Einträge mit dem Schlagwort ‘Phantasie’

Lesen macht Kinder glücklich

Kategorie: Gelesen, Gesundheit, Kultur am Montag, 27. Juni 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Kids und Jugendliche skypen, chatten und spielen Computergames, aber sie lesen kaum noch. So schauen 73 Prozent der 6- bis 13-jährigen jeden Tag fern, aber nur 15 Prozent lesen regelmäßig ein Buch. Dabei steigt die Zahl der Nichtleser jedes Jahr. Dies wird zu Recht häufig beklagt. Oftmals steht dabei die Sorge um den Erhalt der Kulturtechnik Lesen im Vordergrund, die Fähigkeiten wie Vorstellungskraft, abstraktes Denken und Aufmerksamkeit schärft. Das Lesen von Büchern trainiert den Geist und erweitert den Horizont. Das ist aber – leider – noch nicht alles. Wenn Kinder nicht mehr lesen, drohen sie nicht nur kognitiv, sondern auch emotional zu verarmen. Denn: Erzählte Geschichten bereichern die Innenwelt und schirmen Kinder so von den Härten des Lebens ab.

Lesen schützt vor Depressionen

Ein amerikanisches Forschungsteam hat sogar festgestellt, dass Lesen Jugendliche vor Depressionen schützt. Wer sich an vertraute Erzählungen wendet, wenn er traurig oder einsam ist, wird bald feststellen, dass er sich mit jeder Seite besser fühlt. Er spürt sich stärker mit der Welt verbunden, sobald er in den Erzählkosmos einer Geschichte eintaucht. Beim Lesen schließen wir uns fiktiven Weggenossen an. Und je mehr man sich dabei assoziativ verbunden fühlt, desto stärker hebt dies die Stimmung und das persönliche Wohlbefinden, folgern Shira Gabriel und Ariana Young von der University at Buffalo im US-Staat New York im Rahmen einer Studie.

Geschichten sind Empathielieferanten

Geschichten sind  tolle Empathielieferanten. Dabei verbinden uns Geschichten nicht nur mit den erfundenen Charakteren, sondern auch mit den realen Menschen um uns herum – besonders mit jenen, die dieselbe Geschichte gelesen haben. Wenn wir Abenteuern in Büchern beiwohnen, gönnen wir uns eine Auszeit vom realen Leben. Tauchen wir aus den Geschichten wieder auf, sind wir zufriedener und fühlen uns unseren Mitmenschen näher. Geschichten sind für uns “Abstraktion und Simulation sozialer Erfahrung”, sagt der Psychologe Keith Oatley. Kinder lernen durch Bücher fürs Leben. Und deshalb ist es so wichtig, dass Kinder die Lust am Lesen entdecken. Verschenken Sie also beim nächsten Anlass lieber ein bewusst ausgesuchtes Buch anstelle von Computerspielen, Handys oder Klamotten. Gehen Sie mit gutem Beispiel voran und vielleicht entdecken Sie ja auch Ihre Lust am Vorlesen und führen Kids und Jugendliche so an Bücher heran. (Inspiriert von Kölner Stadt-Anzeiger MAGAZIN Nr. 146)

Moderne Guerilleros lieben Flower-Power

Kategorie: Gelesen, Gesellschaft, Kultur am Donnerstag, 30. Juli 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Ernten, was man sät ...

Ernten, was man sät ...

Stellen Sie sich vor, Sie gehen morgen früh aus dem Haus und da, wo gestern noch öde, leere Betonkübel, vereinsamte Straßenlaternen und verwahrloste Verkehrsinseln waren, entdecken Sie plötzlich liebevoll angelegte Beete mit blühenden Blumen. Eine solche Pracht ganz einfach über Nacht? Sie trauen Ihren Augen nicht? Sie glauben, das gibt’s nicht?

Gibt’s doch! Guerilla-Gärtnern nennt sich diese wundervolle Aktion. Und die kommt – wie so viele kreative Ideen – aus New York. Dort begann schon 1973 eine Gruppe New Yorker mit der eigenmächtigen Begrünung ihres verwahrlosten Stadtteils. 1990 dann zeigte Andie McDowell als schöne Guerilla-Gärtnerin im Film „Green Card“, welch wundervolle Blüten ein bisschen Phantasie gepaart mit einem grünen Daumen treiben kann. Inzwischen ist der erste Nachbarschaftsgarten in New York ein offizieller Park.

Mit steigendem Umweltbewusstsein treibt eine kleine grüne Revolution ihre Wurzeln. Und so wird das so genannte Guerilla-Gärtnern weltweit immer populärer. Denn so bekommen viele Stadtbewohner ohne eigenen Balkon oder Garten die Möglichkeit, sich zu erden und dem Urbedürfnis des Buddelns und Pflanzens nach Herzenslust nachzugeben.

Anrührende Stiefmütterchen in einem vergessenen Papierkorb

Guerilla-Gärtner gehen auf die Suche nach ungenutzten öffentlichen Flächen, vernachlässigten Pflanzcontainern und Beeten, Verkehrsinseln oder Schmuddelecken. Sie räumen auf, pflanzen oder säen neues Grün. Danach hegen und pflegen Sie „ihr Gärtchen“ und machen damit nicht nur sich selbst, sondern auch vielen anderen Menschen eine große Freude. Dabei arbeiten Guerilla-Gärtner stets im Verborgenen. Und so entstehen über Nacht blühende Landschaften: unverhoffte Blumen in der unwirtlichen Umgebung eines Häusermeeres, überraschende Hängegeranien an der Bushaltestelle, anrührende Stiefmütterchen in vergessenen Papierkörben oder aufheiternde Narzissen auf Grünstreifen.

