Einträge mit dem Schlagwort ‘Freude’

DJ Wika rockt mit 73

Kategorie: Gesellschaft am Samstag, 21. Januar 2012 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Wika Szmyt ist eine 73jährige polnische Rentnerin und könnte in ihrer Wohnung sitzen und stricken. Tut sie aber nicht. Sie könnte sich auch engagieren und Kindern vorlesen. Das tut sie aber auch nicht. Sie hat sich für etwas ganz anderes entschieden und legt als DJ Wika 3 x die Woche in einem Warschauer Club auf. Ihr Publikum ist zwar auch schon etwas älter, lässt sich aber mit Samba- und Discosounds ordentlich einheizen. Für Wika ist das, was sie tut, auch eine Form von sozialem Engagement. Schließlich sei es doch toll, wenn man tanze und nicht an Grabbepflanzung denke. Chapeau Wika Szmyt! Das nenne ich Lebensfreude! (Inspiriert von Kölner Stadt-Anzeiger MAGAZIN Nr. 12)

Das Labyrinth der Wörter

Kategorie: Gesehen, Kultur am Montag, 10. Januar 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Seit heute habe ich einen neuen Lieblingsfilm: “Das Labyrinth der Wörter”. Eine zauberhafte Romanverfilmung mit Gérard Depardieu (als Germain) und Gisèle Casadesus (als Margueritte) in den Hauptrollen.

Germain ist ein Bär von Mann und nicht der Schlauste. Als er im Park eine reizende alte Dame kennenlernt, wird sein Leben auf den Kopf gestellt. Denn die feinsinnige Margueritte beschließt, den ungebildeten Hünen für die Welt der Bücher zu gewinnen.

Germain stand bisher nicht auf der Sonnenseite des Lebens. Von der alleinerziehenden Mutter vernachlässigt, in der Schule gescheitert, haust er nun in einem Wohnwagen, züchtet Gemüse und bestreitet mit Gelegenheitsjobs seinen Lebensunterhalt. Neben dem Schnitzen von Holzfiguren gilt sein Interesse vor allem den Tauben im Park. Eines Tages trifft er dort eine zierliche alte Dame. Das scheinbar ungleiche Paar freundet sich an. Als sie anfängt, ihm Romane vorzulesen, öffnet sich für Germain eine völlig neue Welt.

Es ist ein Film der leisen Töne, der gerade dadurch seine fulminante Wirkungskraft erhält. Ich habe den Roman zwar noch nicht gelesen (was ich jetzt aber schleunigst nachholen werde), aber ich bin begeistert, wie der Regisseur Jean Becker die Welt der Worte und der Wörter mit  soviel Fingerspitzengefühl in einem Film umzusetzen weiß. Der Film ist traurig, lustig, nachdenklich und sprüht zugleich voller Lebensfreude. Für mich ein wahres, sehenswertes Kleinod, das ich mir bestimmt noch viele weitere Male anschauen werde.

Vom Glück, mit den Händen zu arbeiten

Kategorie: Gesellschaft am Samstag, 20. November 2010 von Simone PipekKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Mein neues Loftbett – ein Traum!

Mein neues Loftbett – ein Traum!

