Einträge mit dem Schlagwort ‘Freude’

Alle Jahre wieder

Kategorie: Genuss am Samstag, 7. August 2010 von Christine Reichmann2 Kommentare
Lauwarm und mit Zimtzucker bestreut – ein Traum!

Lauwarm und mit Zimtzucker bestreut – ein Traum!

Mein heiß geliebter Pflaumenkuchen

Endlich! Es gibt sie wieder: Kuchenzwetschgen für herrlichen Pflaumenkuchen. Schon seit meiner Kindheit träume ich jeden Sommer davon und bin ganz aufgeregt, wenn das erste frisch gebackene Blech mit duftendem, dampfendem Pflaumenkuchen aus dem Backofen kommt. Einige von Ihnen werden mein Lieblingsrezept noch aus dem letzten Jahr kennen. Es sei Ihnen an dieser Stelle noch einmal wärmstens ans Herz gelegt.

Für den Teig:

400 g Dinkelvollkornmehl, 100 g Braunhirsemehl, 1 Päckchen Trockenhefe, 80 g Agavendicksaft, ¼ l lauwarme Sojamilch, 2 Eier, 1 Prise Salz, 100 g Pflanzenbutter

Für den Belag:

gut 2 kg Zwetschgen, Zimtzucker

So wird’s gemacht: Das Mehl in eine Schüssel und die Hefe hinzu geben und mit den verschlagenen Eiern sowie den übrigen Zutaten zu einem glatten Teig verkneten. Die Schüssel mit einem Küchentuch bedecken und den Teig an einem warmen Ort 45 Minuten gehen lassen. Inzwischen die Pflaumen entsteinen.

Den Backofen auf 220 Grad vorheizen. Backblech mit Backpapier belegen und den Teig darauf verteilen. Den Teig schuppenähnlich mit den Zwetschgen belegen. Noch einmal 15 Minuten gehen lassen. Danach ein wenig Zimtzucker über die Pflaumen geben und das Blech in den Ofen schieben. Nach 30 Minuten ist die Köstlichkeit fertig.

Ich mag den Kuchen am liebsten lauwarm und mit Zimtzucker bestreut. Das knuspert immer so schön! Und ein bisschen frisch geschlagene Sahne dazu ist natürlich auch sehr lecker …

Viel Freude beim Backen und Knuspern!

Pssssst … geheime Gaststätten

Kategorie: Genuss, Gesellschaft, Mode & Lifestyle am Donnerstag, 15. Juli 2010 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Die Speisekarte kommt via Mail und anstelle einer Leuchtreklame gibt’s nur ein Klingelschild mit einem dezenten Hinweis auf das Restaurant. Hier treffen sich wildfremde Leute in Privatwohnungen, um gemeinsam lukullischen Genüssen zu fröhnen. Hobbyküche bieten über Online-Netzwerke ihr Menü an. Reservieren können die Interessenten ebenfalls übers Internet. So finden sich in der Regel schnell 15 bis 20 Gäste zusammen, die dann im umgestalteten Wohnzimmer, gemeinsam einen leckeren Abend miteinander verbringen. Dabei liegen die Preise fürs Menü in Schnitt zwischen 25 und 40 Euro. Im Vordergrund steht bei diesen Events die Lust am Außergewöhnlichen, an fantasievollen Kreationen und der verschwimmenden Grenze zwischen Öffentlichkeit und Privatsphäre. In Deutschland steckt der Trend zum Guerilla-Restaurant zwar noch in den Kinderschuhen, aber in anderen Ländern wie Argentinien, Kuba und Hongkong haben die Guerilla-Restaurants bereits eine jahrzehntelange Tradition. Berliner spinksen gleich mal bei www.palisadensupperclub.blogspot.com (Inspiriert von greenpeace magazin. 4.10)

Den Tagen mehr Leben geben

Kategorie: Gelesen, Genuss, Gesellschaft, Kultur am Dienstag, 18. Mai 2010 von Christine Reichmann2 Kommentare

Ein überraschendes Buch über das Sterben – und das Geheimnis eines erfüllten Lebens.

Ein überraschendes Buch über das Sterben – und das Geheimnis eines erfüllten Lebens.

