Kultur

Mit Gewürzen zaubern

Kategorie: Gelesen, Genuss, Kultur, Reisen am Montag, 16. Mai 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Heute finden wir in fast jedem Supermarkt die exotischsten Gewürze.

Heute finden wir in fast jedem Supermarkt die exotischsten Gewürze.

Nun waren die beiden Besitzer des World Food Café (über das gleichnamige Kochbuch berichtete ich bereits) – Carolyn & Chris Caldicott – wieder unterwegs und haben uns aus aller Herren Länder neue Geschichten und Lieblingsrezepte mitgebracht. Diesmal setzen die beiden Leckerschmecker ihren Fokus auf exotische Gewürze. Und so präsentiert uns das neue  Koch- und Geschichtenbuch nicht nur jede Menge köstlicher, fernwehstillender Rezepte. Es enthält zudem eine bunte Mischung aus historischen Fakten, persönlichen Reiseerlebnissen und umwerfenden Bildern, die uns von fremden Ländern träumen lassen. Diesmal werden auch Fleisch- und Fischesser angesprochen, nachdem das erste Kochbuch sich rein auf vegetarische Gerichte konzentriert hat. Aber natürlich finden auch Vegetarier wieder leckere Rezepte. Und sollte sich ein Fleisch- oder Fischgericht gar zu köstlich anhören, einfach kreativ werden und mit mariniertem Tofu ausprobieren. In den meisten Fällen funktioniert das nämlich ganz hervorragend. Also: an die Gewürze, fertig, los!

Carolyn & Chris Caldicott: “Auf den Gewürzstraßen der Welt”, Verlag Freies Geistesleben, 2011

Das Steinzeitrezept

Kategorie: Gesehen, Gesellschaft, Gesundheit, Kultur am Donnerstag, 12. Mai 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Gestern habe ich in der ARD eine interessante Reportage gesehen: “Das Steinzeitrezept”. Die Protagonisten der Reportage zeigen, wie eine steinzeitliche Lebensweise bzw. Elemente daraus Zivilisationskrankheiten von der Allergie bis zum Plattfuß heilen bzw. vorbeugen können. Zu Wort kommen auch einige Ärzte, die dazu den wissenschaftlichen Hintergrund liefern. Ein sehr interessanter Beitrag, den Sie sich nun noch ca. eine Woche lang in der ARD-Mediathek anschauen können. Lassen Sie sich inspirieren und vielleicht werden Sie Teile dieser steinzeitlichen Lebensweise in Ihr Leben integrieren wollen oder tun dies bereits, ohne es zu wissen.

Anständig essen

Kategorie: Gelesen, Genuss, Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Mensch & Tier am Freitag, 15. April 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
"Manchmal wünschte ich, ... ein Grillfest wäre wieder ein großes Vergnügen, ohne das dafür an finsteren Orten ... gelitten wird."

"Manchmal wünschte ich, ... ein Grillfest wäre wieder ein großes Vergnügen, ohne das dafür an finsteren Orten ... gelitten wird."

Bekannt geworden ist die Autorin Karen Duve mit ihren Romanen, beispielsweise dem “Regenroman”. Doch nun ist ihr sogenannter “Selbstversuch” erschienen … Bis vor einiger Zeit gehörte Karen Duve nicht gerade zu den Gesundheitsaposteln. Bratwürstchen, Gummibärchen & Co wanderten regelmäßig in ihren Einkaufskorb. Doch dann zog sie mit einer Freundin zusammen, die aufschrie, als Karen zur “Grillhähnchenpfanne für 2,99″ griff. Und Karen musste zugeben, dass das Leben der “Grillhähnchenpfanne” vor ihrer Schockfrostung doch eher unerfreulich gewesen war. Schnell stellte sie sich grundlegende Fragen:

Darf man Tiere essen? Und wenn nicht, warum ist das Essen von Pflanzen erlaubt? Wo beginnt die menschliche Empathie und was ist übertrieben? Was sind wir bereit, aus Rücksicht auf Mitlebewesen zu opfern?

Kurz darauf wollte Karen Duve es wissen. Und so testete sie jeweils für zwei Monate Ernährungsweisen mit moralischem Anspruch: biologisch-organisch, vegetarisch, vegan und frutarisch. Gleichzeitig setzte sie sich mit der jeweils dahinterstehenden Weltsicht auseinander. Zum Ende ihres Selbstversuchs traf Karen Duve für sich die Entscheidung, wie sie sich in Zukunft ernähren und wie sie leben will.

Schnitzel oder Tofuburger?

(Selbst)kritisch und mit einer gehörigen Portion Galgenhumor ist dieses Buch ein echter Pageturner. Schonungslos beschreibt Karen Duve, was wir alle wissen sollten, bevor wir uns bewusst das nächste Schnitzel oder das nächste Stück Käse in den Mund schieben. Aber vielleicht wollen wir das ja, nachdem wir dieses Buch gelesen haben, gar nicht mehr. Ich ernähre mich nun seit anderthalb Jahren konsequent bio-organisch und vegetarisch und muss sagen, dass ich nichts vermisse. Seit Kurzem setze ich mich zudem intensiv mit der veganen Ernährungs- bzw. Lebensweise auseinander und verzichte nun auch weitgehend auf tierische Produkte.

Das erhellende Buch von Karen Duve möchte ich jedem wirklich ans Herz legen. Wie jeder isst und lebt, entscheidet natürlich jeder selbst. Aber ich finde, dass jeder diese Entscheidung bewusst und verantwortungsvoll treffen sollte. Und dabei ist dieses Buch wirklich eine großartige Unterstützung.

