Mode & Lifestyle

Liebe auf den ersten Blick

Kategorie: Gesellschaft, Mode & Lifestyle am Dienstag, 5. Januar 2010 von Simone Pipek1 Kommentar
Ein wunderschöner Lichtblick erstrahlt in neuem Glanz ...

So schön, dass ich mich gar nicht an ihm satt sehen kann ...

Manchmal passiert’s, ohne dass man daran denkt. Es packt einen, alles fühlt sich richtig an, und man kann den Blick nicht abwenden. Dem einen geht es so bei dem perfekten Paar Manolos im Ausverkauf, dem anderen bei der perfekten Jeans, in der das “Derriere” einfach super-sexy aussieht; mir passiert dies gern und (leider) häufig bei allem, was Inneneinrichtung betrifft. Ich schlendere mit Wonne über Trödelmärkte, durch Einrichtungshäuser, Antiquitätenläden und Accessoire-Geschäfte. Mein Atem verlangsamt sich, mein Blick wird glasig, meine Ohren rauschen. Wie auf Autopilot gestellt, schlendere ich durch die Reihen, fasse alles an, fühle das Material, atme die Geschichte des jeweiligen Objekts der Begierde ein und meine Fantasie macht sich selbständig.

Der perfekte Kristallleuchter

An welcher Wand war dieser Bilderrahmen mit dem Hochzeitsfoto aus den 60er Jahren aufgehängt, wer hat auf diesem Eames-Stuhl gesessen, welche Geschichten hat dieser Beistelltisch  gehört, wie kommt dieser Teekessel aus Russland nach New York? Und dann treffe ich ihn … Den perfekten Kristallleuchter. Allein, rot-dreckig-staubig, mit abgeknickten Drähten und reichlich vernachlässigt in der Ecke liegend. Keiner schaut ihn an, erkennt seine Schönheit – außer mir natürlich. Ich knie nieder, um ihn besser zu begutachten, er hat Federn (Farbe) lassen müssen in seinem Leben, aber seine Schönheit ist in meinen Augen unverkennbar. Als alter Hase im Trödelmarktgeschaft gebe ich natürlich nicht zu erkennen, dass wir (er und ich) bereits beschlossen haben, dass wir zusammengehören. Scheinbar ohne große Begeisterung frage ich, was dieses “alte Ding” wohl kosten solle. Und zu meiner großen (unterdrückten) Freude ist der Betrag geringer, als ich gedacht hatte. Ich handle gar nicht weiter, denn nun möchte ich nichts weiter, als dieses Schmuckstück nach Hause zu bringen.

Gesagt getan, folgt diesem schönen, sonnigen Nachmittag im Oktober auf meinem Lieblings-Trödelmarkt im Schatten einer griechisch-orthodoxen Kirche auf der 25th Street die Grundreinigung im Hause Simone. Alles auseinander nehmen, sorgfältig putzen (wobei noch mehr Farbe verloren geht, aber das passt zu meinem Shabby-Chic). Und mit Freude stelle ich fest, dass der Lüster aus Vollglas besteht und kein Stück Plastik dieses edle Stück veschandelt. Wer hätte das gedacht?

Meine neue Liebe erstrahlt in alter-neuer Schönheit

Etwas später rufe ich meinen Freund James an, den ich dazu auserkoren habe, die Installation zu übernehmen. Gut, an diesem Wochenende war erst einmal keine Zeit, und in der Woche bin ich selbst sehr beschäftigt, aber danach das Wochenende, oder?! So vergeht Woche um Woche, und der Lüster sitzt, zwar sauber, aber genauspo traurig, weiterhin auf meinem Wohnzimmerboden, wird ab und zu angestubst, beizeiten sogar getreten, aber nicht aufgehängt. Bis endlich letztes Wochenende das Wunder geschah: Nach zwei langen Monaten haben wir die nötigen Ersatzteile im Baumarkt gekauft, die Leiter herausgekramt und installiert, was das Zeug hielt. Nun hängt meine neue Liebe in alter-neuer Schönheit über meinem Esszimmertisch, und ich kann mich garnicht satt sehen. Das Warten hat sich gelohnt. Ich freue mich schon auf die Geschichten, die er dann seinem nächsten Besitzer erzählen wird.

Be- und erleuchtete Grüße aus New York sendet Ihnen,
Ihre Simone

BRIGITTE zeigt Frauen „mitten im Leben“

Kategorie: Gesellschaft, Gute Nachrichten, Mode & Lifestyle am Montag, 19. Oktober 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Jetzt stehlen "normale" Frauen den Models die Schau ...

