Glück im Unglück
Kategorie: Gehört, Kultur am Montag, 9. November 2009 von Christine Reichmann – Kommentieren Sie diesen Eintrag als ErsterDer größte Hit “I Will Survive” von Gloria Gaynor entstand nach einem schweren Unfall.
Es hört sich zunächst zynisch an, aber zum Glück fiel die Sängerin Gloria Gaynor 1978 von der Bühne. Jetzt werden Sie sich fragen, was ein sechsmonatiger Krankenhausaufenthalt mit einer schweren Rückgratverletzung und einer vorrübergehenden Lähmung mit Glück zu tun hat. Und dies fragen Sie sich zu recht. Denn auch nach ihrem Klinikaufenthalt musste Gloria, als sie das erste Mal wieder ein Studio betrat, noch ein Korsett tragen. Ihre Produzenten hatten damals extra für diesen Anlas ein Lied für sie geschrieben, das ihr im wahrsten Sinne des Wortes den Rücken stärken sollte: “I Will Survive”. Ein Titel, den Gloria damals im selbstbewussten Ton einer Überlebenden sang. Dieses Genesungsgeschenk landete zunächst auf der B-Seite einer Single und wäre dort sicherlich in Vergessenheit geraten, hätten damals nicht mehr und mehr Radio- und Club-DJs diese Single eigenmächtig einfach umgetreht und damit “I Will Survive” zu einer sich selbst erfüllenden Prophezeiung gemacht. Schnell gab Glorias Plattenfirma nach und presste die Single fortan mit getauschten Seiten. Und – die Single stieg in rasantem Tempo zum Nummer-eins-Hit in der amerikanischen Hitparade. “I Will Survive” ist über die Jahrzehnte bis heute zu einer motivierenden Hymne avanciert. Ob als Hymne der Emanzipationsbewegung der 60er und 70er Jahre oder als Überlebenssong der Schwulenbewegung nach den Verwüstungen durch Aids. Hunderte von Coverversionen von Diana Ross bis Robbie Williams zeigen, dass der Song heute noch genauso viel Power hat wie damals. Hut ab, Gloria!
Inspiriert vom Kölner Stadt-Anzeiger Nr. 207/2009




