Wir starten mit guten Nachrichten ins neue Jahr: Der Fleischkonsum in den USA nimmt seit 2008 rapide ab und wird in diesem Jahr das Niveau der 1970er Jahre erreichen.
Die US-Agrarindustrie bezeichnet diese Entwicklung als »ziemlich schockierend im historischen Kontext« und sucht nach Erklärungen. Neben den erhöhten Futterkosten weist sie dabei auf einen für uns nicht erkennbaren »Krieg der Politik gegen den Fleischkonsum« hin. Viel wichtiger – das scheint auch die Fleischindustrie zu verstehen – erscheint aber die Tatsache, dass sich immer mehr gemeinnützige Organisationen für eine Reduktion bis hin zur kompletten Einstellung des Fleischkonsums einsetzen. Die Gründe dafür – auch das versteht die Agrarindustrie – reichen vom Tierschutz über Tierrechte bis hin zum Umweltschutz und dem Eintreten für Menschenrechte (Ernährungssicherheit, Arbeitsbedingungen). Bei all diesem Engagement bezeichnet es die Industrie als verwunderlich, dass der Konsum überhaupt so lange so hoch blieb.
Das zeigt: Den Fleischkonsum einmal zum Sinken zu bringen bedarf langer, harter Arbeit. Doch dann kann es sehr schnell gehen. Daher lohnt es sich, die Hintergründe der Entwicklung in den USA zu betrachten …
Warum ist die US-Tierschutzbewegung erfolgreich?
Neben der sich durchsetzenden Erkenntnis, dass das Thema Fleischkonsum nicht nur ein Tierschutzproblem ist, sondern auch aus Umwelt- und Menschenschutzsicht äußerst kritisch zu bewerten ist, ist auch zu sagen, dass in den USA hervorragende Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen aktiv sind, die eng zusammen halten und die einzelnen Aufgaben gut untereinander verteilen:
- Durch beispielhafte Undercover-Arbeit gelangen immer wieder Bilder aus der Massentierhaltung ans Licht der Öffentlichkeit.
- Andere Organisationen kümmern sich um die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelwirtschaft, damit vegetarische und vegane Produkte einen höheren Stellenwert erhalten.
- Und schließlich bekommen Konsumenten hervorragend aufgezeigt, wie einfach es ist, sich fleischfrei bzw. vegan zu ernähren. Hier ist insbesondere die Organisation Vegan Outreach (VO) zu nennen, die seit dem Jahr 2003 insgesamt 6,5 Millionen Studierende erreicht hat – und zwar vor allem mit einem Heft, dessen Titel »Even If You Like Meat« (Selbst wenn Sie Fleisch mögen) heißt.
Was erwartet uns in Deutschland?
Die hiesige Undercover-Arbeit verläuft erfolgreich und wird noch besser werden. Die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelwirtschaft erlangt zudem langsam einen verdient hohen Stellenwert. Damit scheint auch hierzulande der Weg für einen deutlich sinkenden Fleischkonsum langsam geebnet zu sein.
Verschreiben auch Sie sich dem “Tierschutz mit Messer und Gabel”. Zahlreiche Inspirationen dazu finden Sie u. a. bei der Frohen Botschafterin, beim Vegetarierbund Deutschland und bei der Albert Schweitzer Stiftung.
(Quelle: Albert Schweitzer Stiftung)