Ein Projekt in meiner Wohnung schwelte lange Zeit vor sich hin. Mein kleinstes Zimmer benötigte ein Makeover, und dazu gehörte ein neues, erhöhtes, sogenanntes Loftbett. Da der Raum so klein ist, muss das Bett natürlich genau angepasst werden, handgefertigt sozusagen. Und wer eignet sich zu so einem Job besser als mein guter Freund James?! Nach wochenlangem Hin und Her haben wir einen gemeinsamen Termin gefunden, und heute war es also soweit. Endlich. Bei strahlendem Wetter aufgewacht, voller Vorfreude auf das, was da kommen mag. Wie immer ist das Zeitmanagement völlig daneben, alles dauert länger als geplant. Zu Ikea, Matratze kaufen, danach “schnell” zum Baumarkt, um das benötigte Material zu besorgen. Die Luft im Baumarkt ist drückend, einschläfernd. Danach muss erst einmal ein Kaffee her. Gesagt, getrunken. Auf dem Weg nach Hause will die Matratze auf dem Dach auf die linke Spur rutschen, obwohl das Auto geradeaus fährt. Meine Aufgabe ist es also, die 30 Minuten des Heimweges die Matratze davon abzuhalten, gänzlich abzurutschen. Scheibe runter Arm raus und festen Handgriff in die Matraze. Ein echtes Abenteuer! Und zu Hause ging’s dann los. Säge raus, Bohrmaschine, Schrauben, Bretter aller möglichen Dicken und Längen zurechtgeschnitten. Alles sehr schweisstreibend.

Ich könnte ihn küssen!

Jahrelanges Training bei meinem handwerklich sehr begabten Vater hat mich zu einer exzellenten Handlangerin werden lassen, also was kann schon schiefgehen? Ich sehe, was der nächste Schritt ist, reiche die richtigen Nägel an, halte das Brett im richtigen Winkel und habe ansonsten viel Geduld mit James. Mist, passt nicht, noch ein Stück  absägen. Wo sind die langen Schrauben? Verschwunden. Laden zu, also Hausmeister anrufen, der zum Glück mit im Haus wohnt, er hat alles da und hilft aus. Ich könnte ihn küssen! Aber das fände er wohl nicht so toll, also belasse ich es bei einem dankbaren “Thank you so much”. Dann endlich, gegen 19 Uhr,  steht das Ding. Wunderschön, simpel, formvollendet in unseren Augen. Wer hätte das noch erwartet? Ich nicht. Ermattet leisten wir uns ein halbes Glas Bier und begutachten unser “Werk”.  Und sind stolz wie Oskar. Wir haben es geschafft, ohne blutende Finger oder größere Unfälle. Ich verbringe ca. 98 % meines Arbeittages am Computer, wie vermutlich auch Sie, liebe/r LeserIn, und ich vermisse die Arbeit mit den Händen sehr. Arbeit, bei der man seine Motorik unter Beweis stellt und gleichzeitig sehr konzentriert vorgehen muss. Wer schon einmal mit einer Kreissäge gearbeitet hat, weiss, wovon ich spreche. Das schöne an dieser Art von Arbeit ist, dass man am Ende des Tages tatsächlich etwas vorzuweisen hat. Es so furchtbar befriedigend. Und es ist ein Test für jede Freundschaft, denn es bringt das beste und schlechteste im Menschen heraus. Nach sechs Stunden ohne Essen und kaum Trinken auf engstem Raum kommen Charakterzüge zm Vorschein, die man normalerweise vor seinen Freunden verheimlicht. Wenn man sich also nach so einem Tag immer noch  freundschaftlich liebend in die Augen schauen kann – das ist wahres Glück!

Forras

Kategorie: Gesellschaft, Gesundheit, Mensch & Tier am Montag, 11. Oktober 2010 von GastKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Forras & ich

Forras & ich

von Bernadette Busse

Ein Jahr ist es nun her, seit meine Hündin Forras – eine Kuvaszdame – gestorben ist. Und sicherlich ist es sehr ungewöhnlich, dass sie auf natürliche Weise sterben durfte …

Bis Forras Sterbeprozess begann, hatte ich noch nie einen sterbenden Menschen oder ein sterbendes Tier begleiten dürfen. Viele Fragen waren offen. In Würde sterben zu dürfen, wie es die alten Naturvölker praktizieren, wie es in buddhistischen Lehren beschrieben wird, schien mir damals zunächst nicht mit unserer Kultur vereinbar zu sein.

Als Forras mit 8 Jahren zu mir kam, waren wir sofort ein Herz und eine Seele. Auf einem wunderschönen Abendspaziergang teilte sie mir auf telepathischem Wege plötzlich mit, dass sie mir den Sterbeprozess zeigen würde. Jeder Tierbesitzer kann sicher nachfühlen, dass ich ziemlich schockiert war, denn verlieren wollte ich sie auf gar keinen Fall.