Dörte Schippers Buch über den Koch Ruprecht Schmidt und seine Gäste

Was zählt im Leben wirklich? Kann ein Tag voller Genuss ein Jahr der Leere aufwiegen? Wie wollen wir sterben? Wie leben?*

Ruprecht Schmidt kennt diese entscheidenden Lebensfragen. Denn als Hospizkoch begegnet er ihnen täglich. Seine Gäste sind schwer krank. Sie sind ins Hamburger Hospiz Leuchtfeuer eingezogen, um hier ihren letzten Lebensabschnitt zu verbringen. Eine Zeit, die Schmidt ihnen mit seinen Kochkünsten versüßen möchte. Weil er weiß: „Essen heißt, ich lebe noch!“

Ruprecht Schmidt war früher Küchenchef in einem Nobelrestaurant. Doch dann kam eine Zeit, in der ihn diese Art der Arbeit nicht mehr erfüllte. Im fehlte etwas, ohne jedoch zunächst genau zu wissen, was dies sein könnte. Irgendwann las er die Stellenanzeige des Hamburger Leuchtfeuers. Und da wusste er, das ist sein Job. Und er bekam ihn.

Was soll ein Koch im Hospiz?

Seither liest er seinen Gästen jeden kulinarischen Wunsch von den Augen ab, schenkt ihnen damit nicht nur besondere Gaumenfreuden, sondern auch Erinnerungen an glücklichere Zeiten.

„Ich habe häufig zu hören bekommen: ‚Was soll ein Koch im Hospiz? Stellt doch lieber einen Pfarrer ein.’ Das stimmt einfach nicht, das muss man erlebt haben, sonst kann man das schwer begreifen. Essen gehört zu den schönsten Freuden des Lebens. Schon die Vorfreude durch die verschiedensten Gerüche, ob beim Backen oder Kochen, weckt Erinnerungen an das eigene Zuhause. Für die sterbenskranken Menschen bedeutet das ein Stück Normalität.“ {…} „Dass ein sterbenskranker Mensch sich wahrgenommen und respektiert fühlt, zumindest in diesem Moment Wohlbehagen ausstrahlt und sich über lebenswerte Kleinigkeiten freut – viel mehr braucht der Koch nicht, um seinen Job zu lieben.“*

Glück schenken

„Den Tagen mehr Leben geben“ ist ein überraschendes und berührendes Buch über das Leben. Es offenbart uns das Glück an einem Ort, an dem es die meisten von uns sicherlich nicht vermuten würden.

Mich haben die Lebensgeschichten der Bewohner des Hamburger Leuchtfeuers an die letzten drei Monate erinnert, die meine Schwester und ich mit unserer Mutter verbracht haben. Eine fröhliche und traurige, eine schwere und zugleich ganz leichte Zeit, die wir alle drei sehr genossen und als großes Glück empfunden haben.

Ich denke so oft daran, wie meine Mutter sichtlich aufgeblüht ist, wenn wir mit ihr in der Sonne gesessen haben, wenn meine Schwester ihr vorgelesen hat und vor allen Dingen, wenn wir gemeinsam gegessen haben. Das war jedes Mal ein richtiges Fest: ob Spaghetti, heiße Waffeln mit Erdbeeren und Schlagsahne, italienisches Eis, Himbeeren direkt vom Markt, ein liebevoll geschmiertes Butterbrot. Nicht zu vergessen der heimliche Zwieback unter der Bettdecke …

Ja, man kann dem Tag mehr Leben geben. Besonders mit den vermeintlich kleinen Dingen. Und das ist doch wirklich eine frohe Botschaft.

Einfühlsam und liebevoll

Ich bedanke mich bei der Autorin Dörte Schipper, dass Sie sich auf so einfühlsame Art und Weise dieses lebenswichtigen Tabu-Themas annimmt, bei Ruprecht Schmidt, der mit seiner liebevollen Kochkunst, die Tage sterbenskranker Menschen versüßt und mein ganz besonderer Dank gilt dem Ehepaar Reckling, Thomas Weber und seiner Tochter Anna, Gudrun und Karl Fischer, Ulrike und Renate Sammer sowie Rolf Führing und seinen Kindern, die uns mit ihrer Offenheit an einer ganz besonderen, intimen Lebensphase teilhaben und lernen lassen.

*aus „Den Tagen mehr Leben geben“ von Dörte Schipper, Lübbe Verlag 2010

Wie eine Wolke unser Leben verändert

Kategorie: Gesellschaft, Gute Nachrichten, Reisen am Montag, 19. April 2010 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Ein herrlich entspannter Nachmittag im Garten

Urlaub im eigenen Garten

Es ist kurz nach fünf als wir am Flughafen ankommen, um in den Urlaub zu fliegen. Aber statt einer Schlange an den Check-in-Schaltern, stehen Menschenmassen mit ihren Koffern an den Info-Countern der einzelnen Fluggesellschaften. Denn eine Vulkanstaubwolke aus Island hat sich über Europa eingenistet und legt den gesamten Flugverkehr lahm.

