Einträge mit dem Schlagwort ‘Lächeln’

Mr. Hug – ein Mann zum Anfassen

Kategorie: Gute Nachrichten am Mittwoch, 12. August 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

“Kostenlose Umarmung – Free Hugs” ist auf der Pappe zu lesen, die Frank Hildebrand vor einigen Tagen in Köln vor dem Dom hoch hält. Und tatsächlich, die Menschen kommen auf den aufmunternd lächelnden, in einem orangefarbenen T-Shirt mit der Aufschrift “Mr. Hug” gekleideten Mann zu und möchten kräftig in die Arme genommen werden. Sie empfinden die Umarmung als angenehm und genießen die sympathische Ausstrahlung von Frank Hildebrand. Zusätzlich zum körperlichen Wohlgefühl drückt der so genannte Mr. Hug den Menschen seine Visitenkarte in die Hand, lässt sich fotografieren und spricht darüber, warum er der Mann zum Anfassen ist: Eine Umarmung setze Kräfte frei und entspanne. Eine Stunde lang verschenkt Hildebrand seine Umarmungen. Und dann macht er sich auf zum nächsten Ort. Denn der 41-jährige tourt einen Monat lang zwischen Wien, Zürich, Luxemburg und Leipzig – seine zweite Rundreise dieser Art. Im “normalen” Leben ist Mr. Hug Diplom-Ingenieur, Bassgitarrist und Persönlichkeitstrainer. Wer mag, kann sogar eines seiner Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung buchen. (Entdeckt im Kölner Stadt-Anzeiger vom 11. August 2009)

Warum wir in ernsten Situationen lachen?

Kategorie: Gesellschaft, Gute Nachrichten am Mittwoch, 5. August 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Der Partner macht Schluss, der Chef kündigt uns, die Freundin verletzt sich – aber statt Tränen zu weinen, lachen wir los. Warum? Nicht, weil uns die Situation nicht berührt, sondern weil Lachen in solchen Momenten eine natürliche Schutzreaktion ist. Denn wer über den Ernst der Lage lacht, macht nicht nur sich selbst, sondern auch den anderen Mut. So wird die negative Nachricht entschärft und wirkt gleich viel weniger bedrohlich. Das scheinbar irrationale Lachen ist also eine kluge Taktik, damit uns ein Schock nicht völlig aus der Bahn wirft.

Lachen lernen: die Geschichte der kleinen Peh, HIVpositiv.

Kategorie: Gesellschaft am Montag, 3. August 2009 von Christina Maria GraweKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Peh – sie kann jetzt Eis essen, kichern und ein bisschen sprechen.

Peh – sie kann jetzt Eis essen, kichern und ein bisschen sprechen.

Wenn die 7jährige Peh besonders glücklich ist, dann quietscht sie laut und ihre kleine Zunge schiebt sich frech durch die kaputten Zähnchen, die sie beim Lachen zeigt. Noch sind es die Milchzähne, aber wahrscheinlich werden auch die neuen Zähne bald wieder faulen. Liegt nicht an mangelnder Hygiene – Nebenwirkungen der Medikamente, die sie jeden Tag nehmen muss. Auswirkungen des Virus, das ihre Mutter ihr vom ersten Tag an auf dieser Welt mitgegeben hat. HIV. Die kleine Peh hat Aids.

Ihre Geschichte ist eine von unzähligen in Asien: Papa trank oft ein bisschen zu viel, stromerte rum und steckte sich an in einem der billigen Bordelle auf dem Land. Mama erfuhr erst zwei Jahre später, als sie mit Baby Peh schwanger war, dass er auch sie angesteckt hatte. Papa starb zuerst, Mama wenige Wochen nach Pehs Geburt. Das war vor sieben Jahren.

Zunächst kümmerte sich die Oma um Peh.

Die Oma kümmerte sich zuerst um Peh, aber niemand in ihrer kleinen Hütte in den Slums kannte sich aus mit kranken Babies. Und Peh war irgendwie anders, das kapierten alle. Aber niemand hatte Zeit oder Geld oder Nerven, sich darum zu kümmern. Als die Oma sich nicht mehr kümmern konnte oder wollte, hatte eine entfernte Tante Mitleid, eine Straßenkehrerin mit schon drei Kindern und einem Motorradtaxifahrer-Ehemann. Peh war fünf, konnte weder laufen noch sprechen zu der Zeit. Die Tante ahnte von dem Virus, der Schuld daran war, traute sich aber nicht, es ihrem Mann zu sagen. Hatte Angst, der Mann würde sie dann mit den drei Kindern sitzen lassen. Tagsüber hatte niemand Zeit für Peh, so sperrte man sie in einen kleinen Raum ein, mit frischem Reis und Wasser, was blieb der Tante anderes übrig.