Jetzt stehlen "normale" Frauen den Magermodels die Schau ...

Ab 2010 sehen wir nicht mehr nur in der DOVE-Werbung Frauen wie du und ich, sondern auch in den Modestrecken der BRIGITTE. Eine tolle Entscheidung, an der sich meiner Meinung nach weitere Unternehmen ein Beispiel nehmen sollten. Dass die Zeit reif für einen neuen, natürlicheren Blickwinkel ist, zeigt auch das amerikanische Model Crystal Renn. Sie hungerte sich für die begehrten Modeljobs fast zu Tode, bis es bei ihr „klick“ machte und sie einen anderen Weg einschlug. Heute lebt sie ihren Traum. Ist ein begehrtes Model, das seine Kurven selbstbewusst zu Schau stellt. Als Plus-Size-Model für beispielsweise Gaultier und Dolce & Gabbana. Die BRIGITTE geht sogar einen Schritt weiter und wird ab Anfang des kommenden Jahres für sämtliche Fotostrecken der Bereiche Mode, Beauty und Fitness nicht mehr mit professionellen Models produzieren. Stattdessen wird die Frauenzeitschrift sowohl on- als auch offline ausschließlich Frauen zeigen, die „mitten im Leben stehen“: Studentinnen, Schauspielerinnen, Buchhändlerinnen, Künstlerinnen, Unternehmerinnen – eben Frauen aus dem Leben. Und das finde ich wirklich gut!

C & A setzt sich gegen Kinderarbeit ein

Kategorie: Gesellschaft, Gute Nachrichten, Mode & Lifestyle am Mittwoch, 14. Oktober 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Schon seit zehn Jahren engagiert sich C & A gemeinsam mit der Kinderhilfsorganisation Terre des Hommes in einem Projekt gegen Kinderarbeit in Indien. Dabei stand am Anfang dieses Projekts der Wunsch von C & A einen Weg zu finden, um gegen den Einsatz von Kinderarbeitern in der Textilindustrie vorzugehen. Dazu verpflichtete das Düsseldorfer Unternehmen seine Zulieferer, keine Kinder zu beschäftigen und die grundlegenden Arbeitsrechte einzuhalten.

Eine qualifiziert Ausbildung ist das A & O.

Patres des Ordens der Salesianer Don Bosco – Partner von Terre des Hommes – richteten in der indischen Textilhochburg Tirupur im Bundesstaat Tamil Nadu ein Berufsschulzentrum für arbeitende Kinder ein. Finanziert wird dieser Ausbildungsbetrieb von C & A. Bis heute haben dort 1.200 Kinder eine qualifizierte Ausbildung erhalten – beispielsweise zum Schneider, Zuschneider, Mechaniker oder Elektriker. Im gleichen Zeitraum konnte die Zahl der Kinderarbeiter in Tirupur von 40.000 auf 5.000 Kinder reduziert werden. 2,2 Millionen Euro hat C & A seit 1999 in dieses Projekt investiert. Dabei stammen die Mittel hauptsächlich aus Spenden von C & A und aus Sammelaktionen bei Kunden und Belegschaft.

Es gibt viele Möglichkeiten, etwas zu tun.

Neben der Kooperation in Tirupur engagiert sich C & A auch bei ähnlichen Projekten in den Bundesstaaten Karnataka und Bihar. Auch hier werden Schritte gegen Kinderarbeit unternommen. So werden in Bellary im Staat Karnataka seit dem Jahr 2004 jährlich 270 Kinder in Abendschulen unterrichtet. Im Bundesstaat Bihar fördern die Düsseldorfer seit 2008 ein Projekt, welches den Menschen das Leben in ihren Dörfern ermöglicht und auf diese Weise die Migration in die Städte verhindern soll.

(Inspiriert von TextilWirtschaft 41 _ 2009)

Die reine Woll-Lust!

Kategorie: Gesellschaft, Gesundheit, Mode & Lifestyle am Mittwoch, 7. Oktober 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Ob ich so etwas wohl in Zukunft selbst stricken kann?

Ob ich so etwas wohl in Zukunft auch selbst stricken kann?

Wie nimmt man Maschen auf? Und wie war das noch mit zwei rechts, zwei links, eine fallen lassen? Wer sein vergrabenes Wissen aus den Handarbeitsstunden hervorkramen kann, sollte loslegen – mit Schals, Mützen oder Handschuhen. Denn Selbstgestricktes ist wieder absolut en vogue. Sogar im trendigen New York klackern momentan bei den hippen Damen die Stricknadeln mit den High Heels um die Wette.

