Das Labyrinth der Wörter
Kategorie: Gesehen, Kultur am Montag, 10. Januar 2011 von Christine Reichmann – Kommentieren Sie diesen Eintrag als ErsterSeit heute habe ich einen neuen Lieblingsfilm: “Das Labyrinth der Wörter”. Eine zauberhafte Romanverfilmung mit Gérard Depardieu (als Germain) und Gisèle Casadesus (als Margueritte) in den Hauptrollen.
Germain ist ein Bär von Mann und nicht der Schlauste. Als er im Park eine reizende alte Dame kennenlernt, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Denn die feinsinnige Margueritte beschließt, den ungebildeten Hünen für die Welt der Bücher zu gewinnen.
Germain stand bisher nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Von der alleinerziehenden Mutter vernachlässigt, in der Schule gescheitert, haust er nun in einem Wohnwagen, züchtet Gemüse und bestreitet mit Gelegenheitsjobs seinen Lebensunterhalt. Neben dem Schnitzen von Holzfiguren gilt sein Interesse vor allem den Tauben im Park. Eines Tages trifft er dort eine zierliche alte Dame. Das scheinbar ungleiche Paar freundet sich an. Als sie anfängt, ihm Romane vorzulesen, öffnet sich für Germain eine völlig neue Welt.
Es ist ein Film der leisen Töne, der gerade dadurch seine fulminante Wirkungskraft erhält. Ich habe den Roman zwar noch nicht gelesen (was ich jetzt aber schleunigst nachholen werde), aber ich bin begeistert, wie der Regisseur Jean Becker die Welt der Worte und der Wörter mit soviel Fingerspitzengefühl in einem Film umzusetzen weiß. Der Film ist traurig, lustig, nachdenklich und sprüht zugleich voller Lebensfreude. Für mich ein wahres, sehenswertes Kleinod, das ich mir bestimmt noch viele weitere Male anschauen werde.