Statt uns in eine der Schlangen einzureihen und unseren annullierten Flug umzubuchen, packen mein Mann und ich unsere Koffer einfach wieder ins Auto, fahren nach Hause und legen uns erst einmal hin, um uns auszuschlafen. Dabei wundere ich mich über meine Ruhe und Gelassenheit. So kenne ich mich sonst gar nicht und entdecke eine ganz neue Seite an mir, die mir sehr gefällt.

Alle sind freundlich und hilfsbereit.

Später rufe bei der Fluggesellschaft an, um unsere Flüge umzubuchen und erwarte, so lange in der Warteschleife zu stecken, bis ich die Wartemelodie rückwärts mitsingen kann. Aber … es tutet ein paar mal und schon meldet sich die freundliche Stimme der Hotline-Dame. Sie bucht unsere Flüge sofort um. Der erste Schritt ist getan. Auch das Umbuchen des Mietwagens ist kein Problem. Und die Besitzer des Hauses, das wir am Urlaubsort gemietet haben sind auch sehr hilfsbereit. Glücklicherweise ist das Haus im Anschluss noch ein paar Tage frei, bis neue Gäste kommen. Und unsere Vormieter sind glücklich, dass Sie im Haus bleiben können, denn sie kommen ja nun auch erst einmal nicht nach Hause.

Via Radar verfolgen wir gespannt jede Bewegung der Wolke.

Über den Tag und Abends verfolgen wir mit Spannung jede Bewegung der Wolke. Und schnell werden wir zu Profis. Denn auf einer Internetseite können wir über einen Radar die Wolke perfekt beobachten. Und nicht nur das. Wir können sogar sämtliche Flugzeuge in Echtzeit verfolgen, die sich am Wolkenrand tummeln.

Auch unser nächster Flug wird annuliert und wir buchen ein weiteres Mal um. Kaum umgebucht, klingelt das Telefon und unsere Freundin – die in der Nähe unseres Urlaubsortes wohnt – ruft an, um zu fragen, wann wir denn nun endlich kämen. Ich sage ihr, dass wir das aufgrund der Flugwetterlage nicht genau wissen. Aber dass es wohl noch ein paar Tage dauern wird. „Gut“, sagt sie, „seit gestern ist es hier sowieso kühl und bewölkt. Aber in den nächsten Tagen soll es wieder schön werden.“ Perfektes Timing also.

Alles kein Problem!

Mit der Dame der Mietwagenstation an unserem Zielflughafen ist mein Mann auch mittlerweile per „du“. Sie heißt Susanne und hat meinem Mann gesagt, er solle sich keine Gedanken machen. „Alles kein Problem”, sagt sie. “Egal, wann Sie kommen, wir halten Ihren Mietwagen für Sie bereit. Und wenn irgendetwas ist, rufen Sie mich einfach an.“

In den „Brennpunkten“ im Fernsehen wird mittlerweile auch nicht mehr nur über die negativen Seiten „der Wolke“ gesprochen. Und so sehen wir einen freundlich lächelnden Rentner aus Frankfurt, der mit einem Gläschen Äppelwoi bei strahlendem Sonnenschein in seinem Garten sitzt und sichtlich die ungewohnt himmlische Ruhe genießt. „Ich wohne in der Einflugschneise des Frankfurter Flughafens. Und jetzt hören Sie mal … Man hört einfach gar nichts. Ich freue mich auf herrlich ruhige Nachmittage in meinem Garten.“

Das Leben einfach fließen lassen.

Und die Dame, bei der ich heute unsere Flüge umgebucht habe sagt, nachdem ich ihr meine Bewunderung für ihre entspannte Freundlichkeit ausspreche: „Wissen Sie. Ich mag diese Situation. Sie zeigt mir, wie klein wir doch eigentlich sind. Das wir nicht alles beeinflussen können. Und das ist auch gut so.“

Genau, denke ich, genau das ist es. In unserem durchorganisierten Leben lassen wir kaum noch Platz für das Leben selbst. Wir sind oft so unbewusst, das wir Vieles um uns herum nicht mehr wahrnehmen. Ich freue mich jedenfalls, dass alles ist, so wie es ist und genieße es, neben meiner Schwester im sonnigen Garten zu liegen und zu faulenzen. Und sie sagt gerade zu mir: „Wie schön, dass du da bist!“

Vegetarisch – Gemüse bekommt Glamour

Kategorie: Gelesen, Genuss, Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Mensch & Tier, Mode & Lifestyle am Sonntag, 21. März 2010 von Christine Reichmann1 Kommentar
An die Töpfe, fertig, los!

An die Töpfe, fertig, los!

