Einträge mit dem Schlagwort ‘Berlin’

Prinzessinnengärten

Kategorie: Genuss, Gesellschaft, Gesundheit am Freitag, 16. Juli 2010 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

In Berlin wachsen Kartoffeln und Salat mitten in der Stadt.

In den “Prinzessinnengärten” am Kreuzberger Moritzplatz wachsen zwischen Hochhäusern Karotten, Kartoffeln & Co. Denn hier haben Marco Clausen und Robert Shaw aus ehemals hässlichen Brachflächen einen ökologischen Nutzgarten aus transportablen Hochbeeten angelegt. Robert Shaw hatte diese Form der urbanen Landwirtschaft auf Kuba entdeckt und überlegt, wie und wo man etwas derartiges auch in Berlin machen könnte. Und so bauen Clausen und Shaw seit einem Jahr auf 6000 Quadratmetern alle möglichen, zum Teil seltenen Kulturpflanzen an – von blauen Kartoffeln bis hin zu essbaren Blüten. Zudem sind die Gärten ein Treffpunkt für die Nachbarschaft, die gern mit anpacken darf. Das geerntete Gemüse kann man dann direkt im Hofladen kaufen oder sich im Gartenrestaurant frisch zubereiten lassen. Aber nicht nur das: In den “Prinzessinnengärten” kann man auch etwas über gesunde Ernährung und Öko-Landbau lernen. Jeden Donnerstag ist “Gartentag” mit unterschiedlichsten Kursen von Saatgutvermehrung bis Einmachen. Weitere Infos gibt’s auf www.prinzessinnengarten.net (Inspiriert von Maxi August 2010)

Pssssst … geheime Gaststätten

Kategorie: Genuss, Gesellschaft, Mode & Lifestyle am Donnerstag, 15. Juli 2010 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Die Speisekarte kommt via Mail und anstelle einer Leuchtreklame gibt’s nur ein Klingelschild mit einem dezenten Hinweis auf das Restaurant. Hier treffen sich wildfremde Leute in Privatwohnungen, um gemeinsam lukullischen Genüssen zu fröhnen. Hobbyküche bieten über Online-Netzwerke ihr Menü an. Reservieren können die Interessenten ebenfalls übers Internet. So finden sich in der Regel schnell 15 bis 20 Gäste zusammen, die dann im umgestalteten Wohnzimmer, gemeinsam einen leckeren Abend miteinander verbringen. Dabei liegen die Preise fürs Menü in Schnitt zwischen 25 und 40 Euro. Im Vordergrund steht bei diesen Events die Lust am Außergewöhnlichen, an fantasievollen Kreationen und der verschwimmenden Grenze zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. In Deutschland steckt der Trend zum Guerilla-Restaurant zwar noch in den Kinderschuhen, aber in anderen Ländern wie Argentinien, Kuba und Hongkong haben die Guerilla-Restaurants bereits eine jahrzehntelange Tradition. Berliner spinksen gleich mal bei www.palisadensupperclub.blogspot.com (Inspiriert von greenpeace magazin. 4.10)

Süße Idee: Berliner Augenblicke

Kategorie: Gesellschaft, Gute Nachrichten am Donnerstag, 7. Januar 2010 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Wer kennt sie nicht, die Situation: Man fährt mit Bus oder Bahn und erblickt einen tollen Mann oder eine tolle Frau, traut sich aber nicht ihn/sie anzusprechen. Am Fahrziel angekommen, steigt man aus, Bus oder Bahn fahren weiter und mit ihm/ihr, der Mann bzw. die Frau, den/die man doch so gerne angesprochen hätte. Super, und was jetzt? Die Berliner Verkehrsbetriebe hatten dazu eine süße Idee. So kann man jetzt auf www.bvg.de unter dem Stichwort “Meine Augenblicke” seinen “Bahn-”Schwarm wiederfinden. Entweder hat er längst selbst eine Suchanzeige aufgegeben oder man gibt eben seine eigene Suchanzeige auf. Von wegen Endstation Sehnsucht …

Die reine Woll-Lust!

Kategorie: Gesellschaft, Gesundheit, Mode & Lifestyle am Mittwoch, 7. Oktober 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Ob ich so etwas wohl in Zukunft selbst stricken kann?

Ob ich so etwas wohl in Zukunft auch selbst stricken kann?