New York – die Wurzel des Guerilla Gardenings

Erfunden wurde der Begriff des Guerilla-Gärtnerns bzw. des Guerilla Gardenings 1973 von der New Yorker Künstlerin Liz Christy. Nachdem sie entdeckt hatte, wie im Müll ihres damals ziemlich heruntergekommenen Stadtteils Bowery-Houston Tomatenpflanzen wuchsen, die aus weggeworfenen Tomaten gekeimt waren, begann sie gemeinsam mit Freunden Pflanzensamen auszusäen, wo auch immer sie einen geeigneten Platz dafür entdeckte. Liz nannte sich und ihre Freunde Green Guerillas. Und es gelang ihr im Laufe der Zeit, den daraus entstandenen Nachbarschaftsgarten zu pachten, der heute Liz Christy Garden heißt.

Grüne Welle

Die grüne Welle boomt weltweit.

Auch in europäischen Städten gibt es mittlerweile zahlreiche heimliche Gärtner. So zum Beispiel in Hamburg, Köln, Wien, London, Kopenhagen, Brüssel und Paris. Und wer schauen mag, was Guerilla-Gärtner in aller Welt zum Blühen bringen, der findet dies im Buch „Guerilla Gardening: Ein botanisches Manifest“ von Richard Reynolds und Max Annas oder auf der Webseite www.guerrillagardening.org

Ein kleines Fleckchen Erde, Blumen, Liebe und Wasser …

Wer sich nun ein Beispiel nehmen und seinen grünen Daumen als Guerilla-Gärtner unter Beweis stellen möchte, suche sich ein kleines Fleckchen Erde, befreie es von Unkraut und gestalte es neu. Was Sie dazu brauchen? Eine Kiste voller Pflanzen – z. B. Lavendel, Katzenminze, Kapuzinerkresse, Efeu, Korn- oder Sonnenblumen –, etwas fruchtbare Erde aus der Tüte und täglich etwas Aufmerksamkeit und Wasser. Wer nicht heimlich gärtnern möchte, hole sich vorher eine Genehmigung vom zuständigen Ordnungsamt – in Hamburg beispielsweise unter www.gruenpate.de. In Köln können Sie eine Patenschaft für eine Baumscheibe (das offene Erdreich rund um einen Baum) übernehmen und diese nach eigenen Wünschen bepflanzen. Weitere Informationen dazu erhalten Sie vom Kölner Grünflächenamt.

„Leben allein genügt nicht“ sagte der Schmetterling, „Sonnenschein, Freiheit und eine kleine Blume muss man auch haben.“ – das schrieb schon Hans Christian Andersen. Damit bleibt mir nur noch, Ihnen Folgendes mit auf den Weg zu geben: Genießen Sie die Freiheit und lassen Sie Blumen blühen! Dann kommen die Schmetterlinge von ganz allein.

Kleine Dinge mit großer Wirkung

Kategorie: Gelesen, Gesellschaft, Kultur am Dienstag, 28. Juli 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Schwalbenschwanz – fotografiert von Silvia Orlando Akagi

Schwalbenschwanz – fotografiert von Silvia Orlando Akagi

Gestern schickte mir Silvia Orlando Akagi aus der Schweiz als Beitrag zu den kleinen Dingen mit großer Wirkung (wie die Geschichte über James aus New York) dieses wunderschöne Foto.

Ihr Schmetterling hat mich wiederum dazu inspiriert, “James’ Tierleben” von James Krüss durchzublättern – eine kleine Zoologie zur Unterhaltung und Belehrung in 99 gereimten Lektionen. Hier fand ich eine “gereimte Lektion”, die ich heute gerne an Sie weitergeben möchte:

Lied des Menschen

Ich bin ein Mensch; doch bild ich mir nicht ein,
Ich könnt im Dunkeln besser sehn als Eulen,
Ich könnte lauter als die Wölfe heulen
Und könnte stärker als ein Löwe sein.

Ich bin ein Mensch; doch glaub ich nicht, ich sei
So glücklich wie Delphine, wenn sie springen,
So selig wie die Meisen, wenn sie singen,
Auch nicht so schnurrig wie ein Papagei.

Ich bin ein Mensch und doch in jedem Tier,
In Laus und Adler, Raupe, Pfau und Schnecke.
Sie sind die fernsten Ahnen, und ich stecke
In jedem Tier, und jedes steckt in mir.

Doch bin ich Mensch in ganz besondrem Sinn.
Wenn Tiere schnurrig sind, verspielt und heiter,
Dann sind sie schnurrig, heiter und nichts weiter.
Aber ich weiß es, wenn ich glücklich bin.

Was Tiere sind, das sind und bleiben sie.
Ein Wolf bleibt Wolf. Ein Löwe bleibt ein Löwe.
Doch ich kann alles sein, Delphin und Möwe.
Ich bin ein Mensch. Ich habe Phantasie.

Schön, oder?


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