Einträge mit dem Schlagwort ‘Reise’

Adam und Evelyn

Kategorie: Gelesen, Kultur, Reisen am Montag, 23. November 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Alle lieben Adam.

Alle lieben Adam.

DDR im August 1989: Die Frauen lieben Adam, weil er ihnen Kleider schneidert, die sie schön und begehrenswert machen. Und Adam liebt schöne Frauen – UND seine Freundin Evelyn. Die erwischt ihn in flagranti mit einer seiner Kundinnen. Und so fährt Evelyn statt wie geplant mit Adam mit ihrer Freundin Mona und deren Cousin Michael aus dem Westen an den Balaton nach Ungarn. Dies hält Adam jedoch nicht davon ab, nebst Zelt und Schildkröte Elfi den Dreien hinterher zu reisen.

So geht es für alle auf unterschiedlichen Wegen bis an den Plattensee. Hier trifft sich das Quartett bei Familie Angyal und verbringt dort – von liebevoller Gastfreundschaft umsorgt – ungewollt seinen „Urlaub“ miteinander. Überschattet wird die „gemeinsame“ Zeit von den politischen Umbrüchen in der DDR sowie in Osteuropa. Ungarn will seine Grenze Richtung Westen öffnen. Und auf diese Weise wird plötzlich für Adam, Evelyn, Mona und Michael die verbotene Frucht des Westens zum Greifen nah und jeder steht für sich vor einer schwierigen Entscheidung. In dieser besonderen Situation rückt der Autor Ingo Schulze das menschliche Urdrama von Verbot und Verführung, von Liebe und Erkenntnis und nicht zuletzt die ungestillte Sehnsucht nach dem Paradies in den Mittelpunkt seiner Geschichte. Doch wo ist dieses Paradies zu finden? In den Verlockungen des Westens? In der Unbeschwertheit eines Feriensommers am Plattensee? Oder doch im eigenen, lieb gewonnenen Garten?

Wo ist das Paradies?

In diesem faszinierenden Spiel mit der Geschichte von Adam und Eva kreiert Ingo Schulze eine beeindruckend spannende Tragikkömodie über Verbot und Erkenntnis und die Suche nach dem wahren Paradies. Einem Paradies, das doch für jeden letztlich ein ganz anderes sein kann …

Mir sind während des Lesens ganz besonders Adam, Frau Angyal und die Schildkröte Elfi ans Herz gewachsen. Ingo Schulze skizziert wunderbare Charaktere und erzählt diese Geschichte so eindrücklich, dass ich das Gefühl hatte, bei Angyals mit am Tisch zu sitzen. Die aufregende Atmosphäre des Umbruchs hat mich gefangen genommen und „Adam und Evelyn“ für mich zum Page-Turner werden lassen. Bis tief in die Nacht konnte ich nicht aufhören zu lesen, weil ich wissen wollte, wie die Geschichte weitergeht … Ein tolles, spannendes Buch, das ich wirklich nur weiterempfehlen kann.

Ingo Schulze: “Adam und Evelyn”, Berlin Verlag, Berlin 2008

Bücher teilen

Kategorie: Gesellschaft, Gute Nachrichten am Donnerstag, 12. November 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Schicken Sie Ihre gelesenen Bücher auf die Reise!

Schicken Sie Ihre gelesenen Bücher auf die Reise!

Wohin mit dem Buch, das Sie gerade ausgelesen haben? Ins Altpapier? Auf keinen Fall! Es einfach im Regal verstauben lassen? Viel zu schade! Das haben sich Leseratten in deutschen Städten wie Mainz, Bonn und Hannover auch gedacht. Und so kann man dort bereits seine Bücher eintauschen. In ehemaligen Strom-Verteilerkästen oder ausrangierten Telefonzellen, die nun als öffentliche Bücherschränke dienen. Dort kann nun jeder seine gelesenen Bücher hineinlegen und sich an den dort liegenden Büchern je nach Leselust bedienen. Die Idee funktioniert natürlich auch ohne festen Standort: Lassen Sie Ihr gelesenes Buch doch einfach an stark frequentierten Orten liegen. Beispielsweise in der U-Bahn, im Café oder im Hotel. Hier werden sich bestimmt schnell neue Leser finden. Auf www.bookcrossing.com können Sie den Weg Ihres Buches sogar verfolgen. Mehr als 800.000 Menschen in 130 Ländern machen hier bereits mit. Und wann schicken Sie Ihr erstes Buch auf die Reise? (Inspiriert von greenpeace magazin. 6.09)