Wie nimmt man Maschen auf? Und wie war das noch mit zwei rechts, zwei links, eine fallen lassen? Wer sein vergrabenes Wissen aus den Handarbeitsstunden hervorkramen kann, sollte loslegen – mit Schals, Mützen oder Handschuhen. Denn Selbstgestricktes ist wieder absolut en vogue. Sogar im trendigen New York klackern momentan bei den hippen Damen die Stricknadeln mit den High Heels um die Wette.

Total angesagt: der Do-it-yourself-Look

Models stricken backstage und selbst Sarah Jessica Parker lässt in ihren Drehpausen gern mal die ein oder andere Masche fallen. Wer bei aller Hingabe weder Zopf- noch Ajourmuster hinkriegt, darf übrigens auch ganz schlicht stricken. Denn nicht nur komplizierte Woll-Kunst erobert das Fashionista-Herz, auch gewollt Unvollkommenes wie der schlabbrige und gerade deshalb wunderschöne Pulli, der aussieht, als habe ihn eine Viertklässlerin im Schweiße ihres Angesichts zusammengestrickt. Es geht nicht um Perfektion, sondern um einen rührend unverwechselbaren Do-it-yourself-Look.*

Ein selbst gestrickter Liebesbeweis

Diesen beherrschte meine Mutter bereits in den 70er Jahren perfekt und war damit ihrer Zeit modisch meilenweit voraus. Sie weigerte sich zwar mit Händen uns Füßen, aber irgendwann hatte ich sie mit der bei mir schon im zarten Alter von sieben innewohnenden Überredungskunst soweit, mir eine Wolljacke zu stricken. Beneidete ich doch all meine Schulfreundinnen, um ihre von Muttern selbst gestrickten und gehäkelten Outfits (die diese wiederum natürlich abgrundtief hassten. Aber auch hier war es wie immer in diesen Fällen: Was man nicht haben kann, begehrt man umso mehr. Ich erinnere mich noch gut an meine Schulfreundin Sigrid und an ihr rosa Strickkleid mit weißem Bommelgürtel. Ich war so neidisch und meine Mutter ist fast ausgerastet, weil sie meinte, mit einem solch gruseligen Kleid würde sie mich keinesfalls auf die Straße geschweige denn zur Schule gehen lassen …) Es war also ein absoluter Liebesbeweis, als meine Mutter tatsächlich einen riesen Berg flauschig roter Wolle kaufte und sich Abend für Abend – nachdem sie völlig erschöpft von der Arbeit nach Hause gekommen war – hinsetzte, um für mich diese knallrote Strickjacke zu stricken. Es dauerte für mich natürlich gefühlt ewig, bis dieses Wunderwerk dann irgendwann  fertig war. Und ein Wunderwerk war es tatsächlich. Denn diese von mir heiß geliebte Strickjacke wurde beim Tragen zusehends größer. Irgendwann hatte dann diese Jacke ein derartiges Volumen erreicht, dass sogar unsere rubensförmige Tante Elsa an kühlen Tagen problemlos in dieses Raumwunder passte. Auch heute noch denke ich mit liebevollem Schmunzeln an dieses unglaubliche Strickwerk – an diesen echten Liebesbeweis meiner Mutter.

Tolle Wolle

Wer sich auch von solchen “Erfolgsstories” nicht abschrecken lässt, dem seien an dieser Stelle ein paar coole Web-Adressen für tolle Wolle ans eifrige Handarbeiterinnenherz gelegt:

www.woolandthegang.com (coole Strick-Kits plus Anleitungen, handgestrickte Accessoires etc., aus der Wolle glücklicher peruanischer Schafe)

www.wollstisters.de (Lurexwolle, Bambuswolle, Sockenwolle, Denimwolle …)

Und wer nicht allein vor sich hin handarbeiten möchte, kann dies auch unter Anleitung und in Gesellschaft tun. Zum Beispiel im Selfmade-Szenelokal „Stitch ‘n Bitch“ in Berlin-Kreuzberg oder in der Event-Werkstatt „Selberschön“ in München. Oder Sie nehmen an einem Strickworkshop teil. Zum Beispiel im Handarbeitsladen “Maschenkunst” in Köln.

Stricken ist gesund.