Attila – der vegane Jamie Oliver

Heute hat mir eine Freundin einen tollen Link zur Internetseite von Attila Hildmann geschickt. Attila gilt als der vegane Jamie Oliver. Und nachdem ich mir seine aktuellste Kochsendung auf YouTube angeschaut hatte, habe ich mir sofort sein neuestes Kochbuch bestellt. Ich bin schon sehr gespannt und werde in ein paar Tagen sicher darüber berichten.

Weitere Lesetipps zum Thema “Ernährung”: “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer, “Vegetarische Ernährung” von Claus Leitzmann und Markus Keller

Tolle vegetarische Kochbücher: “World Food Café” von Carolyn und Chris Caldicott, “Vegetarisch nach Lust und Laune” von Rolf Hiltl

Empfehlenswerte und unterstützenswerte Organisationen, die unverzichtbare Arbeit leisten und Sie mit wichtigen Informationen versorgen: Deutscher Vegetarierbund, Albert-Schweitzer-Stiftung, PETA

Vegane Lebensmittel erhalten Sie z. B. über folgende Online-Shops: www.govinda-natur.de, www.vegan-wonderland.de

Und wie immer freut sich die Frohe Botschafterin über weitere wertvolle Beiträge, Infos, Tipps und Links zu diesem Thema.


Sonnige Aussichten

Kategorie: Gesehen, Kultur am Donnerstag, 24. März 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Nach der Erfindung der Pommesbude auf Rädern war dieses Wanderkino wirklich überfällig. Und so rollt das “Sol Cinema” inklusive acht plüschiger Sitzgelegenheiten, Filmvorführer, Platzanweiserin und Popcorn bis ins kleinste britische Dorf und verbreitet Kultur. Vorausgesetzt, der Tag war sonnig. Denn nur, wenn die Solarpanele genügend Strom erzeugt haben, ist der Akku komplett geladen. Dann heißt es: Film ab! – im kleinsten solarbetriebenen Kino der Welt. Mehr Infos finden Sie auf www.thesolcinema.org. (Inspiriert von greenpeace magazin. 2.11)

Aber auch sonst ist ein Kinobesuch natürlich immer sehr empfehlenswert. Wie wär es beispielsweise mit:

“The King’s Speech” mit einem großartigen Colin Firth in der Hauptrolle als britischer König Georg VI – eine berührende Geschichte mit traumhaft guten Dialogen.

“Das Lied in mir” – In diesem Film geht eine hervorragende Jessica Schwarz als Maria in Buenos Aires auf die Suche nach ihren Wurzeln. Tragisch, berührend, schön.

“In einer besseren Welt” erörtert die Frage, ob und wann Gewalt gerechtfertigt ist. Grausam, aber wahr. Philosophisch und lebensnah.

“The Tree” – Kinder verlieren ihren Vater, eine Ehefrau ihren Mann. Ein “sprechender” Baum wird zum Sinnbild dafür, wie jeder seinen eigenen Weg findet, um mit dem Tod eines geliebten Menschen umgehen zu können. Dramatisch, traurig, hoffnungsfroh.

Der alte König in seinem Exil

Kategorie: Gelesen, Kultur am Montag, 7. März 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
"Das Glück, das mit der Nähe zum Tod eine besondere Dichte erhält."

"Das Glück, das mit der Nähe zum Tod eine besondere Dichte erhält."

Gerade habe ich das Buch “Der alte König in seinem Exil” von Arno Geiger zu Ende gelesen. Ein zauberhaftes Buch – auch wenn der ein oder andere jetzt  denken mag, dass ein Buch, das ein Sohn über die Beziehung zu seinem demenzkranken Vater schreibt, nicht zauberhaft sein kann. Es kann! Denn liebevoll erzählt Geiger von seinem Vater, dem die Erinnerungen langsam abhanden kommen, dessen Orientierung in der Gegenwart sich allmählich auflöst: “Da mein Vater nicht mehr über die Brücke in meine Welt gelangen kann, muss ich hinüber zu ihm.” Und so nutzt Arno Geiger die Krankheit seines Vaters als Chance, ihn noch einmal völlig neu kennenzuerlernen. Die beiden verbringen über die Jahre sehr viel Zeit miteinander. Der Sohn geht in Gedanken zurück in seine eigene und die Kindheit seines Vaters, spürt noch einmal nach. Mich hat es sehr berührt, wie Geiger mit seinem Vater umgeht. Wie er sich mehr und mehr auf seinen Vater und dessen “entrückte” Welt einlässt, bis er ein Teil von ihr ist. Das Buch ist nicht traurig, wie man vielleicht ob des Themas vermuten würde. Nein, ganz im Gegenteil – für mich ist es ein Buch, das hoffnungsvoll stimmt. Uns auf das, was auf uns zu kommt, offenherzig einzulassen und die Schönheit in jeder Begebenheit zu sehen. Mehr möchte ich an dieser Stelle über das Buch gar nicht sagen. Nur soviel: Lassen Sie sich ein, lesen Sie dieses Buch und Sie werden etwas Neues entdecken.

“Eine tiefgründige, charaktervolle und zeitlos gültige Auseinandersetzung mit dem, was jeden angeht: Alter und Krankheit, Heimat und Familie … die wertvollste Lektüre des Frühjahrs.” Felicitas Lovenberg in der F.A.Z.

“Ein Autor, der uns das Verstehen ins Herz schreibt.” BRIGITTE

“Lebenswichtige Literatur.” Peter Pisa im KURIER

“Ein starkes, ein erwachsenes, neugieriges, auf berührende Weise beglückendes Buch.” Elmar Krekeler in DIE WELT


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