Einträge mit dem Schlagwort ‘New York’

Rosie – ein Abschied

Kategorie: Mensch & Tier am Mittwoch, 11. April 2012 von Simone PipekKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Ein Herz und eine Seele

Ein Herz und eine Seele

Ich liebe Hunde, Katzen, Vögel. Leider war ich bisher nie in der glücklichen Lage, Hunde oder Katzen mein eigen nennen zu können. Zwei Wellensittiche haben mich eine zeitlang begleitet, mussten dann aber zu meinen Eltern umziehen, weil das Studentenwohnheim keine Haustiere erlaubte. Ein Meerschweinchen und eine Maus gibt es ebenfalls noch in der kurzen Reihe meiner Haustiere, aber zu mehr habe ich es nie geschafft.

Umso schöner ist es, in New York zu leben. Hunde gibt es überall, und sie sind alle extrem gut erzogen und menschenfreundlich, lassen sich gern streicheln und freuen sich über die Aufmerksamkeit. Und das tollste: Hier muss jeder Hundebesitzer die, aehm, Verdauungsprodukte seines vierbeinigen Freundes mit einem Tütchen aufheben und in den nächsten öffentlichen Mülleimer werfen. Slalom laufen um kleinere und größere Haeufchen entfällt also komplett, und wir können uns an der Vielzahl von reinen und gemischten Rassen im Straßenbild New Yorks erfreuen.

Fairway und Rosie

Zwei dieser Spezies habe ich seit elf Jahren in meinem direkten Umfeld. Fairway und Rosie, ein bischen Schäferhund, ein bischen Hyäne, ein paar zu kurz geratene Beine, gefleckte Zungen, braune Augen, die tief in eine warme Seele schauen lassen, zumindest für die, die sie zu ihrem Rudel auserkoren haben.

Ein Geschwisterpaar, das ungleicher nicht sein könnte, aber ein paar Charakteristika waren doch gleich. Angst vor Gewitter, dem Alleinsein (wenn auch zu zweit), allgegenwärtiger Hunger und zerkratzte Holzböden – um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Liebe und Glück

Ergebene Treue und bedingungslose Liebe, die Pfote auf dem Oberschenkel, die anzeigt, dass es nun doch endlich einmal wieder Zeit für eine extra Streicheleinheit ist, das zufriedene Grunzen, wenn der Bauch massiert wird , das Glück in den Augen, wenn sie einfach nur in der Anwesenheit ihrer Menschen sein dürfen, das Zucken der Gliedmassen im Schlaf, wenn sie wieder einem Eichhörnchen hinterherjagen (welches sie weder im Traum noch in Wirklichkeit jemals erwischen) – all dies gehört zum Gesamtpaket. Mit den Jahren lernte ich, das Bellen zu unterscheiden. Erfreutes Bellen – Freund, Familie. Böses Bellen – der Postbote, fremder Hund.

Wärme und Ruhe

Diese beiden Hunde, wenn sie auch nicht mir gehören, habe ich emotional adoptiert. Sie begleiten mich seit 11 Jahren bei der Arbeit, im Büro. Sie haben unser kleines Büro durch viele Höhen und Tiefen begleitet, und ich bin sehr dankbar dafür, weil sie dem häufig stressigen Arbeitsalltag ein bischen mehr Wärme und Ruhe geben.

Seitdem ich diese beiden in meinem Leben habe, verstehe ich, warum Hunde in Krankenhäusern und Hospizen eingesetzt werden, um die emotionale Stabilität der Patienten zu stärken.

Rosie hatte in der nahen Vergangenheit Symptome, die selbst der Tierarzt nicht deuten konnte. Kurze Zeit später verhielt sie sich aber wieder völlig normal, also Entwarnung. Heute am späten Nachmittag konnte sie dann plötzlich nicht mehr aufstehen, alle Verlockungen (mit der Leine zu einem Spaziergang einladen, einen Hundekuchen anbieten), halfen nicht. Als ich die Arbeit verließ, war ihr Herrchen auf dem Weg zum Tierarzt. Später am Abend bekam ich dann den Anruf auf dem Handy.