Dabei kann Stricken nicht nur Freude bereiten, sondern ist sogar gesund: Denn Handarbeiten wärmt die Seele und stärkt nachweislich das Herz! Das hat der amerikanische Kardiologe Herbert Benson von der Harvard Medical Schoool herausgefunden. Demnach ist Stricken so entspannend wie Meditieren. Der Blutdruck sinkt und Stresshormone werden abgebaut. Selber machen stärkt also die Nerven und fördert die Kreativität. Denn immer ist ein Mix aus Talenten gefragt: manuelles Geschick, gestalterische Ideen, schnelle Problemlösungen. Das fordert beide Hirnhälften, hält geistig fit. Wer das erste selbst gefertigte Stück in den Händen hält, wird zudem vom Belohnungszentrum im Gehirn mit einer Flut von Glückshormonen überschwemmt. Und wem Besitzerstolz allein nicht reicht? Der kann mit den eigenen Werken sogar Geld verdienen. Zum Beispiel über die Website www.dawanda.com – dem Marktplatz zum Verkauf vom Selbstgemachtem. ** Weitere so genannten „Social Shopping“-Seiten finden Sie unter etsy.com, hokohoko.com oder shanalogic.com.***

Wer nicht wagt …

Auch ich, die ich ganz bestimmt das sagenumwobene Handarbeitstalent meiner Mutter geerbt habe, werde mich in diesem Herbst an die Stricknadeln wagen. Natürlich müssen diese ultradick sein, ebenso wie die Wolle, damit mein Strickwerk auf jeden Fall noch in dieser Saison fertig wird …

Also: Auf die Wolle, fertig, los!

*Maxi 08/2009
**freundin 15/2009
***Kölner Stadt-Anzeiger MAGAZIN Nr. 220/2009

Berlin Hiddensee – Hiddensee Berlin

Kategorie: Reisen am Dienstag, 18. August 2009 von Brigitte Lilli SperlingKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Vier Tage ohne Autos, nur Pferdefuhrwerke und Räder u. Fortbewegung per pedes.

Vier Tage ohne Autos, nur Pferdefuhrwerke und Räder und Fortbewegung per pedes.

Allmähliche Entschleunigung, ein noch stärkeres Decrescendo beim Wechsel vom Zug auf das Schiff, von Stralsund nach Hiddensee. Die Langsamkeit des Schiffes zur Ankunft erfordert meine ganze Geduld, etwas in mir möchte schneller, kein Ausweg! Vier Tage ohne Autos, nur Pferdefuhrwerke und Räder und Fortbewegung per pedes. Meer, Sand, Steine, Muscheln, Wellen, Sonne, Meeresduft, üppig blühende Naturwiesen, Vogelschwärme, Nistplätze, Seeschwalbenlochnester im oberen Steilküstenerdsand umschwirrt von unzähligen Mutterschwalben (auch Vaterschwalben?), welche die aus den Löchern schnellenden, nach Nahrung verlangenden Schnäbelchen ihrer Brut sättigend füllen, ausgebreitete Stille, Schiffshörner, Sanddornkuchen.

Auf dem Rückweg zum Festland spüre ich gelungene Anpassung, Entspannung im Langsamen, das Schiff schaukelt wieder seinen vorgegebenen Meeresweg. Was ist es, das meinen Zustand innerhalb vierer Tage verändert hat? Das ewige Meer, das stetige Kommen und Gehen der Wellen, der helle Sand, der Spuren über Spuren der Menschen aufnimmt, der Wind, der alles wieder gleich macht, wie das Wasser im darüber fließen? Was ist es noch, welches den Zustand der Gelassenheit in mir erzeugt? Das Zeitgefühl, welches sich am Sonnenstand, der Helligkeit, der Dunkelheit, am Hunger, der Müdigkeit orientiert? Zeit spielt nur noch eine geringe Rolle in diesem Naturgeschehen. Ist es die Stille, die einem das Gefühl des tatsächlichen, unaufdringlichen Alleinseins schenkt, die unglaubliche Atmosphäre eines schwerelosen Daseins, ein Traum im Wirklichen?

Ich befinde mich mit anderen Menschen auf dem Schiff zurück, alle lassen sich wiegen im Wachschlaf geborgen im Schiffsbauch, als hätte sich eine verabredete Stille kund getan. Ist es das, was einem die Insel mit auf den Weg gegeben hat?

Ich drehe mich um, vor mir taucht die historische Silhouette Stralsunds auf. Angekommen?


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