Einträge mit dem Schlagwort ‘Tierschutz’

Ein letztes Gnadenbrot

Kategorie: Gelesen, Gesehen, Kultur, Mensch & Tier am Sonntag, 15. Januar 2012 von Christine Reichmann1 Kommentar

Wie fast jeden Sonntag lese ich zum ausgedehnten Frühstück die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung. Heute haben mich gleich auf der Titelseite vier unglaublich, schöne, ästhetische Schwarz-Weiß-Fotos und der dazugehörige Text gefangen genommen: “Ein letztes Gnadenbrot. Auch Tiere werden älter: Und manche dürfen leben, bis der Tod von selbst kommt.”

Natürlich musste ich gleich auf die Seite 56 weiterblättern und den dazugehörigen doppelseitigen Artikel lesen. Aber was mich viel mehr berührt, sind die faszinierenden Bilder, die die amerikanische Fotografin Isa Leshko von greisen Hunden, Schafen, Pferden, Schweinen und vielen anderen Tieren gemacht hat. Die Fotografin hat es geschafft, mit diesen Bildern etwas ganz Besonderes einzufangen, das ich kaum mit Worten beschreiben kann … Für mich sind es Würde und Weisheit der Tiere, die mich tief ins Herz getroffen haben – ob es nun der müde Blick eines zwölf Jahre alten Finnschafes ist oder – mein Liebling – der wissende Blick von Handsome One, einem 33jährigen Vollblutpferdes.

Absolutely in love

Die Fotografin Isa Leshko hat viele der von ihr fotografierten Veteranen persönlich kennengelernt. Für ihr Fotoprojekt “Elderly Animals” reist sie kreuz und quer durch Nordamerika, einen Trip nach Europa hat sie noch geplant. Den Anstoß zu diesem einzigartigen Projekt gab die Alzheimer-Erkrankung ihrer Mutter. Das sei ein Weg gewesen, mit ihrer eigenen Angst vor dem Altwerden und vor der Krankheit umzugehen. “Manche von diesen Tieren brechen dir das Herz”, sagt Leshko. Zum Beispiel ein mit sechs Jahren uralter Truthahn in einem Sanctuary in Kalifornien. “Absolutely in love” sei sie mit diesem Vogel. Andere wiederum hätten so etwas wie Stärke und Würde ausgestrahlt.

Ich verstehe, was Isa damit meint. Denn um mich herum tapst gerade meine betagte Hundedame Emmy und wenn ich in ihre wunderschönen braunen Hundeaugen schaue, ist es diese besondere Magie, die mich gefangen nimmt …

Die Webseite von Isa finden Sie unter www.elderlyanimals.com. Dort sehen Sie nicht nur ihre traumhaften, berührenden Fotos, sondern auch ein ebenso gefühliges Making Of.

(Inspiriert von “Altern ist nichts für Feiglinge”, Frankfurter Allgmeine Sonntagszeitung, 15. Januar 2012, Nr. 2)

US-Fleischkonsum sinkt drastisch

Kategorie: Genuss, Gesellschaft, Gesundheit, Gute Nachrichten, Mensch & Tier am Sonntag, 8. Januar 2012 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster

Wir starten mit guten Nachrichten ins neue Jahr: Der Fleischkonsum in den USA nimmt seit 2008 rapide ab und wird in diesem Jahr das Niveau der 1970er Jahre erreichen.

Die US-Agrarindustrie bezeichnet diese Entwicklung als »ziemlich schockierend im historischen Kontext« und sucht nach Erklärungen. Neben den erhöhten Futterkosten weist sie dabei auf einen für uns nicht erkennbaren »Krieg der Politik gegen den Fleischkonsum« hin. Viel wichtiger – das scheint auch die Fleischindustrie zu verstehen – erscheint aber die Tatsache, dass sich immer mehr gemeinnützige Organisationen für eine Reduktion bis hin zur kompletten Einstellung des Fleischkonsums einsetzen. Die Gründe dafür – auch das versteht die Agrarindustrie – reichen vom Tierschutz über Tierrechte bis hin zum Umweltschutz und dem Eintreten für Menschenrechte (Ernährungssicherheit, Arbeitsbedingungen). Bei all diesem Engagement bezeichnet es die Industrie als verwunderlich, dass der Konsum überhaupt so lange so hoch blieb.

Das zeigt: Den Fleischkonsum einmal zum Sinken zu bringen bedarf langer, harter Arbeit. Doch dann kann es sehr schnell gehen. Daher lohnt es sich, die Hintergründe der Entwicklung in den USA zu betrachten …

Warum ist die US-Tierschutzbewegung erfolgreich?