Krokodilstränen

Sie musste eingeschläfert werden, war zu schwach, um eine Operation zu überstehen. Plötzlich Nebel. Wie bitte? Rosie ist morgen also nicht da, wenn ich ins Büro komme? Unvorstellbar im Moment. Die Trauer hat noch nicht eingesetzt, weil das Geschehene noch zu frisch ist. Lediglich ein paar Krokodilstränen sind mir die Wangen heruntergelaufen. Wie wird mein Fairway, ihr Bruder, damit klarkommen, dass das Lebewesen, das bisher immer an seiner Seite war, plötzlich nicht mehr da ist? Und wir Menschen?

Die Zeit wird es zeigen. Good-bye Rosie, sleep tight! You will be missed dearly. Du hinterlässt ein paar tiefe Pfotenabdrücke, die dich unsterblich machen, denn in unseren Herzen wirst du immer ein Plätzchen einnehmen.

Das schönste Geschenk – Zeit

Kategorie: Gesellschaft, Reisen am Samstag, 21. Mai 2011 von Simone PipekKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Ich wünsche uns allen alle Zeit der Welt.

Ich wünsche uns allen alle Zeit der Welt.

Schneller, höher, weiter. Immer machen, funktionieren und tun, so sieht das Leben der meisten Menschen in unserem Industriezeitalter aus. “Ich habe keine Zeit …” hört und sagt man selbst allzu oft. Weil auch ich in diesem Laufrad des Lebens, wie wir alle, gefangen bin, habe ich mir dieses Jahr zu meinem Geburtstag etwas ganz besonderes geschenkt: Zeit.

Wie es der Zufall wollte, hat mich mein lieber Bruder über mein Geburtstagswochenende hier in New York besucht, und ich habe kurzerhand entschieden, dass wir uns zwei Tage nach Montauk, einem kleinen, früheren Fischerdörfchen am atlantischen Ozean, nur drei Stunden von New York City entfernt, verziehen.

Luxus pur

Trotz Regen und Wind ein wunderschönes Erlebnis. Ich habe es “gewagt”, mein Telefon auf lautlos zu stellen, keine Anrufe anzunehmen und keine E-Mails zu checken. Luxus pur. Ehrlich gesagt hatte ich bei der Planung Bedenken, ob ich das durchhalten würde, aber siehe da, es hat gar nicht weh getan! Nur schlafen, essen, lesen, die Seele baumeln lassen, Massage, spazierengehen, dazu die Seeluft – was kann es schöneres geben? Aaaaah, einfach nur atmen, ein und aus, ein und aus …

Es war natürlich ein sehr kurzer Urlaub, aber trotzdem gaben mir diese paar Tage Kraft und Motivation, und haben mir gezeigt, dass es auch “ohne” geht. Nichts ist so wichtig, dass es nicht ein paar Tage warten kann, wenn man dafür im Gegenzug wieder ein bischen mehr lebt – und weniger funktioniert.

Ehrlicherweise muss ich nun zugeben, dass ich gleich nach meiner Rückkehr meine E-Mails gecheckt habe, und Birgit, ein sehr lieber Gast aus Berlin, hat mir ein Geschenk gemacht, das mir die Tränen in die Augen schießen ließ. Sie wünscht mir Zeit. Wie passend! Und hat mir dazu einen Song von Vasee geschickt, der wie die Faust auf’s Auge passt, und den ich gern mit Ihnen teilen möchte:

http://www.youtube.com/watch?v=CNFuGW_u3iw

Ich wünsche uns allen alle Zeit der Welt und die Möglichkeit, ab und zu einmal stehen bleiben zu können! Zeit zu staunen, Zeit zu vertrauen, Zeit zu wachsen, Zeit zu vergeben, Zeit zu lieben. Danke, Vasee!