Ein Nachbar erzählte ihr dann von einer Art Kindertagesstätte für spezielle Kinder. Und so kam die kleine Peh ins Mercycentre, ein Kinderheim, Aidshospiz und Zuhause für Kinder wie Peh, für die niemand Zeit hat. Das war vor zwei Jahren.

Als ich Peh dort das erste Mal traf, konnte sie nicht laufen, nicht essen, nicht lachen und nicht sehen. Der Virus, zu lange nicht bekämpft, war stärker als ihr Augenlicht, stärker als ihr Nervensystem. Peh hat auch heute noch Schwierigkeiten, ihre Bewegungen zu koordinieren.

Sie kann jetzt stehen und beinahe alleine laufen.

Behutsam wurde sie in den letzten zwei Jahren in ihrem neuen Zuhause gepflegt und gestreichelt, gefüttert und auf die richtigen Medikamente eingestellt. Die ersten Wochen saß sie unbeweglich in einem kleinen Rollstuhl, weinte, als ich sie das erste Mal an ihrem Ärmchen berührte. Obwohl sie mich nicht sehen konnte – die komische weiße Frau mit gelben Haaren – hörte ich mich dennoch einfach fremd an. Viel Zeit ist seitdem vergangen. Die anderen Kinder im Heim – ebenfalls alle HIVpositiv – nahmen Peh als ihre kleine Schwester auf, wuschen sie, wickelten sie und ärgerten sie auch, so wie das ganz normale Geschwister tun. Die Hausmütter des Mercycentres pflegen sie liebevoll. Ein Physiotherapeut trainiert fast jeden Tag mit ihr, sie kann jetzt stehen und beinahe alleine laufen.

Und wenn ich heute Peh ab und zu treffe, quietscht sie laut. Sie kann jetzt Eis essen und kichern, sie kann ein bisschen sprechen und ein Händeklatschspiel beinahe perfekt, sie kann Küsschen geben und streckt mir immer ihren kleinen Kopf entgegen, damit ich ihr auf den Hals puste und sie noch viel mehr lachen muss.

Peh ist ein Glückskind.

Peh ist ein Glückskind. Klar, der Virus ist da, die meisten Nerven in ihrem Körper zerstört und auch ihr Augenlicht ist für immer weg und noch gibt es keine Langzeiterfahrungen mit den neuen Medikamenten. Aber ich denke nie daran, dass ich Peh mutmaßlich überleben werde, ich freue mich, wenn sie mich glücklich macht mit ihrem übermütigen Kichern.

Dank des Mercycentres in Bangkok haben viele Kinder wie Peh eine glückliche, liebevolle Kindheit in Sicherheit. Das Haus in den Slums von Bangkok ist auch für mich in den letzten fünf Jahren zu einem zweiten Zuhause geworden. Und so werde ich sicher noch viele der traurigen und dennoch fröhlichen Geschichten meiner kleinen Freunde dort für die Frohe Botschafterin aufschreiben.

Mein Freund James

Kategorie: Gesellschaft am Montag, 27. Juli 2009 von Simone PipekKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Mein Freund James mit Afro-Perücke auf dem Trödelmarkt in Chelsea, New York

Mein Freund James mit Afro-Perücke auf dem Trödelmarkt in Chelsea, New York

Wir treffen im Leben viele Menschen, berühren Ihr Leben mehr oder weniger signifikant, nehmen einen Teil davon mit uns und wachsen durch deren Anschauungen und Meinungen. Manche Menschen hinterlassen mehr Eindruck als andere, weil sie einfach so stark in die eigene Richtung denken oder das genaue Gegenteil empfinden. In diese Kategorie fällt mein Freund James. Er ist einer der liebsten und wichtigsten Menschen in meinem Leben, und die Welt wäre ein wenig grauer ohne seine Genialität, die häufig (meistens) an Wahnsinn grenzt.

Gerade habe ich den Hörer mit ihm aufgelegt und bin wieder fasziniert, wie zufällig und doch unwiderruflich stark wir alle unser gegenseitiges Leben beeinflussen, ohne es zu wissen.

James und sein bester Freund Desi (bis zu diesem Tag), haben sich im College kennengelernt und waren in der glücklichen Lage, ein Haus in Brooklyn, New York,  kaufen zu können, in einer Gegend, in die ich mich damals sicherlich nie getraut hätte, da sie als sehr gefährlich galt. Das Haus ist heute längst verkauft, viel ist seitdem passiert, aber ETWAS ist scheinbar geblieben.

Er hat ihnen die Welt eröffnet.