Neben der sich durchsetzenden Erkenntnis, dass das Thema Fleischkonsum nicht nur ein Tierschutzproblem ist, sondern auch aus Umwelt- und Menschenschutzsicht äußerst kritisch zu bewerten ist, ist auch zu sagen, dass in den USA hervorragende Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen aktiv sind, die eng zusammen halten und die einzelnen Aufgaben gut untereinander verteilen:

  1. Durch beispielhafte Undercover-Arbeit gelangen immer wieder Bilder aus der Massentierhaltung ans Licht der Öffentlichkeit.
  2. Andere Organisationen kümmern sich um die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelwirtschaft, damit vegetarische und vegane Produkte einen höheren Stellenwert erhalten.
  3. Und schließlich bekommen Konsumenten hervorragend aufgezeigt, wie einfach es ist, sich fleischfrei bzw. vegan zu ernähren. Hier ist insbesondere die Organisation Vegan Outreach (VO) zu nennen, die seit dem Jahr 2003 insgesamt 6,5 Millionen Studierende erreicht hat – und zwar vor allem mit einem Heft, dessen Titel »Even If You Like Meat« (Selbst wenn Sie Fleisch mögen) heißt.

Was erwartet uns in Deutschland?

Die hiesige Undercover-Arbeit verläuft erfolgreich und wird noch besser werden. Die Zusammenarbeit mit der Lebensmittelwirtschaft erlangt zudem langsam einen verdient hohen  Stellenwert. Damit scheint auch hierzulande der Weg für einen deutlich sinkenden Fleischkonsum langsam geebnet zu sein.

Verschreiben auch Sie sich dem “Tierschutz mit Messer und Gabel”. Zahlreiche Inspirationen dazu finden Sie u. a. bei der Frohen Botschafterin, beim Vegetarierbund Deutschland und bei der Albert Schweitzer Stiftung.

(Quelle: Albert Schweitzer Stiftung)

Alicia kocht …

Kategorie: Genuss, Gesellschaft, Gesundheit, Mensch & Tier am Montag, 9. Mai 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht. George Bernard Shaw

Tiere sind meine Freunde, und ich esse meine Freunde nicht. George Bernard Shaw

… vegan. Und das macht sie richtig gut. Wer sich bereits vegan ernährt oder – so wie ich – auf dem Weg dorthin ist, dem kann ich dieses geniale Kochbuch nur wärmstens empfehlen. Aber eigentlich ist es nicht nur ein Koch-, sondern auch ein lesenswertes Sachbuch. Denn über die Hälfte des Buches widmet die Autorin Alica Silverstone dem Thema Ernährung. Was so gesund an ihr ist und was Fleisch, Milchprodukte, weißer Zucker und verarbeitete Nahrung mit uns, unserem Körper, den Tieren und unserer Welt tatsächlich anrichten. Sie zeigt, wie wir fleischlos satt und glücklich sein können, ohne auf etwas verzichten zu müssen. Radicchiopizza mit Trüffelöl, Kohlrouladen, Süßkartoffel-Linsen-Eintopf oder Erdnusstörtchen im Schokomantel? Hier findet jeder, was seinen Gaumen erfreut. Und das Beste daran? Wer auf tierische Lebensmittel verzichtet, freut sich schon bald über eine glattere Haut sowie einen schlankeren und gesunderen Körper. Viel Freude beim Lesen, Entdecken, Kochen, Schlemmen und Glücklichsein!

Alicia Silverstone: “Meine Rezepte für eine bessere Welt. Bewusst genießen, schlank bleiben und die Erde retten.”, Goldmann Arkana Verlag 2011

Anständig essen

Kategorie: Gelesen, Genuss, Gesellschaft, Gesundheit, Kultur, Mensch & Tier am Freitag, 15. April 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
"Manchmal wünschte ich, ... ein Grillfest wäre wieder ein großes Vergnügen, ohne das dafür an finsteren Orten ... gelitten wird."

"Manchmal wünschte ich, ... ein Grillfest wäre wieder ein großes Vergnügen, ohne das dafür an finsteren Orten ... gelitten wird."

Bekannt geworden ist die Autorin Karen Duve mit ihren Romanen, beispielsweise dem “Regenroman”. Doch nun ist ihr sogenannter “Selbstversuch” erschienen … Bis vor einiger Zeit gehörte Karen Duve nicht gerade zu den Gesundheitsaposteln. Bratwürstchen, Gummibärchen & Co wanderten regelmäßig in ihren Einkaufskorb. Doch dann zog sie mit einer Freundin zusammen, die aufschrie, als Karen zur “Grillhähnchenpfanne für 2,99″ griff. Und Karen musste zugeben, dass das Leben der “Grillhähnchenpfanne” vor ihrer Schockfrostung doch eher unerfreulich gewesen war. Schnell stellte sie sich grundlegende Fragen:

Darf man Tiere essen? Und wenn nicht, warum ist das Essen von Pflanzen erlaubt? Wo beginnt die menschliche Empathie und was ist übertrieben? Was sind wir bereit, aus Rücksicht auf Mitlebewesen zu opfern?