Ihre Simone

New York: Garten auf Rädern

Kategorie: Gesellschaft am Montag, 14. März 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

In New York fragt man jetzt nicht mehr: “Wann kommt der Bus?”, sondern “Wann kommt der Garten?” Wie bitte? Ja, Sie haben richtig gelesen. Denn in New York rollt bereits der erste bepflanzte Bus-Prototyp durch die Straßen. Und der Erfinder – Marco Castro Cosio – will natürlich noch mehr fahrende Grünfläche in die Metropole bringen. Für sein Diplom in Kommunikationsdesign entwickelte Marco eine Methode zur Bepflanzung von Busdächern und experimentierte mit Gewächsen, die dem Fahrtwind trotzen. “Dachgärten auf Gebäuden absorbieren Regenwasser, nehmen CO2 auf und fungieren als Dämmstoff. Wenn wir Busdächer bepflanzen, könnten wir diesen Effekt multiplizieren.” Immerhin rollen täglich 4.500 Busse durch Big Apple. Und das wären 14 Hektar! Momentan verhandelt Marco mit den Busgesellschaften. Eine abgefahrene Idee, die auch in Deutschland Nachahmer finden sollte, finde ich! (Inspiriert von Maxi 04/2011)

Manchester: Trinkwasser umsonst

Kategorie: Genuss, Gute Nachrichten, Reisen am Mittwoch, 21. Juli 2010 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Ob in Manchester, New York oder in San Fransisco: Wer eine Flasche mitbringt, bekommt in bestimmten Restaurants und Cafés Leitungswasser gratis. Und wo’s das Gratiswasser gibt, lässt sich online auf Stadtplänen ganz einfach mit einem Klick herausfinden. Eine absolut nachahmenswerte Idee finde ich. Denn sie spart nicht nur Geld, sondern auch Unmengen von Plastikflaschen.

www.givemetap.co.uk
www.tapitwater.com

Die amerikanische Malerin Emma Dial

Kategorie: Gelesen, Kultur am Montag, 5. Juli 2010 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Über eine junge Frau, die am entscheidenden Wendepunkt ihres Lebens steht.

Über eine junge Frau, die am entscheidenden Wendepunkt ihres Lebens steht.

Im Moment habe ich meine absolute Lesephase. Und offensichtlich erwische ich ein gutes Buch nach dem anderen. Das macht wirklich Spaß!

Heute stelle ich Ihnen das Buch “Die amerikanische Malerin Emma Dial” vor. Das hinreißende Debüt von Samantha Peale. Worum es darin geht? Um die Malerin Emma Dial, die in Manhattan als Ghost-Malerin für den Maler Michael Freiburg arbeitet. Sie malt riesige überdimensionale Landschaften in Öl, die auf dem Markt horrende Preise erzielen. Emma wird für ihre Arbeit gut bezahlt und sie hat ein Verhältnis mit Michael. Sie genießt das glamouröse Künstlerumfeld mit Vernissagen, Sammlern und Galeristen. Sie liebt die Partys. Und doch vermisst sie irgendwann ihr eigenes, kleines Studio in Brooklyn. Ihre eigenen Zeichnungen.

Als der Maler Philip Cleary, der zugleich Michaels größter Konkurrent ist, in ihr Leben tritt, zeichnet sich ein Wendepunkt in Emmas Leben ab. Sie beginnt, sich auf ihre eigene Kunst zu konzentrieren … Ob sie den Absprung in die Selbständigkeit wirklich schafft. Und ob sie aus Michaels Schatten heraustreten kann, erfahren Sie, wenn Sie dieses empfehlenswerte Buch selbst zur Hand nehmen werden.

Seite für Seite werden auch sie in die spleenige Art-Society New Yorks hineingezogen. Und ich bin gespannt, ob Ihnen diese Exkursion in die Kreativszene des Big Apple genauso gut gefallen wird wie mir.

Die Autorin Samantha Peale ist selbst Künstlerin und studierte an der New School in New York und am Art Institute of Chicago. Vier Jahre lang war sie Assistentin im New Yorker Studio von Jeff Koons. Dies heißt aber nicht, dass “Die amerikanische Malerin Emma Dial” ein Schlüsselroman wäre, versichert die Schriftstellerin.

„Scharfsinnig und eindrücklich beobachtet.“ THE NEW YORK TIMES

„Das ist genau der Roman über die New Yorker Kunstwelt, den ich schon immer lesen wollte. Sexy, intelligent, supercool!“ GARY SHTEYNGART


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