Ein “neues Haus” für die kleine Mitra

Kategorie: Gesellschaft, Gute Nachrichten am Montag, 26. Oktober 2009 von Christina Maria GraweKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Die kleine Mitra

Die kleine Mitra

Mittagszeit im indonesischen Dorf Sikabu Bukit. Die Sonne brennt erbarmungslos, nur die großen Palmen und Bananenstauden bieten etwas Schatten. Die kleine Mitra wartet schon ungeduldig mit ihren Freundinnen. Heute kommt ein neues Zuhause, hatte ihre Mutter ihr am Morgen gesagt. Und nun sitzt die Neunjährige auf dem Dorfplatz und wartet. Etwas anderes kann sie sowieso nicht tun. Das Erdbeben vom 30. September hat ihrer Familie das wenige, was sie besaßen, genommen. Die Schule ist auch zerstört, genauso wie alle Wohnhäuser in Sukabu Bukit. Spielsachen haben die Mädchen keine, hatten sie auch vor dem Erdbeben nicht. Und so sitzen Mitra und ihre Freundinnen nun seit Stunden schon gelangweilt auf dem staubigen Platz.

Deutsche Spendengelder am Ziel ihrer Reise

Hektik kommt auf, als endlich zwei große Trucks mitten auf der Dorfstraße halten. Caritas-Zelte aus Deutschland sind in der Ladung. Deutsche Spendengelder am Ziel ihrer Reise.

In Windeseile wird ein klappriger Tisch organisiert, Zettel mit Nummern sind bereits vorbereitet. Die Menschen drängeln sich um den Tisch, aber der Bürgermeister versucht, alle zur Ruhe zu bewegen.

Nach 10 Tagen im Freien erscheint so ein Zelt den Menschen hier wie eine Luxusvilla.

Nach 10 Tagen im Freien erscheint so ein Zelt den Menschen hier wie eine Luxusvilla.

Nur drei Menschen sind in Sikabu Bukit ums Leben gekommen. Aber ein Zuhause hat keiner der Überlebenden mehr. „Wir schlafen alle draußen.“ erzählt die kleine Mitra, die sich voller Interesse an den fremden weißen Menschen in die erste Reihe gedrängelt hat. Aber nachts kühlt es ab hier im Regenwald. „Wir frieren alle, weil man keine Tür zum zumachen hat.“ sagt sie in kindlicher Sprache. Auch ihre Familie bekommt ein Zelt. Ein wasserfestes 16-qm-Zelt, ein Schutz vor dem Wetter und vor allem auch ein Stück Privatsphäre für die Familie. Mitras Familie besteht aus fünf Menschen: Ihre Eltern, ein älterer Bruder und die Oma.

Ein neues Zuhause

Mitras Vater wird von der Liste aufgerufen. Er muss seinen Ausweis zeigen, den Empfang des Zeltes unterschreiben. Ein Stempelkissen steht bereit für die, die nicht schreiben können. Mitras Vater setzt seinen Daumenabdruck auf die Liste. Das Zelt lädt er auf ein klappriges Fahrrad. Mühsam schiebt er es über den Waldweg dorthin, wo sein Haus stand. Vor dem Haus hat die Familie gestapelt, was sie unter den Trümmern retten konnte.

Blonde Haare sind hier wirklich etwas Besonderes.

Blonde Haare sind hier wirklich etwas Besonderes.

Mitra bleibt erst einmal auf dem Dorfplatz. Zu spannend findet sie, was dort passiert. Weiße Ausländer hat sie noch nie von nahem gesehen. Sie nimmt all ihren Mut zusammen und fragt mich, ob sie meine blonde Haare einmal berühren darf. Sie darf. Ihre kleinen Freundinnen kichern. Aber Mitra ist das egal. Sie weicht mir die nächsten Stunden nicht von der Seite.

