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Meine Lieblingsgeschichte von Eckart von Hirschhausen

Kategorie: Gelesen, Gesellschaft, Kultur, Mensch & Tier am Mittwoch, 8. Juli 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Eine Leserin der frohen Botschafterin hat mir ihre Lieblingsgeschichte von Eckart von Hirschausen – seines Zeichens Arzt und Komiker – geschickt, die ihr in den vergangenen Tagen “zufällig” mal wieder “vor die Nase geraten ist”. Eine kleine, rührende Geschichte, die sie heute an Sie weitergeben möchte:

Die Pinguin-Geschichte oder: Wie man sich in seinem Element fühlt

Diese Geschichte ist mir tatsächlich passiert. Ich war als Moderator auf einem Kreuzfahrtschiff engagiert. Da denkt jeder: „Mensch toll! Luxus!“ Das dachte ich auch. Bis ich auf dem Schiff war. Was das Publikum angeht, war ich auf dem falschen Dampfer. Die Gäste an Bord hatten sicher einen Sinn für Humor, ich hab ihn nur in den zwei Wochen nicht gefunden. Und noch schlimmer: Seekrankheit hat keinen Respekt vor der Approbation. Kurzum: ich war auf der Kreuzfahrt kreuzunglücklich.

Endlich! Nach drei Tagen auf See, fester Boden. „Das ist wahrer Luxus!“ Ich ging in einen norwegischen Zoo. Und dort sah ich einen Pinguin auf seinem Felsen stehen. Ich hatte Mitleid: „Musst du auch Smoking tragen? Wo ist eigentlich deine Taille? Und vor allem: Hat Gott bei dir die Knie vergessen? Mein Urteil stand fest: Fehlkonstruktion.

Dann sah ich noch einmal durch eine Glasscheibe in das Schwimmbecken der Pinguine. Und da sprang „mein“ Pinguin ins Wasser, schwamm dicht vor mein Gesicht. Wer je Pinguine unter Wasser gesehen hat, dem fällt nix mehr ein. Er war in seinem Element! Ein Pinguin ist zehnmal windschnittiger als ein Porsche! Mit einem Liter Sprit käme der umgerechnet über 2500 km weit! Sie sind hervorragende Schwimmer, Jäger, Wasser-Tänzer! Und ich dachte: „Fehlkonstruktion!“

Diese Begegnung hat mich zwei Dinge gelehrt. Erstens: wie schnell ich oft urteile, und wie ich damit komplett daneben liegen kann. Und zweitens: wie wichtig das Umfeld ist, ob das, was man gut kann, überhaupt zum Tragen kommt.

Wir alle haben unsere Stärken, haben unsere Schwächen. Viele strengen sich ewig an, Macken auszubügeln. Verbessert man seine Schwächen, wird man maximal mittelmäßig. Stärkt man seine Stärken, wird man einzigartig. Und wer nicht so ist, wie die anderen sei getrost: Andere gibt es schon genug!

Immer wieder werde ich gefragt, warum ich das Krankenhaus gegen die Bühne getauscht habe. Meine Stärke und meine Macke ist die Kreativität. Das heißt, nicht alles nach Plan zu machen, zu improvisieren, Dinge immer wieder unerwartet neu zusammen zu fügen. Das ist im Krankenhaus ungünstig. Und ich liebe es, frei zu formulieren, zu dichten, mit Sprache zu spielen. Das ist bei Arztbriefen und Rezepten auch ungünstig. Auf der Bühne nutze ich viel mehr von dem was ich bin, weiß, kann und zu geben habe. Ich habe mehr Spaß, und andere haben mit mir mehr Spaß. Live bin ich in meinem Element, in Flow!

Menschen ändern sich nur selten komplett und grundsätzlich. Wenn du als Pinguin geboren wurdest, machen auch sieben Jahre Psychotherapie aus dir keine Giraffe. Also nicht lange hadern: Bleib als Pinguin nicht in der Steppe. Mach kleine Schritte und finde dein Wasser. Und dann: Spring! Und Schwimm! Und du wirst wissen, wie es ist, in Deinem Element zu sein.

Eckart von Hirschhausen

Eine Geschichte entdeckt von Heike Schröder – Bau-Biologin – für die frohe Botschafterin.

Heike Schröder über Heike Schröder: „Nach meinem Studium der Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Informatik an der Universität in Köln arbeitete ich bis 2003 als Schulungsleiterin und Systementwicklerin in einem Informatik-Unternehmen. Aufgrund der überraschenden Heilung meines multiallergischen Sohnes mit Hilfe der Energiemedizin und Baubiologie setzte ich mich mit den tieferen Ursachen von Krankheit und Heilung auseinander. Es folgten ein intensives Studium quanten- und biophysikalischer, wie auch energiemedizinischer und esoterischer Literatur und diverse Ausbildungen, die u.a. eine Erhöhung der sensitiven Wahrnehmung von Energien bewirkten. Die logischen und physikalisch nachweisbaren Zusammenhänge zwischen dem menschlichen Energiefeld und Krankheit sowie eigene sensitive Erfahrungen und die Heilerfolge der Energiemedizin führten für mich zu einer völlig neuen Sicht der Realität. Meine Erkenntnisse habe ich in dem Buch „Energie heilt!“ (ISBN 978-3-8334-4368-8) zusammengefasst. Heute arbeite ich erfolgreich als Baubiologin und Rutengeherin in Zusammenarbeit mit Ärzten und Heilpraktikern, gebe Seminare zur Sensibilisierung für Energien und halte Vorträge über Stress durch Strahlung als Krankheitsursache.“

Haben auch Sie eine Lieblingsgeschichte, die Sie gern an die frohe Botschafterin weitergeben möchten? Schreiben Sie sie ihr!

