

Ich verstehe, was Isa damit meint. Denn um mich herum tapst gerade meine betagte Hundedame Emmy und wenn ich in ihre wunderschönen braunen Hundeaugen schaue, ist es diese besondere Magie, die mich gefangen nimmt …

Die Webseite von Isa finden Sie unter www.elderlyanimals.com. Dort sehen Sie nicht nur ihre traumhaften, berührenden Fotos, sondern auch ein ebenso gefühliges Making Of.

(Inspiriert von “Altern ist nichts für Feiglinge”, Frankfurter Allgmeine Sonntagszeitung, 15. Januar 2012, Nr. 2)

Ziemlich beste Freunde

Kategorie: Gesehen, Kultur am Montag, 9. Januar 2012 von Christine Reichmann1 Kommentar

Gestern habe ich einen großartigen Film im Kino gesehen: “Ziemlich beste Freunde”. Worum es geht? Philippe (François Cluzet) führt in seiner Villa in Paris scheinbar das perfekte Leben. Er hat unglaublich viel Geld, ist adlig, gebildet und verfügt über eine Heerschar an Hausangestellten. ABER: Er ist vom Hals an abwärts gelähmt und somit stes auf Hilfe angewiesen. Als Philippe auf der Suche nach einem neuen Pfleger ist, taucht Driss (Omar Sy) – ein junger Schwarzer, der gerade aus dem Gefängnis entlassen wurde – in Philippes wohlgeordneten Leben auf.

Dabei will Driss von Philippe eigentlich nur einen Bewerbungsstempel für seine Arbeitslosenunterstützung und auf den ersten Blick scheint sich das charmante Großmaul aus den Banlieus auch überhaupt nicht als Anwärter auf den Pflegerjob zu eignen. Doch Driss’ unbekümmerte, freche Art mach Philippe neugierig und er engagiert Driss auf Probe. Aber passen Mozart und Earth, Wind & Fire, Poesie und derbe Sprüche, Anzüge und Kapuzenshirts wirklich zusammen? Wer das herausfinden möchte, schaut sich den Film einfach an und wird mit Sicherheit – genau wie ich – gefangen genommen von einer verrückten, wunderbaren Freundschaft, die Philippe und Driss für immer verändern wird.


Coco Courage

Kategorie: Gesehen, Kultur, Mode & Lifestyle am Dienstag, 5. Juli 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Coco Chanel trieb Sport. Sie verdiente ihr eigenes Geld und machte den gebräunten Teint salonfähig, wo vormals Blässe als das erstrebenswerte Ideal gegolten hatte. Die Stilikone setzte ihre ganz eigenen Maßstäbe. Als sie vor rund 100 Jahren die Welt der Couture betrat, entwarf sie Kleidung für Frauen, die wie sie aktiv und selbstbewusst waren. Statt auf geschnürte Taillen setzte sie auf Bewegungsfreiheit und fließende Jerseystoffe. Den bodenlangen Roben der Jahrhundertwende stellte sie das knielange Kleine Schwarze gegenüber. Aufwändige Verzierungen waren nicht ihr Ding. Stattdessen schmückten Kamelienblüten und Perlenketten ihre puristischen Modelle. Wer mehr über diese tolle Frau und ihr aufregendes Leben erfahren möchte, dem seien zwei Filme (DVD) wärmstens ans Herz gelegt: “Coco Chanel – der Beginn einer Leidenschaft” und”Coco Chanel & Igor Stravinsky”. (Inspiriert von alverde Juli 2011)

Lesen macht Kinder glücklich

Kategorie: Gelesen, Gesundheit, Kultur am Montag, 27. Juni 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Kids und Jugendliche skypen, chatten und spielen Computergames, aber sie lesen kaum noch. So schauen 73 Prozent der 6- bis 13-jährigen jeden Tag fern, aber nur 15 Prozent lesen regelmäßig ein Buch. Dabei steigt die Zahl der Nichtleser jedes Jahr. Dies wird zu Recht häufig beklagt. Oftmals steht dabei die Sorge um den Erhalt der Kulturtechnik Lesen im Vordergrund, die Fähigkeiten wie Vorstellungskraft, abstraktes Denken und Aufmerksamkeit schärft. Das Lesen von Büchern trainiert den Geist und erweitert den Horizont. Das ist aber – leider – noch nicht alles. Wenn Kinder nicht mehr lesen, drohen sie nicht nur kognitiv, sondern auch emotional zu verarmen. Denn: Erzählte Geschichten bereichern die Innenwelt und schirmen Kinder so von den Härten des Lebens ab.

Lesen schützt vor Depressionen

Ein amerikanisches Forschungsteam hat sogar festgestellt, dass Lesen Jugendliche vor Depressionen schützt. Wer sich an vertraute Erzählungen wendet, wenn er traurig oder einsam ist, wird bald feststellen, dass er sich mit jeder Seite besser fühlt. Er spürt sich stärker mit der Welt verbunden, sobald er in den Erzählkosmos einer Geschichte eintaucht. Beim Lesen schließen wir uns fiktiven Weggenossen an. Und je mehr man sich dabei assoziativ verbunden fühlt, desto stärker hebt dies die Stimmung und das persönliche Wohlbefinden, folgern Shira Gabriel und Ariana Young von der University at Buffalo im US-Staat New York im Rahmen einer Studie.

Geschichten sind Empathielieferanten

Geschichten sind  tolle Empathielieferanten. Dabei verbinden uns Geschichten nicht nur mit den erfundenen Charakteren, sondern auch mit den realen Menschen um uns herum – besonders mit jenen, die dieselbe Geschichte gelesen haben. Wenn wir Abenteuern in Büchern beiwohnen, gönnen wir uns eine Auszeit vom realen Leben. Tauchen wir aus den Geschichten wieder auf, sind wir zufriedener und fühlen uns unseren Mitmenschen näher. Geschichten sind für uns “Abstraktion und Simulation sozialer Erfahrung”, sagt der Psychologe Keith Oatley. Kinder lernen durch Bücher fürs Leben. Und deshalb ist es so wichtig, dass Kinder die Lust am Lesen entdecken. Verschenken Sie also beim nächsten Anlass lieber ein bewusst ausgesuchtes Buch anstelle von Computerspielen, Handys oder Klamotten. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und vielleicht entdecken Sie ja auch Ihre Lust am Vorlesen und führen Kids und Jugendliche so an Bücher heran. (Inspiriert von Kölner Stadt-Anzeiger MAGAZIN Nr. 146)


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