Die Verteilung dauert lange. Eine Frau wird laut, sie glaubt, man habe sie vergessen. Man beruhigt sie. Alle der Reihe nach. Nach und nach tragen die einzelnen Familien die Zeltrolle zu ihren Grundstücken. Hämmern ist aus dem Wald zu hören. Die Aufbau-Anleitung ist bebildert, einfach zu verstehen.

Die Mühe hat sich gelohnt.

Kurz darauf stehen tatsächlich schon erste Zelte. Direkt neben den Trümmern. Eine Übergangslösung, bis die richtigen Häuser wieder aufgebaut sind. Nach 10 Tagen im Freien erscheint so ein Zelt den Menschen hier wie eine Luxusvilla. Zwei Frauen sitzen lächelnd unter der neuen Plane und essen Reis. „Der Boden ist sogar wasserdicht““ rufen sie.

Mitra mit ihren Freundinnen

Mitra mit ihren Freundinnen

Mitra ist plötzlich verschwunden. Als wir am Abend, nachdem alle Zelte verteilt sind, noch einmal am Grundstück ihrer Familie vorbeikommen, ertönt das Gequietsche der kleinen Mädchen aus dem bereits aufgebauten Zelt. „Jippieh, wiiiir haaaben ein neues Hauuus! Yeah!“. Mitra springt mit ihren Freundinnen im Kreis und klatscht in die Hände. „Eeeeiiin neues Haus haben wir, juchhee!“ singen die Kinder. Und das ist dann einer dieser kleinen Momente, wo man als Helfer vor Ort weiß, dass alle Mühe sich gelohnt hat – dass jeder gespendete Cent sinnvoll angekommen ist.

Mr. Hug – ein Mann zum Anfassen

Kategorie: Gute Nachrichten am Mittwoch, 12. August 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

“Kostenlose Umarmung – Free Hugs” ist auf der Pappe zu lesen, die Frank Hildebrand vor einigen Tagen in Köln vor dem Dom hoch hält. Und tatsächlich, die Menschen kommen auf den aufmunternd lächelnden, in einem orangefarbenen T-Shirt mit der Aufschrift “Mr. Hug” gekleideten Mann zu und möchten kräftig in die Arme genommen werden. Sie empfinden die Umarmung als angenehm und genießen die sympathische Ausstrahlung von Frank Hildebrand. Zusätzlich zum körperlichen Wohlgefühl drückt der so genannte Mr. Hug den Menschen seine Visitenkarte in die Hand, lässt sich fotografieren und spricht darüber, warum er der Mann zum Anfassen ist: Eine Umarmung setze Kräfte frei und entspanne. Eine Stunde lang verschenkt Hildebrand seine Umarmungen. Und dann macht er sich auf zum nächsten Ort. Denn der 41-jährige tourt einen Monat lang zwischen Wien, Zürich, Luxemburg und Leipzig – seine zweite Rundreise dieser Art. Im “normalen” Leben ist Mr. Hug Diplom-Ingenieur, Bassgitarrist und Persönlichkeitstrainer. Wer mag, kann sogar eines seiner Seminare zur Persönlichkeitsentwicklung buchen. (Entdeckt im Kölner Stadt-Anzeiger vom 11. August 2009)

Gute Nachricht: Mit jedem Regentag wird der Lufthansa-Flug billiger.

Kategorie: Gute Nachrichten, Reisen am Dienstag, 11. August 2009 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Sonnige Aussichten!

Sonnige Aussichten!

Davon haben wir doch schon immer geträumt – vom Flugticket mit Sonnenscheingarantie. Die Sonnenscheingarantie gibt’s zwar nicht. Aber 20 Euro zurück für jeden Regentag am Urlaubsort. Die gibt’s. Und das lassen wir uns doch auch sehr gern gefallen. Wer also vom 1. September bis 31. Oktober seine Reise antritt und bei der Lufthansa bucht, bekommt sein Flugticket inklusive Schönwetterversicherung. Verkauft werden die Tickets ab 18. August. Dabei stehen 36 Ziele zur Wahl, wenn’s bei uns langsam anfängt zu herbsteln und wir uns auf jeden weiteren Sonnentag freuen. Also mein Tipp: Nix wie weg! (Entdeckt in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, Nr. 33)


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