Vom Suchen und Finden des eigenen Paradieses
„Wie im Himmel“ ist mein absoluter Lieblingsfilm. Fünfmal habe ich ihn in den vergangenen Jahren schon gesehen. Und jedes Mal entdecke ich wieder neue Zwischentöne in diesem vielstimmigen und berührenden Meisterwerk. Der Film erzählt von einem Musiker, dessen Lebenstraum sich erfüllt, als er nach langer Irrfahrt lernt, die Menschen und sich selbst zu lieben. Ein mitreißender und humorvoller Film über das Abenteuer, sein eigenes Paradies zu finden.
Die Geschichte
Der weltberühmte Dirigent Daniel Dareus kehrt nach einem schweren körperlichen Zusammenbruch in sein schwedisches Heimatdorf zurück. Dort will er sich eigentlich von der Welt zurückziehen. Doch es kommt anders als gedacht. Und so findet er, als er das Amt des Kantors antritt, über seine Leidenschaft für die Musik auch zu den Menschen zurück.
„Schon als ich noch ein kleiner Junge war, … wollte ich immer nur eine Musik machen, … die die Herzen der Menschen öffnet … Das war mein Traum“ sagt Daniel in „Wie im Himmel“
Bei seiner Arbeit mit dem Chor der kleinen Gemeinde entfaltet sich vor Daniel Stück für Stück ein ganzer Mikrokosmos menschlicher Sorgen und Nöte. Und so ist er überglücklich, als er erkennt, dass er mit der Musik auch einen Weg in die Herzen der anderen findet. Das ist die Erfüllung seines Traums, mit dem er sich vor Jahrzehnten aus dieser Gegend auf den Weg gemacht hatte.
Der Film nimmt uns mit auf eine faszinierende Reise in den Norden Schwedens und erzählt zärtlich von der zaghaften Entfaltung einer großen Liebe. Dabei richtet der Regisseur seinen genauen, unnachgiebigen, aber immer auch liebevollen Blick auf die Protagonisten. So entsteht ein zugleich facettenreiches und skurriles Porträt dieser kleinen Dorfgemeinschaft.
„Wie im Himmel“ eroberte die Herzen des schwedischen Publikums wie im Sturm, und avancierte mit über zwei Millionen Besuchern (bei acht Millionen Einwohnern!) zu einem der erfolgreichsten Filme in Schweden überhaupt. Diese große Anerkennung für „Wie im Himmel“ wurde durch die Oscar-Nominierung in der Kategorie „Bester ausländischer Film“ noch übertroffen.
Dass sein Film sich solcher Beliebtheit erfreut, deutet der Regisseur und Drehbuchautor Kay Pollak so: „Ich glaube, die Tatsache, dass der Film eine universelle Geschichte von etwas erzählt, wovon wir alle träumen – von der Sehnsucht danach, dem anderen ganz und gar offen und ohne Angst zu begegnen – ist eine Erklärung für den Erfolg.“
Ich fühle, dass eine derart berührende und liebevoll erzählte Geschichte ihren Kern – neben der Professionalität aller am Film Beteiligten – vor allem darin findet, dass sie aus der Liebe heraus entstanden ist. Denn so verstehe ich auch Pollacks eigene Aussage: „Es macht Spaß, Filme zu drehen. Ich liebe eine Sache besonders – nämlich wenn wir, die Schauspieler und das Team im Studio um die Kamera stehen – und das Ziel ist, eine Szene zu maximieren, sie kristallklar zu machen. Diesen Augenblick liebe ich. Ich versuche bei der Arbeit mehr den Gedanken im Kopf zu haben: Wenn’s leicht geht, läuft es richtig. Meine früheren Filme waren finsterer. Ich glaube, heute, wir brauchen Hoffnung. Ich finde außerdem, Kunst sollte Hoffnung vermitteln. Das schließt natürlich Schmerz nicht aus, aber man muss Hoffnung geben.“
Ja, und dies tut Pollack mit seinem Film– in dem natürlich auch die Musik eine Hauptrolle spielt – in meinen Augen par exzellence: „Musik heilt alle Menschen. Diese Sprache ist universell und überwindet alle Schranken. Das ist eine wunderbare Kraft.“ sagt Pollack.
„Der Film birgt und weckt starke Gefühle. Die Musik fließt wie eine religiöse Urkraft. Am Ende geht man glücklich aus dem Kino.“ EXPRESSEN
„Kay Pollak erscheint wie neugeboren als Botschafter für positives Denken und den Glauben an das Vermögen des Menschen zu wachsen – und all das gelingt ihm, ohne prätentiös zu sein.“ GÖTEBORGS-POSTEN
Wunderschön ist auch „Gabriellas Song“, dessen Text für mich soviel Wahrheit in sich birgt:
„Jetzt gehört mein Leben mir
Meine Zeit auf Erden ist so kurz
Meine Sehnsucht bringt mich hierher
Was mir fehlte und was ich bekam
Es ist der Weg, den ich wählte
Mein Vertrauen liegt unter den Worten
Es hat mir ein kleines Stück gezeigt
Vom Himmel, den ich noch nicht fand
Ich will spüren, dass ich lebe
Jeden Tag, den ich habe
Ich will leben, wie ich es will
Ich will spüren, dass ich lebe
Wissen, ich war gut genug
Ich habe mein Selbst nie verloren
Ich habe es nur schlummern lassen
Vielleicht hatte ich nie eine Wahl
Nur den Willen, zu leben
Ich will nur glücklich sein
Dass ich bin, wie ich bin
Stark und frei sein
Sehen, wie die Nacht zum Tag wird
Ich bin hier
Und mein Leben gehört nur mir
Und der Himmel, den ich suchte
Den finde ich irgendwo
Ich will spüren
Dass ich mein Leben gelebt habe“