Ich bin selbst noch nicht dort gewesen, aber was ich bis jetzt über das Hiltl in Zürich gelesen habe, lässt in mir die Überzeugung reifen, dass es sich hier um ein besonderes Restaurant handeln muss. Und sollte ich demnächst einmal in der Nähe sein, werde ich bestimmt dort einkehren. Das Hiltl ist das älteste vegetarische Restaurant Europas. Eröffnet wurde es im Jahre 1898 in Zürich in der Schweiz. Bis heute ist es allseits beliebt. Denn in schönem Ambiente werden hier täglich vegetarische, lukullische Genüsse kredenzt, die selbst eingefleischten Anti-Vegetariern überraschtes Entzücken in die Augen treiben.

Das Credo, dass vegetarisches Essen langweilig sei und nichts mit Genuss zu tun habe, war bis vor einigen Jahren weit verbreitet. Doch mehr und mehr Menschen entdecken in den letzten Jahren den Genuss vegetarischen Essens. Heute ist fleischlose Kost kein Schimpfwort mehr, sondern Teil einer kulinarischen, abwechslungsreichen Vielfalt, die sich allein an Qualität und Geschmack orientiert.

Leckeres aus Gemüse, Hülsenfrüchten & Co

Ob eine Mahlzeit mit oder ohne Fleisch – entscheidend für leckeres und gutes Essen sind die Zutaten und die Art iher Zubereitung. Ein Stück Fleisch in die Pfanne zu hauen, ist einfach. Aber aus Gemüse, Hülsenfrüchten & Co ein genussvolles Mahl zu zaubern, das ist schon etwas aufwändiger. Für mich ist die Zubereitung eines Essens jedesmal Freude und Entspannung. Und die Zeit dazu nehme ich mir täglich. Denn ein gutes Essen stärkt nicht nur Körper und Geist, sondern spendet auch Energie und Lebensfreude.

Eine Entdeckung ist das Kochbuch “Hiltl. Vegetarisch nach Lust und Laune”*, zusammengestellt von den Besitzern des oben genannten, gleichnamigen Restaurants. Nach seinen Rezepten habe ich schon viele Gerichte gekocht. Die Zubereitung ist leicht und gut erklärt. Und das Ergebnis jedesmal ein Genuss. Dabei gleichen die Rezepte einer kleinen lukullischen Weltreise: Von europäischen Gerichten über indische bis hin zu arabischen ist alles dabei.

Und wer sich darüber hinaus für das Thema Vegetarismus interessiert, der findet in dem Buch “Vegetarische Ernährung” von Claus Leitzmann und Markus Keller viel Wissenswertes über Krankheitsprävention und die Versorgungslage von Vegetariern mit Nährstoffen.

10 Gründe für Vegetarismus

1. Vegetarisch ist umweltfreundlich und ressourcenschonend, besonders natürlich, wenn wir Bioprodukte kaufen.

2. Vegetarisch ist klimafreundlich. Besonders industrielle Tierwirtschaft sorgt für immens hohe Treibhausgasemissionen.

3. Vegetarisch ist Tierschutz. Konventionelle Fleischerzeugung heißt Massentierhaltung – alles andere als artgerecht.

4. Vegetarisch ist Artenschutz. Die Meere werden leergefischt, um uns und Aquakulturen mit Frischfisch zu versorgen.

5. Vegetarisch ist gesund. Mehr Gemüse, mehr Obst, weniger Fleisch ist das Credo der Gesundheitsbeauftragten. Pflanzliche Lebensmittel leisten einen bedeutenden Gesundheitsbeitrag und schützen vor vielen Zivilisationskrankheiten.

6. Vegetarisch macht schlank. Statistisch haben Menschen, die sich dieser Ernährungsform verschrieben haben, deutlich seltener Gewichtsprobleme als Fleischkonsumenten.

7. Vegetarisch ist günstig. Die meisten Hülsenfrüchte, Gemüse- und Getreidesorten sind nicht teuer.

8. Vegetarisch erweitert den Horizont. Neue Gerichte, andere Zubereitungsarten, unbekannte Getreidesorten, fremde Länderküchen bereichern den Speiseplan.

9. Vegetarisch ist Trend und wird es in Zukunft auch bleiben – genussvoll und bewusst.

10. Vegetarisch schärft den Sinn. Ein gutes Stück Fleisch macht mehr Spaß, wenn es statt täglicher Billigkost seltener Luxus ist.**

* Das Kochbuch ist im Buchhandel oder unter www.werdverlag.ch erhältlich.

**aus Kölner Stadt-Anzeiger Magazin Nr. 43


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