A german girl in New York

Kategorie: Gesellschaft, Reisen am Dienstag, 16. Juni 2009 von Simone Pipek1 Kommentar
Simone Pipek

Simone Pipek

Am 4. Juni 1999 stand ich, die kleine (im wahrsten Sinne des Wortes, aber das nur nebenbei) Simone aus Köln-Esch, in dieser großen, schrecklich-schönen, beeindruckenden, schnellen und kunterbunten Stadt New York mit zwei Köfferchen und klopfendem Herzen in der brütenden Sommerhitze vor dem Haus, das für das nächste halbe Jahr mein Zuhause sein sollte. Wie konnte es nur dazu kommen? Fragen Sie sich jetzt bestimmt. Und das fragte ich mich selber auch. Was trieb mich bloß in diese Stadt? Und warum bin ich, 10 Jahre später, immer noch hier? Ersteres lässt sich leicht beantworten: Nach Beendigung meines Studiums in der “anderen” Weltstadt Mönchengadbach beschloss ich, ein Praktikum in New York zu absolvieren, ganz pragmatisch, um “etwas Nuetzliches” mit dem Angenehmen zu verbinden. Bodenständig wie ich bin, ging ich gleich an die Arbeit. Gesagt, getan, fand ich recht schnell einen Praktikumsplatz, und eine Behausung gleich am Gramercy Park, im Zentrum Manhattans, ließ auch nicht lange auf sich warten. So, das war der Anfang.

Die Beantwortung der zweiten Frage fällt dann schon schwerer, oder eher, lässt sich nicht in einem Satz beantworten. Der Legende nach liebt oder hasst man New York, wenn man das erste Mal in diese Stadt kommt, und dem kann ich nur zustimmen. Es gibt keine “Zwischen-”Gefühle, denn diese Stadt ist einnehmender als jeder Sommerflirt, raubt dir mehr Kraft als der Berlin Marathon und ist unbarmherziger als deine Schwiegermutter, wenn der Rostbraten zu trocken geraten ist. Und trotzdem, oder gerade deshalb ist New York auch so magnetisch. Warum sonst zieht es jedes Jahr hunderttausende Menschen nach New York, egal ob als Tourist oder als die zukünftige Julia Roberts, der nächste Johnny Depp oder vielleicht auch Donald Trump, und auch nur als jemand, der es in New York “schaffen” will (If you can make it here …)?

Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Die Mischung macht’s. Ich erlebe in New York etwas Einmaliges, jeden Tag. Die ganze Welt (oder zumindest viele, viele Nationalitäten) hat sich hier auf engstem Raum zusammengefunden, vom Inder über den Chinesen bis zum Italiener, und wir leben in Frieden neben- und miteinander. Keine Kriege, Religionskonflikte oder Hasstiraden. Es geht also doch! Natürlich sind wir (die New Yorker an sich) nicht alle Freunde miteinander. Wir halten uns nicht den ganzen Tag an den Händen und singen alte indianische Weisen und wiegen uns dazu wie Trauerweiden im Wind, aber wir akzeptieren das “Anderssein” des anderen. New York zwingt Dich dazu, offen zu sein für die bizzarrsten (in deinen Augen) Gewohn- und Gepflogenheiten anderer Bevölkerungsgruppen, für den Charme des Fremdartigen, und vor allem für die Faszination dessen.

Ich lerne etwas Neues jeden Tag – es ist zwar kein Algebra, und auch keine Metaphysik oder kantonesisch, aber ich lerne das Leben.

"Falls man im Leben nur eine einzige große Liebe haben dürfte, würde ich mich für New York entscheiden." Sarah Jessica Parker

"Falls man im Leben nur eine einzige große Liebe haben dürfte, würde ich mich für New York entscheiden." Sarah Jessica Parker

Ich lerne, dass es zwischen Himmel und Erde mehr gibt als MEIN Schwarz und MEIN Weiß, und das gerade die Grautöne ihre eigene Schönheit in sich bergen, und ich lerne, dass andere Meinungen und Ansichten mein Leben bereichern, und nicht einengen. Und dafür bin ich unendlich und unbegrenzt dankbar. Ich bin häufig stinksauer auf New York (and I mean it!), zu laut, zu dreckig, zu kalt, zu anonym, zu heiß, zu ungerecht, zu oberflächlich, zu irgendwas. Aber wenn ich das erste Mal Mitte Oktober Feliz Navidad aus Macy’s plärren höre, obwohl Weihnachten noch über zwei Monate entfernt ist, oder ich mit dem Zug über die Brooklyn Bridge fahre und die Skyline Manhattans in mich aufsauge, oder den Sonnenuntergang über New Jersey an einem der wunderschönen Piers genieße (OK, mit dem nie endenden Rauschen der Autos vom West Side Highway, aber nichtsdestotrotz, wenn man ganz fest dran glaubt, ist es fast wie das Rauschen der Wellen am Meer), oder ich mit der Subway (!) zum Strand in Coney Island fahre, oder mein Herz manchmal mitten auf dem Broadway ohne Grund einfach anfängt, schneller zu schlagen, mir leicht schwindelig wird und ich Schmetterlinge im Bauch habe – dann weiß ich, dass ich New York liebe, und New York liebt mich zurück – ohne Konditionen. Deshalb lebe ich hier, atme hier und bin verwachsen mit dieser Traumstadt. New York ist ehrlich, verspricht Dir nichts, ist aber der beste Lehrer und Lover der Welt. Am 4. Juni ließen New York und ich die Champagnergläser klingen: “Auf die nächsten 10, mein Schatz!”


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