Total angesagt: der Do-it-yourself-Look

Models stricken backstage und selbst Sarah Jessica Parker lässt in ihren Drehpausen gern mal die ein oder andere Masche fallen. Wer bei aller Hingabe weder Zopf- noch Ajourmuster hinkriegt, darf übrigens auch ganz schlicht stricken. Denn nicht nur komplizierte Woll-Kunst erobert das Fashionista-Herz, auch gewollt Unvollkommenes wie der schlabbrige und gerade deshalb wunderschöne Pulli, der aussieht, als habe ihn eine Viertklässlerin im Schweiße ihres Angesichts zusammengestrickt. Es geht nicht um Perfektion, sondern um einen rührend unverwechselbaren Do-it-yourself-Look.*

Ein selbst gestrickter Liebesbeweis

Diesen beherrschte meine Mutter bereits in den 70er Jahren perfekt und war damit ihrer Zeit modisch meilenweit voraus. Sie weigerte sich zwar mit Händen uns Füßen, aber irgendwann hatte ich sie mit der bei mir schon im zarten Alter von sieben innewohnenden Überredungskunst soweit, mir eine Wolljacke zu stricken. Beneidete ich doch all meine Schulfreundinnen, um ihre von Muttern selbst gestrickten und gehäkelten Outfits (die diese wiederum natürlich abgrundtief hassten. Aber auch hier war es wie immer in diesen Fällen: Was man nicht haben kann, begehrt man umso mehr. Ich erinnere mich noch gut an meine Schulfreundin Sigrid und an ihr rosa Strickkleid mit weißem Bommelgürtel. Ich war so neidisch und meine Mutter ist fast ausgerastet, weil sie meinte, mit einem solch gruseligen Kleid würde sie mich keinesfalls auf die Straße geschweige denn zur Schule gehen lassen …) Es war also ein absoluter Liebesbeweis, als meine Mutter tatsächlich einen riesen Berg flauschig roter Wolle kaufte und sich Abend für Abend – nachdem sie völlig erschöpft von der Arbeit nach Hause gekommen war – hinsetzte, um für mich diese knallrote Strickjacke zu stricken. Es dauerte für mich natürlich gefühlt ewig, bis dieses Wunderwerk dann irgendwann  fertig war. Und ein Wunderwerk war es tatsächlich. Denn diese von mir heiß geliebte Strickjacke wurde beim Tragen zusehends größer. Irgendwann hatte dann diese Jacke ein derartiges Volumen erreicht, dass sogar unsere rubensförmige Tante Elsa an kühlen Tagen problemlos in dieses Raumwunder passte. Auch heute noch denke ich mit liebevollem Schmunzeln an dieses unglaubliche Strickwerk – an diesen echten Liebesbeweis meiner Mutter.

Tolle Wolle

Wer sich auch von solchen “Erfolgsstories” nicht abschrecken lässt, dem seien an dieser Stelle ein paar coole Web-Adressen für tolle Wolle ans eifrige Handarbeiterinnenherz gelegt:

www.woolandthegang.com (coole Strick-Kits plus Anleitungen, handgestrickte Accessoires etc., aus der Wolle glücklicher peruanischer Schafe)

www.wollstisters.de (Lurexwolle, Bambuswolle, Sockenwolle, Denimwolle …)

Und wer nicht allein vor sich hin handarbeiten möchte, kann dies auch unter Anleitung und in Gesellschaft tun. Zum Beispiel im Selfmade-Szenelokal „Stitch ‘n Bitch“ in Berlin-Kreuzberg oder in der Event-Werkstatt „Selberschön“ in München. Oder Sie nehmen an einem Strickworkshop teil. Zum Beispiel im Handarbeitsladen “Maschenkunst” in Köln.

Stricken ist gesund.