Kurz darauf wollte Karen Duve es wissen. Und so testete sie jeweils für zwei Monate Ernährungsweisen mit moralischem Anspruch: biologisch-organisch, vegetarisch, vegan und frutarisch. Gleichzeitig setzte sie sich mit der jeweils dahinterstehenden Weltsicht auseinander. Zum Ende ihres Selbstversuchs traf Karen Duve für sich die Entscheidung, wie sie sich in Zukunft ernähren und wie sie leben will.

Schnitzel oder Tofuburger?

(Selbst)kritisch und mit einer gehörigen Portion Galgenhumor ist dieses Buch ein echter Pageturner. Schonungslos beschreibt Karen Duve, was wir alle wissen sollten, bevor wir uns bewusst das nächste Schnitzel oder das nächste Stück Käse in den Mund schieben. Aber vielleicht wollen wir das ja, nachdem wir dieses Buch gelesen haben, gar nicht mehr. Ich ernähre mich nun seit anderthalb Jahren konsequent bio-organisch und vegetarisch und muss sagen, dass ich nichts vermisse. Seit Kurzem setze ich mich zudem intensiv mit der veganen Ernährungs- bzw. Lebensweise auseinander und verzichte nun auch weitgehend auf tierische Produkte.

Das erhellende Buch von Karen Duve möchte ich jedem wirklich ans Herz legen. Wie jeder isst und lebt, entscheidet natürlich jeder selbst. Aber ich finde, dass jeder diese Entscheidung bewusst und verantwortungsvoll treffen sollte. Und dabei ist dieses Buch wirklich eine großartige Unterstützung.

Attila – der vegane Jamie Oliver

Heute hat mir eine Freundin einen tollen Link zur Internetseite von Attila Hildmann geschickt. Attila gilt als der vegane Jamie Oliver. Und nachdem ich mir seine aktuellste Kochsendung auf YouTube angeschaut hatte, habe ich mir sofort sein neuestes Kochbuch bestellt. Ich bin schon sehr gespannt und werde in ein paar Tagen sicher darüber berichten.

Weitere Lesetipps zum Thema “Ernährung”: “Tiere essen” von Jonathan Safran Foer, “Vegetarische Ernährung” von Claus Leitzmann und Markus Keller

Tolle vegetarische Kochbücher: “World Food Café” von Carolyn und Chris Caldicott, “Vegetarisch nach Lust und Laune” von Rolf Hiltl

Empfehlenswerte und unterstützenswerte Organisationen, die unverzichtbare Arbeit leisten und Sie mit wichtigen Informationen versorgen: Deutscher Vegetarierbund, Albert-Schweitzer-Stiftung, PETA

Vegane Lebensmittel erhalten Sie z. B. über folgende Online-Shops: www.govinda-natur.de, www.vegan-wonderland.de

Und wie immer freut sich die Frohe Botschafterin über weitere wertvolle Beiträge, Infos, Tipps und Links zu diesem Thema.


Wie man sich bettet …

Kategorie: Mensch & Tier am Dienstag, 15. März 2011 von Christine ReichmannKommentieren Sie diesen Eintrag als Erster
Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.

Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen.

Ein gutes Gewissen ist ein sanftes Ruhekissen. Und wer wirklich guten Gewissens schlafen möchte, sollte sich nicht mit Daunen wärmen. Denn die flauschigen Federn könnten lebenden Gänsen vom Leib gerissen worden sein. In der EU ist diese Praxis zwar verboten worden. In Osteuropa ist sie jedoch nach wie vor erlaubt. Von dort landen die Daunen als “Lebendrupf” auch auf dem deutschen Markt. Mit versteckter Kamera hat die Tierschutzorganisation “Vier Pfoten” auf einer ungarischen Gänsefarm gefilmt, wie den Tieren Gefieder samt Haut herausgerissen wird. Anschließend werden die Wunden genäht, ohne die Vögel zu betäuben. Da es bisher keine verlässlichen Siegel gibt, die “Lebendrupf” ausschließen, empfehlen Tierschützer, ganz auf Daunenprodukte zu verzichten. Pflanzenfasern wie Kapok oder synthetische Füllungen eignen sich für Oberbetten, Kissen oder Winterjacken inzwischen genauso gut wie der Gänseflaum. Weitere Infos finden Sie auf www.vier-pfoten.org, Stichwort Lebendrupf. (Inspiriert von greenpeace magazin. 2.11)


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