James hat damals Anthony und Daniel kennengelernt, ein Bruderpaar von 10 und 11 Jahren, die aus einer kinderreichen und sehr armen Famlie stammten, und in der gleichen Straße wie er und Desi wohnten. Er hat ihnen, für deren Kinderaugen, die Welt eröffnet. Er hat sie in seinem Truck mitgenommen, ist mit ihnen U-Bahn gefahren und hat ihnen sogar ein Fahrrad gekauft, und so ganz nebenbei wichtige Werte des Lebens vermittelt, zu denen den Eltern die Zeit fehlte. Das hört sich für unsereins wahrscheinlich banal an, aber für ein Kind, das nicht weiss, wann das nächste Mal ein Essen auf den Tisch kommt, kann es die Grundlage für dessen weitere Entwicklung sein, denn speziell Kinder und Jugendliche aus dieser bestimmten Nachbarschaft waren prädestiniert dafür, im Gefängnis zu enden oder zumindest wegen kleinkrimineller Delikte verhaftet zu werden.

Heute bekommt also James, der im August das zarte Alter von 65 Jahren erreichen wird, einen Anruf von einem (relativ) jungen Mann, der sich als Anthony vorstellt. Er erklärt, wer er ist und erzählt ihm, dass er, Anthony, seitdem James und Desi das Haus in Brooklyn 1984 verkauft haben, versucht hat, ihn ausfindig zu machen – da war er 17 Jahre alt. Er fragt, ob James am Nachmittag für ein Stündchen Zeit hat, und seine Antwort ist spontan: Ja.

Was für ihn eine Kleinigkeit war, hatte großen Einfluss auf das Leben der Kinder.

So konnten heute, 30 Jahre später, Anthony und Daniel (40 und 41 Jahre alt) James für das danken, was er für die beiden Jungen damals getan hatte. Was für ihn ganz natürlich war und als Kleinigkeit erschien, hatte für die beiden Jungen einen solchen Einfluss auf ihr Leben, dass sie sich beide heute sicher sind, dass sie auf die schiefe Bahn geraten wären, wäre da nicht James gewesen, der ihnen ein bischen die Welt erklären konnte.

Diese Geschichte hat mich zu Tränen gerührt, und ich realisiere, dass nichts im Leben umsonst geschieht. Ich werde mir wieder einmal mehr bewusst, dass wir manchmal gar nicht gewahr sind, was wir mit kleinen Gesten der Freundlichkeit, einem netten Wort oder einfach einem Lächeln “anrichten” können.

Ein Lächeln für Sie, liebe(r) LeserIn!

Was mich heute froh macht …

Kategorie: Gesellschaft, Reisen am Donnerstag, 2. Juli 2009 von Christina Maria Grawe2 Kommentare
Klein, aber sehr fein.

Klein, aber sehr fein.

Nächste Woche muss ich beruflich nach Samui, lange geplant. Für mich und mein Kamerateam habe ich ein gutes Hotel gebucht, schon reserviert und bezahlt. Für 5 Nächte. Ein kleines, aber sehr gutes Hotel. Wichtig, da wir immer teures Equipment dabei haben. Wir wohnen immer dort, ich mag es sehr. Es hat nur 8 Zimmer, alles ist weiß und mit Blumen dekoriert. Ein echtes Mädchenhotel, was aber auch meinen männlichen Kollegen gefällt! Nun hat sich – 2 Tage vor Anreise – der Dreh um 2 Tage verkürzt. Ich habe also eine E-Mail geschrieben, ob es vielleicht vielleicht möglich sei, doch noch die Buchung zu verkürzen. Eigentlich erwartete ich die Antwort: Sorry, aber so kurzfristig können wir das ohne Stornierungsgebühr nicht mehr machen. Oder Ähnliches. Verständlich irgendwie auch in der momentanen wirtschaftlichen Situation in Thailand. Keine Touristen da, alle Hotels sind leer. Und in ähnlicher Situation kürzlich bestand ein anderes Hotel sogar auf die volle Zahlung der gebuchten Räume.

Zimmer mit Aussicht

Zimmer mit Aussicht ...

Stattdessen aber bekam ich folgende Antwort: “No problem with amend booking, in return you have to keep us in your heart.” Sonst nix. Ein netter kleiner Satz, eine menschliche Geste, keine geschäftliche Sprache – einfach nur nett! Mich hat das heute froh gemacht. Nicht wegen des gesparten Geldes – das hätte sicher sogar der Sender übernommen – aber wegen des Lächelns, das ich dadurch heute morgen auf den Lippen hatte. Und in das Hotel werde ich sicher wieder einchecken nächstes Mal! Und Werbung mache ich auch: www.nalinnadda.com

Und was macht Sie heute froh? Die frohe Botschafterin freut sich auf Ihre Geschichte. Schreiben Sie ihr!


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