Marie des Brebis

Christine Reichmann am Montag, 21. Juni 2010 in der Kategorie Gelesen, Gesellschaft, Kultur, Mensch & Tier

Die bewegenden Erinnerungen der Schafhirtin Marie des Brebis

Die bewegenden Erinnerungen der Schafhirtin Marie des Brebis

Oder der reiche Klang des einfachen Lebens

Was für ein wundervolles Buch! Ich bin ganz verzaubert von der Lebensgeschichte der Marie des Brebis, die uns in ihren Erinnerungen an ihrem Leben teilhaben lässt: Marie wird als Findelkind im Jahre 1901 von einem Hirten zu einer Bauernfamilie gebracht, von der sie wie eine Tochter aufgenommen und groß gezogen wird. Fast ihr gesamtes Leben verbringt sie als Schafhirtin in der urwüchsigen Natur des Quercy in Frankreich. Stets umgeben von warmherzigen Menschen, die ihr Grundvertrauen in das Leben stärken und ihren Blick auf das Gute in der Welt schärfen, welcher sie in jeder Lebenslage trägt. Marie erlebt zwei Weltkriege und meistert tapfer Schicksalsschläge wie den Verlust ihres Sohnes oder den frühen Tod ihres geliebten Mannes. Ihre positive Lebenseinstellung ermöglicht es ihr, am Ende ihres erfüllten Lebens fröhlich und dankbar zurückzuschauen.

“Ich weiß, dass ich großes Glück hatte … So bin ich eben: Ich blicke nur auf das Gute in meinem Leben zurück, den anderen Teil habe ich vergessen. Oder ich habe es zumindest versucht. Und Sie werden noch sehen, dass mich Sorgen und Leid keineswegs verschont haben …”

Man spürt die Wärme der Sonne und es duftet nach frisch gebackenem Brot.

Einfühlsam geschrieben, entführt uns dieses Buch auf die Hochebene, den Causses de Quercy. Man glaubt, die Wärme der Sonne und den leichten Wind auf der Haut zu spüren. Man hört die Glöckchen der Schafe. Und man riecht förmlich den Duft des frisch gebackenen Brotes, von dem Marie auch noch am Ende ihres Lebens genießerisch schwärmt. Während ich das Buch las, war ich dabei und durfte das Leben der Marie miterleben. Sie nahm mich mit an ihre Lieblingsplätze und erlaubte mir, am großen Esstisch inmitten ihrer Familie Platz zu nehmen.

Lassen auch Sie sich entführen in ein bewegtes Leben und in eine Zeit, in der die kleinen Dinge des Lebens eine große Bedeutung hatten. Die Geschichte Maries lässt uns innehalten und darüber nachdenken, was wir uns für unser Leben wirklich wünschen. Sie motiviert uns, unsere Ziele zu überdenken und uns darauf zu besinnen, was wirklich zählt: Familie, Freunde, Empathie, die Liebe zu Menschen, Tieren und zur Natur.

“Immer wusste ich, was Glück bedeutet: Dass man zufrieden ist mit dem, was man hat, und sich selbst so akzeptiert, wie man ist.”

Christian Signol: “Marie des Brebis”, Urachhaus-Verlag, Stuttgart 2010

  1. Asena sagt:

    Ist das denn wirklich geschehen oder nur ein erfundenes “Leben”?

    Solche eine positive Sichtweise muss man wirklich bewundern. Ich selber bin sehr negativ eingestellt, beleuchte jedoch sowohl Negatives als auch Positives, dass in meinem Leben geschah – wobei es bei meinem zarten Alter doch noch ein kurzes Leben ist ;D

  2. Ja, das Buch beschreibt das tatsächliche Leben der Marie des Brebis. Sollten Sie es lesen, wird sicherlich auch Ihr Blick für die vermeintlick kleinen, aber umso schöneren Dinge bzw. Begebenheiten des Lebens geschärft. Mich hat dieses Buch sehr inspiriert …

  3. Imke sagt:

    Das Buch – ein Edelstein,
    ich konnte es kaum aus der Hand legen, ein zartes Buch voll von wahrem Leben …

  4. Gerda sagt:

    Nachdem ich das Buch “verschlungen” hatte, suchte ich nach einem Bild von Marie. Im Buch ist keines abgebildet, ist Marie also doch eine vom Autor geschaffene Person?

  5. Ich bin davon überzeugt, dass es Marie wirklich gab. Und dass kein Foto von ihr in dem Buch abgebildet ist, bedeutet für mich lediglich, dass die Familie oder Marie selbst dies so entschieden haben. Vielleicht, damit jeder von uns sich sein eigenes Bild von Marie machen kann. Denn oftmals stellen wir uns beschriebene Personen doch anders vor, als sie in Wirklichkeit aussehen …

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