Dabei kann Stricken nicht nur Freude bereiten, sondern ist sogar gesund: Denn Handarbeiten wärmt die Seele und stärkt nachweislich das Herz! Das hat der amerikanische Kardiologe Herbert Benson von der Harvard Medical Schoool herausgefunden. Demnach ist Stricken so entspannend wie Meditieren. Der Blutdruck sinkt und Stresshormone werden abgebaut. Selber machen stärkt also die Nerven und fördert die Kreativität. Denn immer ist ein Mix aus Talenten gefragt: manuelles Geschick, gestalterische Ideen, schnelle Problemlösungen. Das fordert beide Hirnhälften, hält geistig fit. Wer das erste selbst gefertigte Stück in den Händen hält, wird zudem vom Belohnungszentrum im Gehirn mit einer Flut von Glückshormonen überschwemmt. Und wem Besitzerstolz allein nicht reicht? Der kann mit den eigenen Werken sogar Geld verdienen. Zum Beispiel über die Website www.dawanda.com – dem Marktplatz zum Verkauf vom Selbstgemachtem. ** Weitere so genannten „Social Shopping“-Seiten finden Sie unter etsy.com, hokohoko.com oder shanalogic.com.***

Wer nicht wagt …

Auch ich, die ich ganz bestimmt das sagenumwobene Handarbeitstalent meiner Mutter geerbt habe, werde mich in diesem Herbst an die Stricknadeln wagen. Natürlich müssen diese ultradick sein, ebenso wie die Wolle, damit mein Strickwerk auf jeden Fall noch in dieser Saison fertig wird …

Also: Auf die Wolle, fertig, los!

*Maxi 08/2009
**freundin 15/2009
***Kölner Stadt-Anzeiger MAGAZIN Nr. 220/2009

Mit Schirm, Charme und Gummistiefeln!

Kategorie: Gesellschaft, Mensch & Tier, Mode & Lifestyle am Donnerstag, 13. August 2009 von Christine Reichmann2 Kommentare
Meine liebsten Begleiter ...

Meine liebsten Begleiter ...

Immer wenn es regnet, freue ich mich. Denn dann ziehe ich sie an: meine heiß geliebten Gummistiefel. Manch einer wird sich jetzt fragen, wie man sich über Regen freuen kann. Und dann noch über Gummistiefel? … Aber wer – wie ich – einen Hund hat, der weiß, wie wichtig tolle Regenkleidung ist. Denn dann hat nicht nur der Hund beim Gassigehen Freude, sondern auch der Mensch. Herrlich! Da kommt das Kind in mir durch und keine Pfütze kann groß und kein Weg matschig genug sein … Immer mitten rein. Platsch!

So fühle ich mich  frei und unbeschwert, während der Regen auf mich hernieder prasselt. Und mein Hund hüpft freudig neben mir her, schaut mich an und denkt (vielleicht): „Na endlich gehst du auch mal wieder aus dir raus. Ist das Leben nicht wunderbar?!“ Dem kann ich in diesen Momenten natürlich nur zustimmen.

Dabei sind diese Gummistiefel wirklich etwas ganz Besonderes. Weil sie von Hand aus Naturkautschuk gefertigt sind. Einem natürlichen Material, das nicht nur super bequem zu tragen, sondern auch gesundheitlich völlig unbedenklich ist. Die meisten anderen Gummistiefel sind nämlich reine Chemiewunder, die diese Chemie nicht nur bei sich behalten, sondern durch unsere empfindlichen und durchlässigen Fußsohlen auf direktem Wege in unsere Blutbahnen jagen und hier gesundheitliche Schäden anrichten. Dies ist gerade für Kinder sehr bedenklich, da ihre Haut dünner ist als unsere und damit noch durchlässiger für giftige Stoffe.

"Zur Wiedereinführung des Menschen in die Natur"

"Zur Wiedereinführung des Menschen in die Natur"

Bei Aigle, dem Hersteller, der meine Gummistiefel gefertigt hat, bekommen Sie Gummistiefel für Groß und Klein aus Naturkautschuk. Zudem haben Sie hier die Wahl zwischen verschiedenen Fußbetten. In meinen Stiefeln ist beispielsweise ein spezielles Wanderfußbett. Das ist für längere Spaziergänge oder Wanderungen bei Regen äußerst bequem. Und dieses Hin- und Herrutschen in den Gummistiefeln, das Sie wahrscheinlich auch noch aus Ihren Kindertagen kennen, das gibt’s hier nicht.

Wie war ich eigentlich darauf gekommen über meine Gummistiefel zu schreiben? Ach ja, neulich habe ich eine tolle Anzeige von Aigle in einer Textilfachzeitschrift entdeckt. Und diese Anzeige drückt genau das aus, was ich mit meinen Gummistiefeln verbinde. Dieses schöne Gefühl geerdet zu sein …

Und wenn’s das nächste Mal heißt: Es wird Regen geben! Dann schnapp ich sie mir wieder: MEINE GUMMISTIEFEL!


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