Ich liebe Forras über alles.

Ein Jahr später sollte sie 13 Jahre alt werden, ein hohes Alter für einen großen Hund mit ihrer Vorgeschichte. Aber ich konnte beobachten, dass sie Gewicht verlor, der Appetit nachließ, sie nur noch kleine Spaziergänge machen wollte. Nur ihre Augen waren klar, liebevoll und wissend. Mein Herz war traurig bei dem bevorstehenden Abschied.

Ich begleitete sie mit Homöopathie und Farblicht und staunte, wie gelassen sie wirkte. Eine große Unterstützung erfuhr Forras durch ihren Kater Smilli, der sich immer in ihrer Nähe aufhielt. 4 Tage vor Forras Tod, legte Smilli sich auf ihre Seite und schnurrte, um sie zu beruhigen und ihr die Kraft zum Loslassen zu geben.

Die letzten Stunden lag Forras in meinen Armen. Ich redete ihr gut zu, dass sie den Weg ins Licht gehen sollte. Viele Tränen begleiteten mich, aber intuitiv wusste ich, dass sie es sich so gewünscht hatte.

Smilli stand plötzlich auf und ließ einen Schrei los – der mir durch Mark und Bein ging – und verließ das Zimmer. Dann atmete Forras ein letztes Mal. Unendliche Liebe erfüllte den Raum, tiefe Freude war in meinem Herzen: Sie hatt es geschafft, sie hatte es geschafft.

Ich zündete viele Kerzen an und nahm Abschied.

Viele Wochen lang fühlte ich Forras noch neben mir laufen, wie sie auf meinem Bett lag (was sie sonst nie getan hatte) und wie sie mich begleitetete. Ich habe mich seitdem oft gefragt, warum ich danach nicht um Forras geweint habe, aber ich glaube, dass es mir sehr geholfen hat, sie in Würde sterben zu lassen. Sie ist für mich ein wunderbarer Lehrer gewesen. Und dafür bin ich ihr sehr dankbar.

Inzwischen habe ich Menschen und Tiere in ihren letzten Tagen begleiten dürfen und weiß, wir sind alle individuell, jedes Sterben ist anders und hat zudem auch eine ganz große heilende Kraft. Ein Satz von Ken Wilber ist tief in mir verankert: Erst wenn du den Tod akzeptierst, kannst du das Leben akzeptieren.

Weltenseele

Alte Seele, weine nicht
Fürchte nicht dein Angesicht
Abschied von der Welt Gesang
Stehst du in deinem licht’ Gewand
Trübe Augen, klarer Blick
Schaust du ganz gern zurück
Flügel wachsen dir ganz sacht
Dein Herz nun lacht, es ist vollbracht
Ja, ich bin
Ich bin

Bernadette Busse, 15.08.2010

Bernadette Busse ist Heilpraktikerin und Tierheilpraktikerin mit eigener Praxis in Neuss. Das Thema Sterben und Tod beschäftigt sie schon lange. Bücher über dieses Thema sind ihre ständigen Begleiter. Hospizliche Mitarbeit füllt die Lücken. Telepathische Kommunikation mit Tieren rundet das Wissen über das unliebsame Tabuthema ab.

Geheimrezept für Lebensfreude

Kategorie: Gesellschaft am Freitag, 24. September 2010 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

“Unser Geheimrezept ist unsere Lebensfreude. Wir leben in der Gegenwart, es ist unsinnig, an die Vergangenheit oder die Zukunft zu denken. Wir fühlen uns immer noch, als ob wir 20 Jahre alt wären.” Raymonde und Lucienne (98), die ältesten Zwillinge der Welt (inspiriert von Kölner Stadt-Anzeiger 24. September 2010)


schliessen
E-mail an...